Review

Six Organs Of Admittance

Hexadic

Drag City • 2015

Hinter “Six Organs Of Admittance” verbirgt sich einzig und allein der Gitarrist Ben Chasny aus Kalifornien.

Nach über zwanzig Alben zwischen Folk, Fingerpicking, Gitarrenwänden und Americana hat Ben Chasny als Six Organs Of Admittance seine Musik fast zum puren Klang eingedampft. Was bleibt, ist nichts als nackte, intensive Spannung. Minimale Schlagzeug- und Bassbegleitung unterstützen dabei in Zeitlupe bloßgestellte Gitarrenakkorde (oft sind es nur Töne), die schmerzhaft verzerrt und bösartig übersteuert klingen. Six Organs Of Admittance stellt kratzende und schabende Feedbacks, Nebengeräusche und Störgeräusche in den Vordergrund seiner Musik und begleitet sie gern mit selbstvergessenen verfremdeten Gesang. Roh, harsch, brutal und laut klingt das; richtig laut! Mit »Maximum Hexadic« tritt Ben Chasny das Gaspedal bis zum Boden, um im darauffolgenden »Hesitant Grand Light« das Tempo mit einer völlig entspannten, unverzerrten und sonnig warmen Kombination von schwebenden Bottleneck-Klängen und nordafrikanisch anmutenden Akustikgitarren wieder komplett herunterzufahren. Dass das aber nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm ist, wird spätestens mit der Freeform-Gitarren-Explosion »Sphere Path Code C« klar, die völlig auf einen durchgehenden Rhythmus oder melodische Elemente verzichtet. Danach klingt das Album mit zwei fast ambienten Tracks und einem nahezu pathetischen, hymnenartigen Schlussstück aus.