Wie könnte man die Entwicklung dieser Band beschreiben? Ist das eher ein Steigern der Professionalität oder das Versiegen von Originalität? Das Debüt »Fort Nightly« von 2007 überzeugte noch mit Frische und eigenständigem Sound. Das zweite Album enttäuscht dann eher: zu rund gelutscht die Produktion, zu offensichtlich die Anklänge an die Vorbilder Spoon (deren Mastermind produzierte ja schließlich auch…). Nun kommt die dritte Veröffentlichung und – was soll man sagen – eine eigenständige musikalische Vision hört sich irgendwie anders an. Es scheint als wäre hier eine Spoon-Tribute-Band aus Studiomusikern und Musik-Software zu einem Roboter-Sextett zusammengebastelt worden. Denn Produktion und Sound sind qualitativ sehr hochwertig – wenn nicht die Abwesenheit von wirklich guten Songs und (damit zusammenhängend) transportierten Emotionen so deutlich wäre. Aller paar Jahre kommt ein Indie-Rock-Album mit E-Drums, Synthies und anderen elektronischen Spielereien daher, was durch eine solche innovative Produktion, aber eben auch starke Songs und richtiges Timing aus dem Einheitsbrei hervorsticht: »Odd Blood« von Yeasayer oder das Debüt von Royal Bangs fallen spontan ein. »Milk Famous« gehört allerdings leider nicht dazu.
Nick Cave & The Bad Seeds
Ghosteen
Mute




