Von Offenheit zu Beliebigkeit verläuft die Grenze oft unsichtbar. Sie ist daher schwer zu erkennen. Für Kirk Barleys viertes Soloalbum lässt sich hingegen sagen, dass er einen offenen Ansatz wählt, der vielfältig und in sich stimmig zugleich ist. Auf Arc kommen u. a. Perkussion, Gitarre, Klarinette oder Metallophon in wechselnder Zusammensetzung so zum Einsatz. Dabei ergibt sich ein Fluss, der immer wieder unterschiedliche Gestalt annimmt, aber stets an das Vorangegangene anknüpft. Vor allem fügt der britische Produzent die Elemente so zusammen, dass jedem genügend Raum bleibt.
In »Sundry« etwa tritt ein Schlagzeug, das bloß aus Bassdrum und Snare zu bestehen scheint, in Dialog mit den leicht »schiefen« Arpeggien eines Tasteninstruments. Dessen Harmonien lassen an Gamelan denken. Leise und fast hauchzart, allerdings ohne Kitschverdacht, vielmehr präzise gefügt. In Stücken wie »Ion« oder »Ecstatic« huldigt Kirk Barley wiederum dem Fourth-World-Entwurf des Trompeters Jon Hassell mit einer Mischung aus behutsamen Drones und tribalistisch anmutenden elektronischen Beats, die sich zu sacht tropfenden Rhythmen anordnen. Minimal Music dürfte ebenfalls Struktur gegeben haben. Die Wiederholung hat hier Sinn und Verstand. Die Zeiten, in denen man vor Schönheit noch Angst haben musste, sind im Übrigen lange vorbei. Diese Schönheit wirft sich einem nicht an den Hals. Sie wartet in aller Ruhe.

Arc