Ein Mann, zwei Vornamen, der Sound von rund 100 Spiel- und 600 TV-Filmen: Peter Thomas ist eine zentrale Figur der deutschsprachigen Kino- und Fernsehlandschaft. Die Scores von »Raumpatrouille Orion«, »Derrick«, der »Jerry Cotton«-Reihe oder diversen »Edgar Wallace«-Filmen machten den 2020 verstorbenen Komponisten zur Legende. Er selbst wirkte noch am 2007 gegründeten Peter-Thomas-Archiv mit, das sein künstlerisches Erbe bewahrt.
Aus seinem umfangreichen Œuvre wurde nun, nach The Tape Masters Vol. 1 – Library Music, eine zweite Kompilation zusammengestellt: The Tape Masters Vol. 2 – Soul Power from West Germany. Die Hälfte ihrer 20 Tracks wurde noch nie offiziell veröffentlicht, einige weitere feiern hier ihr Vinyl-Debüt. Aufgenommen wurden sie zwischen 1967 und 1974.
Sie öffnen allesamt das große Partyfass – in Bigband-Besetzung, reichlich beschwingt, mit angeschickertem Halunken-Funk und entfesselten B-Movie-Breaks. Manche Tracks verraten gleich im Titel, wohin die Reise geht: »Haschkeller«, »Night Trip«, »Midnight Love« und »Lesbische Liebe«. Sechs Songs bieten Gesang von Joe Quick oder Joe Ki, die sich unnachahmlich zwischen James Brown, Joy Fleming und Daliah Lavi austoben. Und gleich im Opener »Black Power« gibt es die allerersten Sologesangsparts von Donna Summer. Aufgenommen wurde sie für den ZDF-Dreiteiler »11 Uhr 20« – fünf Jahre, bevor sie mit Giorgio Moroder in die Disco aufbrach.
