Review

R. Stevie Moore

Personal Appeal

Care In The Community • 2013

Besser spät als nie! Seit einigen Jahren wird die über-produktive DIY-Legende, der Multi-Instrumentalist mit dem selbst-verordneten Loser-Image, der bisher nahezu erfolglose Hit-Produzent R. Stevie Moore langsam doch noch gewürdigt. Das ist höchste Zeit (Moore ist mittlerweile 61 Jahre alt), eine späte Genugtuung für ihn und zugleich ein großes Glück für alle Liebhaber verschrobener Pop-Perlen. Nachdem er für Ariel Pink eine Art Mentor wurde, verbeugte erst dieser sich mit einer Zusammenstellung von Moore-Songs, bevor letztes Jahr Tim Burgess mit »Lo Fi High Fives« eine Art Best-Of kompilierte. Nun darf also der Meister höchstselbst eine neue Zusammenstellung seines mit »ausufernd« nur kläglich umschriebenen Werkes (über 400 Alben in den letzten vier Jahrzehnten!!) vorlegen. Wie der Name schon sagt, ist die Auswahl auf »Personal Appeal« eher eklektizistisch – wer allerdings befürchtet, hier nur Krudes, Avantgardistisches und Unzugängliches zu finden, kann beruhigt werden: Personal und Pop-Appeal müssen sich nicht ausschließen. Man muss nur manchmal etwas suchen, um im verspielten Krach strahlende Melodien und zwischen albernen Abzählreimen tiefe Wahrheiten zu finden. Die musikalischen Vorbilder können eh nicht zu groß sein: von Beach Boys bis barocker Kammermusik – nur eben alles allein im heimischen Keller aufgenommen und produziert. Absolut eine (Wieder-)Entdeckung wert!