Die FRKWYS-Reihe bringt Generationen zusammen, deren musikalische Ansätze ähnlich sind – nur aus anderen Erfahrungshorizonten. Für Vol. 18: Horse Lords und Arnold Dreyblatt. Horse Lords: Rockband, 2010 gegründet, ekstatische Kopfmusik; für diese Sessions mit Andrea Belfi – auf Dreyblatts Vorschlag – am Schlagzeug. Arnold Dreyblatt: Assistent von La Monte Young, Student von Alvin Lucier, Klaviersaiten auf Kontrabass gespannt, pulsierende Obertonfelder erzeugt. Gemeinsam ist ihnen die »reine« Stimmung – ein System, das Töne nicht in zwölf exakt gleiche Schritte zwingt, sondern nach einfachen Zahlenverhältnissen stimmt, wodurch Akkorde körperlicher, resonanter wirken. Musik, die im Raum vibriert.
Im Schlussstück »Impulse Array« hört man, was passiert, wenn Dreyblatts mikrotonal-psychoakustische String-Welt auf Horse Lords’ polyrhythmische Bandlogik trifft. Wie sich die Felder erweitern: schlichte Töne wandeln sich in komplexe Melodien, einfache Schellenschläge fließen nahtlos in fiebernde Rhythmen. Keine Synthese, keine Hierarchie. Ein tänzelnder Elefant: schwer und leichtfüßig zugleich.
Die Musik auf Extended Field erweitert beide Ansätze. Dreyblatt bringt die Präzision, Horse Lords die Energie – zusammen entsteht eine Musik, die weder nur minimalistisch noch nur rhythmisch ist, sondern beides gleichzeitig. Zwei Systeme, die sich nicht auflösen, sondern überlagern. Sie bleiben verschieden – und gerade deshalb entsteht etwas Neues. Ein Modell dafür, wie Differenz produktiv wird.

Frkwys Vol. 18: Extended Field
