Review

The Duke Spirit

Bruiser

Fiction • 2011

The Duke Spirit sind nach zweijähriger Tour zum Neptune-Album und einem kurzem Studioaufenthalt nun wieder mit frischem Material am Start. Das dritte Album hört auf den Namen Bruiser und klingt, als ob sich das UK-Outfit einer Frischzellenkur unterzogen hätte. Sieben Jahre nach der Gründung haben The Duke Spirit den matten und stumpfen Sound der Vorgängeralben erstmalig abgelegt und sich von Noise in Richtung Rock’n’Roll orientiert. Mit Erfolg und teilweise kaum wiederzuerkennen. »It feels like a different band«, behauptet auch Sängerin Liela Moss, die in jüngster Vergangenheit für die Designer Philipp Lim und Alexander McQueen zur Muse avancierte. Bruiser klingt deshalb aber noch lange nicht nach trendiger und aufgekratzter Cat Walk-Untermalung. Eher dürfte es Produzent Andrew Scheps Verdienst sein, der auch bei anderen Schützlingen (u.a. Red Hot Chilli Peppers und Metallica) penibel auf Klarheit und Ausdrucksstärke achtet und auch The Duke Spirit zu einem kompakteren Sound trieb. Songs wurden auf die Essenz reduziert, überflüssige Spielereien radikal gekürzt, bis es schlüssig genug war, um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden. Vom bassbetonten Opener Cherry Tree an, zieht sich eine Spur von Destruktivismus und Zurückweisung über 12 Tracks bis ins finale Homecoming. Auch wenn Piano und Moss’ hauchende Stimme das ein oder andere Mal an eine weibliche Ausgabe von Chris Martin erinnern (Vilian), bleibt die düstere Stimmung erhalten. The Duke Spirit haben das undurchsichtige und wenig greifbare Konterfei ihres Sounds überholt, sich selber neu angestrichen und mit Bruiser und überraschend rockiges Album, mit auf Diät gesetzten Songs, zu Tage gefördert. Die Vorliebe für verquere Melodien ist dabei glücklicherweise geblieben.

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Duke Spirit, The
Bruiser
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