Review

Peter, Bjorn and John

Gimme Some

Cooking Vinyl • 2011

Pfeifen in Schriftform ist sehr schwer darzustellen. Aber wer im Herbst 2006 mal ein bisschen »indie« unterwegs war, der hat den kleinen Hype um Young Folks von Peter, Bjorn und John sicherlich zuerst im kleinen Kreis gefeiert, dann im großen Club als Einziger mitgetanzt und nach der Airplayvergewaltigung ordentlich verflucht. Die neue Szene hatte ihr erstes One-Hit-Wonder, möchte man meinen. Denn Peter, Björn and John verstanden die Schwedenschunkelei zwar und schickten auch noch zwei okaye Alben hinter, an die Writer’s Block-Zeiten konnte man aber nicht mehr wirklich anknüpfen. Mit Gimme Some erscheint dieser Tage das mittlerweile sechste Album des Stockholmer Trios und das bietet erneut solides Indie-Futter ist das alle mal. Der Opener Tomorrow Has To Wait mit ordentlich Pauken und Ohrwurmgesang macht gleich zu Beginn schon mal alles richtig – und die erste Single Second Chance steht dem mit seinen warmen Vintage-Riffs in nichts nach. Danach driften die drei Herren mitunter in belanglosere Gefilde ab, ehe May Seem Macabre mit einem schönen Retro-Vibe wieder einen Gang hoch schaltet. Down Like Me ist dann zum Ende ein hypnotisch-entschleunigter Rausschmeißer. Für die drei Daumen auf dem Cover reicht es alles in allem allerdings nicht.