Robag Wruhme hat seit jeher einen ganz eigenen Blick auf den Dancefloor. Auch wenn er mit seinen Tracks gelegentlich an etablierte Mechaniken der elektronischen Tanzmusik anknüpft, nutzt er diese musikalischen Metaphern nur, um seine eigenen Geschichten zu erzählen. Für Wruhme ist das »Emotionale« keine leere Floskel, die sich in ein paar schnöden Tupfern Melodie manifestiert: Er kippt die Herzlichkeit gleich kübelweise über der Tanzfläche aus – mal ganz offensichtlich und unverblümt, mal durch die Hintertür. Eigentlich.
Denn auf seiner neuen EP öffnet der Weimarer Produzent eine Tür, die man so bislang von ihm kaum kennt. Das wird schon auf dem Opener »Olahni« deutlich. Dunkel dräuende Sound-Schwaden wabern über seinen gewohnt trockenen Beat-Gerüsten. »Ifthah« glänzt mit seinen Bleeps und schwer torkelnden Bassfiguren als Hommage an die Detroiter Ikone Robert Hood. Erst bei Fumaxohn schimmert das durch, was Wruhmes Musik immer schon so einzigartig gemacht hat: umarmende Akkorde und Melodien, mit minimaler Opulenz orchestriert. Ein Regenbogen-Moment im nie enden wollenden Rhythmus-Gewitter der Maschinen. »Pentho« schließlich ist mit seiner stakkatoisierten Bassline und aus der Ferne heranwehenden Vocal-Fetzen eine Erinnerung daran, warum auch 2026 niemand Robag Wruhmes Musik entkommen kann.

Fumaxohn
