Man kann die Geschichte von Tyler Ballgame auf zwei Arten erzählen: Zum einen ist es schon mit Erscheinen dieses Debüts eine unwahrscheinliche Aufstiegs- und Erfolgsstory, in der Tyler Perry das Zimmer im Keller seiner Mutter, seine Vergangenheit als Sänger einer Coverband sowie seine Depressionen hinter sich lässt und in L.A. ein neues Leben beginnt. Dort legt er sich die Bühnenpersönlichkeit Tyler Ballgame zu, sorgt in der Open-Mic-Szene schnell für Begeisterung und löst mit nur wenigen Performances und Songs einen wahren Hype aus. Zum anderen könnte es sich bei For The First Time, Again – gerade nach dem unerwarteten Erfolg von Cameron Winter und seiner Band Geese – aus Sicht der Musikindustrie auch um ein kalkuliertes wie kuratiertes Trendprodukt handeln.
Wie Winter ist Ballgame jemand mit einer sehr ungewöhnlichen und markanten Gesangsstimme, die gerade durch ihre theatralische Exaltiertheit berührt. So herausfordernd der Gesang stellenweise ist, umso gefälliger und eingängiger wirkt der warme Analog-Sound, tief im Classic Rock der 1970er-Jahre verwurzelt. Folgerichtig saß Jonathan Rado, der ähnlich schon für seine eigene Band Foxygen oder für The Lemon Twigs produzierte, an den Studioreglern. So zwiespältig wie der Aufstieg Ballgames beschrieben werden kann, ist letztlich auch das Album: Es schwankt etwas unausgegoren zwischen genuin eigenem Ausdruck und zu deutlicher Hommage an die Vorbilder – als würde Roy Orbison bei den Eagles singen oder als wäre John Lennon der Frontmann von Creedence Clearwater Revival.

For The First Time Again Black Vinyl Edition