Ein Konzert von Jeff Parkers ETA IVtet aus dem August 2025, ein paar Monate nach Beginn der zweiten Amtszeit Trumps, und der erste Auftritt des Gitarristen mit seinen Kollegen – Schlagzeuger Jay Bellerose, Bassistin Anna Butterss und Saxofonist Josh Johnson – außerhalb des namensgebenden Clubs ETA, der inzwischen geschlossenen Enfield Tennis Academy. Klingt nach wenig Anlass, um die Sache Happy Today zu nennen. Ist aber genauso gemeint. Wichtig dabei ist der Zeitindex, das »Today«. Denn drumherum dürfte es für Jeff Parker anders ausgesehen haben.
Was man in dieser Dreiviertelstunde hört, erzählt aber nicht von Trauer, Not oder Wut, sondern von stiller Freude. Einer Freude, die nur gemeinsam zu haben ist. Von den ersten Tönen an setzen die Musiker eine sanft rollende Bewegung in Gang, die erst durch perfekt verzahntes Zusammenspiel möglich wird. Die kreiselnden Töne der Gitarre, in die sich die übrigen Instrumente einpassen, zugleich jedes für sich eigene Akzente setzen, variieren und langsam eine andere Richtung einschlagen, ergeben ein polyrhythmisches Ganzes, in dem vor allem Butterss komplexe Figuren baut, mit langen Pausen und stark verschobenen Akzenten, um die das Schlagzeug mit regelmäßigeren Schlägen tragende Strukturen errichtet.
Das Titelstück beginnt dann wie eine Hymne, ohne Pathos, gesammelt, bevor in der zweiten Hälfte Bellerose mit dem Einsatz seines Schlagzeugs für einen begeisterten Ausbruch im Publikum sorgt. Parker sieht die Aufnahme im Zeichen der Gemeinschaft. Ihr Glück ist zu hören.

Happy Today

