Pusha T

My Name Is My Name

Decon • 2013

Ich kann‘s nicht mehr lesen und trotzdem muss auch ich es schreiben: Pusha T hat sein Potential zu selten endgültig ausgeschöpft. Auf »Hell Hath No Fury« (2006) schöpfte er es aus, danach nur noch auf einzelnen Songs. Jetzt endlich ist sein erstes Solo-Album erschienen und so wirklich Frieden machen kann ich mit meinem Pusha-Stan-tum auch diesmal nicht. Kelly Rowland? Wofür? Kevin Cossom? Geh weg! Chris Brown? Nuff said. Und dass dann Officer Rawse aka Rick Ross einen Part auf einem Song bekommt, den Pusha mit den Zeilen »I sold more dope than I sold records, you niggas sold records, never sold dope« eröffnet, ist, sagen wir, unglücklich gewählt. So, das ist dann aber auch das einzige, was mich davon abhält, durch die Straßen zu laufen, die Zähne zu fletschen und Leuten ein »Eghck« ins Gesicht zu rotzen. Denn ansonsten ist das hier eine rap-gewordene Grätsche von Sammy Kuffour. Gleich auf den ersten beiden Songs rappt Pusha mit Messern zwischen Zehen und Zähnen auf Beats, die zu den besten des Jahres gehören. Von »Who I Am« angetrieben würden auch 100 Spartiaten die Perser besiegen. Außerdem: High-Noon-Geflexe mit K.Dot, saurer unverfrorener Real-Talk gepaart mit zuckersüßem The-Dream-Gesang und zweimal Pusha mit den Neptunes; da bricht »Hell Hath No Fury«-Euphorie bei mir aus. Das kopiert so keiner! Und damit »MNIMN« nicht nur für gebrochene Schienbeine und geenterte Schiffe sorgt, gibt‘s auch ein wenig Fun & Games: Kanye zeigt auf »Hold On«, dass er eben nicht nur T-Shirts entwerfen, sondern auch Schlaflieder für codein-abhängige Sechsjährige singen will. »MNIMN» ist als Album nicht die finale Offenbarung, aber vier, fünf Tracks lassen jeden Rap-Release des Jahres dastehen, als müsse er von Mama aus dem Kindergarten abgeholt werden.

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Pusha T
My Name Is My Name
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