Zum Labeleinstand gibt sich der Chef selbst die Ehre. Der Bristoler Produzent Alec Storey alias Second Storey startet seine eigene Adresse High Canopy mit der Ladakh EP. Er scheint dabei größere Pläne zu haben, immerhin bietet er auch schon T-Shirts mit Labellogo an. Vor allem aber möchte er wohl auf diesem Weg seine Musik exakt nach seinen Vorstellungen herausbringen. Dieser Auftakt gibt ihm recht.
Ein kantig synkopierter Beat mit im Hintergrund wobbelndem Bass bildet in »Blue Eye« die Grundlage für klare bis moderat eingetrübte Akkorde. Klirrende Klänge im höheren Frequenzspektrum huschen danach in »Urban Hermit« hallend über die aufgekratzte Breakbeat-Bass-Kombination, ein bisschen so, als tanze man in einem Spiegelkabinett. Langsam anschwellende Akkorde und pastorale Ruhe beherrschen den Großteil von »Post Columbia«, Arpeggien sorgen irgendwann für nervöse, zugleich trommelfreie rhythmische Bewegung. »ABC Conjecture« setzt den in »Urban Hermit« begonnenen Dialog zwischen unruhiger Aktivität in der Tiefe und gelöstem Spiel darüber fort, wobei die durch diverse Filter gejagten Sounds in diesem Fall nach und nach ihren Charakter wandeln. Im Titeltrack bilden dann luftig vorüberhuschende Synthesizergebilde und leicht verzerrte Melodiefragmente den nachdenklichen Abschluss. Eine Reise in 25 Minuten.

Ladakh EP
