Progressiver House trifft Techno: Sleep D stehen seit Jahren für makellosen Hirnwindungsmusik für Bush Doofs und all jene, die im moderaten BPM-Bereich trotzdem vorwärts wollen. Mosam Howieson hingegen hat bislang etwa auf Semantica veröffentlicht, was bedeutet: Techno, ausdauernd, ohne viel Ermessensspielraum. Beide Acts stammen aus Australien.
Der Titeltrack prescht als Opener schneller los als so ziemlich alles, was Sleep D bislang ins Outback geschossen haben dürften: Dubbige Schnaufgeräusche treffen auf eine wattierte Kick und schnelle, mechanische Chord-Schleifen, die ein wenig an Paula Temples »Gegen« erinnern. Dafür sind wir aber dann doch zu langsam dran. Auch »Inertia« – ein Tracktitel, der auf dieser EP einfach vorkommen musste – hüllt in einen Kokon, kommt aber noch stärker über Intensität denn über Tempo. Eine Bassline, die sich selbst fortwährend spiegelt, und Arpeggios, die immer schon da waren und immer schon Spaß machten. Am Ende steht ein zutrauliches Ungetüm von einem Track und ein breitmaulfroschartiges Grinsen, während die künstlichen Vögel zwitschern.
»Mirror Pool« sitzt an der Grenze zwischen Trance und Dub und zieht tief in die Nacht, verwäscht, verändert den Abstand zwischen Kopf und Boden fortwährend. Kein Wunder, dass sich Konduku diesen, den psychedelischsten Track für seinen Remix ausgesucht hat. Der Niederländer konstruiert eine dumpf pochende, vorsichtig tastende Entität. Mit einer trockenen Snare ist seine Arbeit, die gute alte Klangforschung, das meisterhafte Spiel mit Bewusstseinsbenen, getan.

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