Review

Sara Oswald & Feldermelder

Dual | Duel

-ous • 2023

Es dauert eine Weile, bis man registriert, dass sich Feldermelder für »Dual | Duel« mit einer Cellistin zusammengetan hat. Zu präsent klackern seine Synthesizer auf dem über zwölfminütigen Opener »Transpersonal Source« etwa die Hälfte der Spielzeit, um das vage Hintergrundrauschen demystifizieren zu können. Verantwortlich für diese Wände aus schwer definierbarem Klang zeichnet Sara Oswald, die, die Katze ist bereits aus dem Sack, mit Vorliebe am Cello improvisiert. Das gelingt eindrucksvoll, nachdem ihr Instrument die Verfremdung abgeschüttelt hat. Im Dialog mit sich selbst stehend, wogt es vor Feldermelders karger Elektronik hin und her und kanalisiert die Schönheit, die ihm innewohnt. In »Furthest Secrets« lässt der Maschinenzuständige gehauchte Chöre über eine Synthfolge wabern, die einem Rival-Consoles-trifft-Pantha-du-Prince-Track ähnelt, der nie wirklich losgeht. In »Everything Vibrating Is An Illusion« hingegen legt Sara Oswald mit rhythmischen Saitenzupfern das Grundfundament, über das ihr Mitstreiter Flächen zimmert. Das spiegelt den Grundgedanken, der hinter Konzept und Name des Albums stecken dürfte: Holzinstrument und Elektronik erkunden in den Stücken ihre Dualität und überlappen einander, treten aber genauso in Konflikte verschiedener Härtegrade. Entlang ebendieser zeigt sich, wie gut sich das Duo auf diesem experimentellen, schwermütigen Album mit vereinzelten, schwer greifbaren Stimmungshochs ergänzt.