Review

Pyramid Vritra

Palace EP

Stones Throw • 2014

Im Vergleich zur »Indra LP« ist Pyramid Vritras »Palace EP« weniger reduziert als gedacht. Als Konzeptplatte trägt sie sich wie die Raumbegehung eines unbekannten Bauwerks vor, in der jeder Track ein anderes Zimmer symbolisieren soll. Ein Korridor der Musik, der den Geist kanalisiert und auf die Reise schickt. Die Summe seiner Teile soll das Grundgerüst zeichnen und bemalen. Eine abstrakte Vorstellung, die aber nur mittelgut ausgeführt wird. Die gewohnte Monotonie in der gespielt gelangweilten Stimme von Pyramid Vritra ist zunächst der einzige bekannte Punkt, an dem sich der Hörer festhalten kann. Wo man auf »Indra« noch ohne Gastbeiträge auskam, tragen sie hier zum Hörerlebnis entscheidend bei. »Black Belt« klingt wie ein entschleunigtes »Shook Ones, Pt. 2« bei dem man sich nur im Entferntesten vorstellen kann, dass dessen »Raum« wohl bloß wie eine dunkle, enge Cypher Kabine aussieht, sorgt ebenso für ausreichend Abwechslung wie 224. Der Dreh- und Angelpunkt der Platte ist aber »Howlonghaveubeenthatway?«, ein hektisch treibender 6-Minüter, bei dem man sich unweigerlich vorstellen mag, sich orientierungslos im »Palace« verlaufen zu haben, bevor man mit »Fervor« das Sonnendach erreicht. Die Songs funktionieren wohl auch ohne diese Vorstellungskraft. Und darin liegt dann irgendwie auch die Schwachstelle: man muss schon mitspielen wollen. Dieses unwiderstehlich nonchalante Taubheitsgefühl aller Sinne will aber irgendwie nicht aufhören mitzuschwingen. Und so bleibt dieser Kurztrip interessant genug, um ihn mehr als einmal zu durchlaufen.