Minimalismus bedeutet naturgemäß für verschiedene Personen etwas Unterschiedliches. Daniel O’Sullivan und Richard Young haben bisher mindestens zwei Interpretationen davon geliefert, wie Minimal Music klingen kann. Nachdem sich ihr gemeinsames Debüt Twelve of Hearts spartanischem Outsider-Synth-Pop verschrieb, bietet Persian Rug zwei lange Instrumentalstücke, bei denen das Grumbling-Fur-Mitglied am Klavier und der hyperproduktive DIY-Noisenik an der Zither zu hören sind. Der Albumtitel ist hier nomen est omen: Das kauzige Duo verwebt subtile Rhythmen miteinander und nutzt Klangfarben als Storytelling.
Im ersten Stück spielt Young über weite Strecken kaum mehr als einen einzigen Akkord, diesen aber fast aggressiv. Er begleitet O’Sullivan, der die Intensität dieser Darbietung mit kaskadenartigen Klaviermotiven aus nur wenigen Noten untermalt. Es klingt, als hätten sich O’Sullivans Kumpel Charlemagne Palestine und Lubomyr Melnyk zusammengetan – eine wunderbar chaotische Reise voller subtiler Veränderungen mit nicht wirklich subtilen Auswirkungen. Auf der Flip zeigt sich Young rhythmisch abwechslungsreicher und nuancierter, während sein Partner, einem Chris Abrahams gleich, die Töne durch den Raum treiben lässt.
Wie die beste Minimal Music ist Persian Rug mehrerlei zugleich: kathartisch, introspektiv, überwältigend, intim und ekstatisch.

Persian Carpets
