Review

Sparkle Division

Foxy

Temporary Residence • 2023

Wer nur die Musik von William Basinski kennt und über die Person dahinter nichts weiß, wird sich von Sparkle Divisions Debütalbum »To Feel Embraced« eventuell vor den Kopf gestoßen gefühlt haben. Loopy Easy-Listening-Footwork mit Saxofon-Einlagen stehen auf den ersten Blick nicht unbedingt in der Tradition der »Disintegration Loops« oder der langgezogenen Trauerbarbeit jüngerer Alben wie »A Shadow In Time«. Doch hat Basinski für seine hantologischen Drone-Stücke einerseits immer wieder auf Muzak zurückgegriffen und ist er andererseits mit Leib und Seele ein lebensfroher Trickser, der während Lockdown-Zeiten mit Studioassistent Preston Wendel eine gemeinsame Mitte fand. Für »Foxy« stößt nun noch der Produzent und Tontechniker Gary Thomas Wright zu dem ungleichen Duo hinzu, der schon bei Platten von Cher und Eric Clapton mitgewirkt hat. Es wird also noch ein bisschen wilder und weirder. Die lose Story dieses Albums dreht sich dann auch um zwei junge Neuankömmlinge im Hollywood der späten 1960er-Jahre, die auf einem LSD-Trip den titelgebenden Zuhälter und Drogendealer kennenlernen. Auch musikalisch ist »Foxy« an der Schnittstelle von Glam und Pulp angesiedelt, bringt Lounge-Sounds, Jazz-Bass, Drum’n’Bass-Breaks und natürlich Basinskis schräge Sax-Freakouts miteinander zum Schwingen. Nicht wenige dieser Tracks könnten gleichzeitig in einem DJ-Set von Madlib und nach Mitternacht das Softcore-Programm eines privaten Fernsehsenders untermalen. Mit dem Herzstück »The Punch!« – die Bowle ist natürlich gespikt – findet sich auf »Foxy« aber ebenso ein psychotisch-psychedelisches Ambient-Stück, das wieder den Konnex zu William Basinskis Solo-Schaffen herstellt. Es ist ein sehr ernster Moment auf einem Album, das sich bisweilen in seiner grell-trashigen Albernheit zu verlieren droht und doch immer wieder die Kurve bekommt, um die Musik zurück in geordnete Bahnen zu lenken.