Review

ZYX

Trust No Woman

Dark Entries • 2016

Die Österreicher Inge Graf und Walter Zyx (eigentlich: Walter Eberl) arbeiten als Künstlerduo seit 1977 zusammen. Zunächst unter dem Namen ZYX, später als GRAF+ZYX machen die beiden Wiener Medienkunst unterschiedlichster Art. Auch elektronische Musik gehört zu ihren Ausdrucksformen. Das lässt unter anderem in ihrem Debütalbum »Trust No Woman« von 1981 nachhören. Graf und Eberl waren dabei von ähnlich gesinnten Künstlern wie The Human League oder Gary Numan beeinflusst. Ihre Musik ist jedoch um einiges reduzierter, stärker auf den Rhythmus konzentriert, Cabaret Voltaire bieten sich als weiterer Vergleich an. Mit den formelhaften, oft mantra-artig wiederholten Textzeilen entwickeln die Stücke von ZYX eine leicht beklemmende Enge, zugleich sind sie fast immer tanzbar. Ihre Musik lebt vornehmlich aus der Spannung zwischen diesen beiden scheinbaren Gegensätzen. Als Sänger mögen Graf und Weberl weniger markant ausfallen als ihre Vorbilder, dafür geben sie sich durchgehend extrem cool. Vor allem haben sie ihre Stolperfunk-Lektion gründlich gelernt. Und lassen einen hoch entwickelten Sinn für das Absurde durchblicken. Auf Düsseldorfer Verhältnisse übertragen, könnte man sagen: mehr Der Plan als Kraftwerk Roboter sind aber auch sie. Irgendwie.

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