In Dream Temperature setzt Anenon – im Gegensatz zu seinen früheren Arbeiten – verstärkt auf elektronische Klänge. Im Zentrum steht dabei ein ganz besonderes Instrument: ein Wind-Synthesizer, dessen Töne direkt durch den Atem gesteuert werden. Die daraus entstehenden subtilen Klangschichten ziehen sich durch das gesamte Album: Mal erinnern sie an leises Klappern, mal an Windrauschen oder das Brechen stürmischer Wellen auf offener See. Nie drängen sie sich in den Vordergrund, halten die Musik jedoch in ständiger Bewegung. Fast wie das Gleiten eines Schiffs über das Meer, auf einer Reise ins Ungewisse.
Schon ab dem ersten Track spürt man die Einsamkeit, die Melancholie, die Sehnsucht, aber auch eine stille, beruhigende Schönheit, wie sie entsteht, wenn man nichts als Wind und Wasser um sich hat. Beim Titeltrack »Dream Temperature« verändert sich die Klangwelt: Verschleierte, sirenenhafte Vocals tauchen auf, der Sound wirkt elektronischer, und besonders bei den Bläserklängen tritt die digitale Bearbeitung stärker hervor. Später wird der Klang stürmischer und intensiver. Instrumental ist dabei alles fein gearbeitet: Saxofon, Klavier, elektronische Flächen.
Bei »When The Light Appears, Boy« hört man Anenons Field Recordings aus verschiedenen Ländern besonders deutlich. Wie einzelne Stationen einer Reise lassen sich ferne Melodien erahnen. Wie Orte, an denen man vorbeikommt, ohne je wirklich anzukommen. Mit »Toyama« beruhigt sich die See: Der Sound wirkt gelassener, fast hoffnungsvoll. Den Zielhafen erreicht das Album schließlich im letzten Song »Postscript«, einem reinen Pianostück, das nach dieser Reise zwischen Traum und Realität in Ruhe und Gelassenheit entlässt.

Dream Temperature Transparent Clear Vinyl Edition