Sounds wie »Japanese Garden Rain«, »Rainy Garden Chairs« oder »Umbrella Acoustics« werden auf den Streamingplattformen angeboten, um ins Land der Träume zu befördern. Dass sich Naturgeräusche auch hervorragend für den Dancefloor anbieten, zeigt sich in Gus Tills »Rainsong«, den der Melbourner Psy-Trance-DJ zuerst 2006 auf dem japanischen Label Dakini Records veröffentlichte. Zwanzig Jahre später wird das trippy Original auf der B-Seite durch den sphärischen Remix von Kuniyuki Takahashi ergänzt. Dieser kündigt sich, ähnlich dem Original, mit Donnerschlägen, plätscherndem Regen, Zirpgeräuschen und bedrohlich dröhnenden Bässen an.
Im Gegensatz zu Tills Version gleitet Takahashis Bearbeitung geschmeidiger und unaufgeregter zum Höhepunkt, indem er die mysteriösen Vocals und funkelnden Sounds deutlich ausdehnt und auf dominierende Beats verzichtet. In den knapp 13 Minuten entfaltet sich eine Atmosphäre, die das spirituelle Grundwesen des Originals freilegt. In einem weiteren Remix setzt Gus Till direkt zu Beginn elektronische Akzente, die in knapp zehn Minuten recht eingängig durch die sehr reduzierte Klanglandschaft ihrer Vorlage wippen. Spätestens dann verlieren die nature sounds ihren esoterischen Touch und werden clubtauglich.

Rainsong
