Whitney Johnson alias Matchess, Cellistin Lia Kohl und das Finom-Mitglied Macie Stewart arbeiten schon seit Längerem in verschiedenen Konstellationen zusammen, weshalb es keine große Überraschung war, als sie im August letzten Jahres ihre erste Trio-Aufnahme veröffentlichten. Die beiden Stücke auf Body Sound [STONE PIECE] basierten auf Streicherimprovisationen auf Violine, Bratsche und Cello sowie Gesang, was wiederum zu Tape-Loops verarbeitet wurde. Die Improv-Tradition ihrer Heimatstadt Chicago fand mit von Steve Reich etablierten Techniken zusammen, das Resultat erinnerte an frühe Alben von Hildur Guðnadóttir und Richard Skelton: ein bisschen mystisch und ätherisch, aber immer verankert in der physischen und zeitlichen Realität von Menschen, die gemeinsam in einem Raum Musik machen.
Das nennt sich zurecht Body Sound, und ihr ordentliches Debütalbum tut das auch. In elf Songs unterschiedlicher Länge – von 40 Sekunden bis zu siebeneinhalb Minuten – verfeinern sie ihren nicht zwangsläufig innovativen, allemal jedoch fruchtbaren Ansatz weiter. Dass alle drei in verschiedenen Genres und Stilrichtungen unterwegs sind – Jazz, Indie-Rock, Stewart hat sogar auf einem SZA-Album mitgespielt –, wird deutlich, wann immer sie von einem Stück zum nächsten langgezogene Drones und wortlose Klagelaute mit rhythmischen Mustern kontrapunktieren und für mehr Drive sorgen, wenn sie Gefahr laufen, sich in der Dérive zu verlieren. So klingt das also, wenn drei mehr als vielseitige Musikerinnen eine einfache, einzelne Idee bis zur Perfektion umsetzen.
