Review

Phantom Black

Leo Mosley

Pias Recordings • 2011

Lange Zeit war es still geworden um den einst bei Hamburgs legendärem Label Eimsbush unter Vertrag stehenden Rapper Phantom Black. Einzig und allein mit einem Feature auf der im Jahre 2009 erschienenden Platte Moonbootica von Moonlight Welfare sendete der gebürtige Amerikaner musikalische Lebenszeichen. Sieben Jahre zuvor ist es die vom Produzentenquartett C.L.A.S. fast im Alleingang produzierte EP Finally Connected, die ihm eine gehörige Portion Aufwind in Hamburgs seinerzeit noch überschaubaren Rap-Szene verschaffte. Jetzt präsentiert Phantom Black seinen ersten, nach eigenem bürgerlichen Vor- und Zunamen betitelten Langspieler, Leo Mosley, an dem ganze zwei Jahre lang intensiv gearbeitet wurde. Die zahlreich an die Regler gebetenen Produzenten (Baby Dooks, Koolade, Dash, Joni Rewind uvm.) schaffen einen insgesamt breit aufgestellten Sound, den Mosley stets mit lässigem Reimfluss zu füllen weiß. Trotzdem: Es sind lediglich die ruhigen, souligen Songs, die dieser Platte ein Gesicht geben. So überzeugen beispielsweise Home und Hold Up auf ganzer Länge, nicht zuletzt wegen der glänzend aufgelegten Künstler Alex Prinz und The One, die diesen Songs mit ihren kraftvollen Refrains den letzten Feinschliff verpassen. Der Rest überrascht hingegen nur wenig. Fast schon nostalgisch verfällt man in die Wunschvorstellung, C.L.A.S. hätten abermals den Großteil aller Soundgerüste gezimmert. Blacks nicht vorhandenes Gesangstalent (auf Thump und Hold On Me dargeboten) wäre dem Hörer somit sicherlich erspart geblieben.