Wenn man als Schreiberling die Wahl hat zwischen der Wahrheit und dem Mythos, soll man ja bekanntlich stets den Mythos drucken. Dieser ist im Fall von Perzeptiverdampfkesselqualmtbesinnlich (kurz: PDQB, was dann wiederum auch für Primadonna Disco Queen Beast stehen kann) und Konsorten dermaßen surreal-verworren, dass ich da nicht durchblicke. Von den Mindcontrol-Aliens über geheime Partys in Hong Kong oder in den Casinos von Macau bis natürlich zu den namensgebenden musizierenden Kätzchen wird mir schnell schwindelig. Vielleicht gibt’s darüber ja irgendwann eine Graphic Novel als Label-Merch…
Die elf als The Sunrise Sessions versammelten Remixe des Pussy Disco-Albums jedenfalls legen den Fokus deutlicher auf den Disco-Part des Titels. Sind die Originale noch tief in Chillout/Downtempo/Afterhour verwurzelt, haben die eigentlich recht knappen Tracks in den Remix-Versionen sowohl längere, club-tauglichere Laufzeiten als auch größtenteils sehr viel präsentere, treibendere Beats. So macht Rude 66 aus dem ruhigen, atmosphärischen »Karla Tristeene« einen retro-futuristischen Stomper mit Vocoder-Stimme und Alessandro Adriani fegt mit hibbeligen Synths und nervösen Hihats jegliche Twin-Peaks-Atmosphäre aus »LogLady«. Egal, zu welcher Species man nun gehören mag: Zu diesen Tracks kann man in den magischen Stunden direkt vor Sonnenaufgang wunderbar ein paar Runden auf dem Dancefloor drehen.
