Review

Oren Ambarchi

Quixotism

Editions Mego • 2014

»Quixotism« – worin die Aussichtslosigkeit, der »Donquichottismus« dieses Großprojekts von Oren Ambarchi genau bestehen soll, erschließt sich beim Hören nicht so recht. Man könnte sogar sagen, dass die Sache von Anfang bis Ende gut gegangen ist – eine Suite in fünf Teilen, verbunden durch die unruhig pochenden Computerbeats von Thomas Brinkmann, die sich nie auf einen regelmäßigen Puls festlegen lassen wollen, dabei aber ein kontinuierliches Muster ergeben, über das sich Schichten von abstrakteren und konkreteren Klängen legen, die sich unauffällig verschieben. Als erlesene Gäste treten neben Brinkmann unter anderem auf: der Pianist John Tilbury mit diskreten Klavier-Einwürfen, Jim O’Rourke an den geräuschhaft gehaltenen Synthesizern, Eyvind Kang mit Bratschentönen und das Isländische Symphonieorchester. Das liest sich als Auflistung vermutlich weit monumentaler, als das Ergebnis klingt – »Quixotism« ist »diskrete Musik« im besten Sinne, eine Abfolge von scheinbaren Beiläufigkeiten, deren Nach- und Miteinander einen immer zwingenderen Sog entfaltet und eine Schönheit zelebriert, die ohne Drone-Wucht oder Rock-Exerzitien auskommt, in ihrer ungezwungenen Strenge aber Ambarchi in Bestform zeigt.