Review

Santigold

99 Cents

Warner • 2016

Ihr eindrucksvolles Debüt »Santogold« 2008 auch noch ihr Künstlername, bescherte der New Yorkerin gleich zu Beginn den Durchbruch, wenn auch zunächst nicht den ganz kommerziellen. Indie-Blätter und Feuilleton feierten die New Yorkerin für ihre seinerzeit eindrucksvolle Darbietung aus Dub, Reggae und Dancehall, die gepaart mit Pop-Melodien, Punk- und Electronic-Sprenkeln nicht nur musikalisch eine erfrischende Mischung darstellten. Die mittlerweile längst als Santigold auftretende Santi White ist immer noch eine vor Ideen nur so sprudelnde Künstlerin. Das vollgepackte Cover trägt den zu erwarteten Inhalt schon vor dem ersten Ton nach außen. Eröffnet wird »99Cent« von dem ausgelassenen Girly-Song-liken »Can’t Get Enough Of Myself«, einem fluffigen Pop-Stück der beste Laune verbreitet. »Banshee« hingegen ist eine gewisse Punk-Ästhetik nicht abzusprechen, dank quirliger Synthies, Claps und schmissigem Refrain bleibt der Track selbst ein mitsingbarer Tanzflächenverwandter des Openers. Santigold schöpft aus dem Vollen ihrer Kreativität und das macht sie nach wie vor gut. Der »Rendezvous Girl« tragende New Wave-Beat scheint direkt aus den 1980er Jahren zu kommen, wohingegen das Future-R&B-Kleid in das sich »Walking In A Circle« hüllt, eine bisher unbekannte Gegenwart Santigold‘s abbildet. Auf »99Cent« findet das Reggea-infizierte »Chasing Shadows« Platz, genauso wie die Ska-Elemente auf »Big Boss Big Time Business«. Santigolds »99 Cents« ist anders, unerwarteter, ohne den ganz harten Bruch zu vollziehen. Dem Fehlen von Hits des Formats »Les Artistes« oder »Disparate Youth« stehen Songs gegenüber, die nur so von verborgenen Schätzen wimmeln die entdeckt werden wollen. Ein Wermutstropfen bleibt: Ein bisschen weniger Genreausflüge, diese dafür dann ausgebaut, hätten diesem Album gut getan.

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Santigold
99 Cents
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