Eine gute Compilation zeichnet sich dadurch aus, nicht einfach als Ansammlung halbwegs offensichtlicher Songs zu fungieren, deren konzeptionelle Nähe praktisch geschenkt ist. Hier ein Best-of, dort eine Single-Sammlung oder eine Labelschau oder Soundalikes oder irgendetwas Ähnliches. Schnarch. Dafür reicht auch eine Playlist, oder? Eine gute Compilation – und dazu zählt Going Back To Sleep…, dieses herbstlich warme Songbuch, das jetzt auf A Colourful Storm erscheint, dem Label, das ohnehin weiß, wie man akustische Außenseitermusik und schiefes Songwriterinnentum vereint – erinnert uns daran, wie wir Songs für Mixtapes metikulös gesucht und arrangiert haben. Klar, der Vibe spielt eine Rolle, das Trüffelschwein in uns will auch etwas zu tun haben, und die meisten der hier Vertretenden haben eine überschaubare Anzahl monatlicher Hörerinnen. Songs, die irgendwie verwandt scheinen, die im Geist so viel miteinander zu tun haben, dass kein Algorithmus dieser Welt darauf kommen würde.
Hier treffen sich zwei Hände voll Songs, auf denen psychedelische Gitarrenballaden (»Fruit and Nuts«, The Rat Columns), pluckernd-waviger Hauntology-Pop (»I Can’t Sleep«, The Lewers), Lo-Fi-Indie (»Leagues of Marsh to Swallow Towers«, The Sprigs) und auch grouper-esker Nebel-Ambient (»Veselka City Lights«, von der immer zuverlässigen Carla dal Forno) das Sagen haben. Die in Hall getränkte »Slow Version« von »Upside Down In An Empty Room« des dauerbeschäftigten Fleißlings Glenn Donaldson, der als The Reds, Pinks and Purples jedes Jahr mindestens ein Album veröffentlicht, ist allerdings schon zu Beginn der Herzkneter, den wir alle brauchen.

Going Back To Sleep..
