Die Großartigkeit von Pavement – ihre Mischung aus Sentimentalität und Humor, die geniale Poppigkeit ihres schluffigen Indie-Rock, ihr Status als prägende Paten dieses Genres – auf wenige Absätze runterzubrennen, ist unmöglich. Wenn ich an Indie-Rock in seiner pursten Form denke, habe ich Pavement im Kopf; wenn ich mich locker und gleichzeitig sensibel fühlen will, höre ich Pavement; wenn ich mich an die besten Konzerterfahrungen meines Lebens erinnere, fällt mir Pavement in Bremen ein. Wir haben es hier mit einer der tollsten Bands aller Zeiten zu tun.
Die neue Best-of-Compilation Hecklers Choice: Big Gums and Heavy Lifters funktioniert als Einstieg in das Pavement-Werk gut und würde – abgesehen von der Länge (38 Minuten) – auch als befriedigende Setlist für eines ihrer Konzerte fungieren. Warum allerdings kein Song von Wowee Zowee vertreten ist, muss man nicht verstehen – schließlich ist das ihr bestes Album. Trotzdem wird die Vielseitigkeit dieser legendären Band deutlich: Mit »Major Leagues« findet man hier den schönsten Song ihres unterschätzten Letztwerks Terror Twilight; Highlights wie »Summer Babe (Winter Version)« zeigen ihre Balance zwischen chaotischem Krach und bittersüßer Zugänglichkeit; »Gold Soundz« wird für immer der schönste Song der 1990er-Jahre bleiben. Frontmann Stephen Malkmus ist ein Poet der angenehmsten Art.
Wer die Musik von Pavement noch nicht inhaliert hat, darf sich nicht Indie-Rock-Fan nennen. Das klingt jetzt vielleicht hart – ist aber so.
