Wozu groß auf Reisen gehen, wenn man Bitchin Bajas hat? Ihre jüngste EP Isle Peaks scheint ferne Ziele schon im Titel anzudeuten. Und für einen Trip ist das krautrockgewogene Trio naturgemäß immer zu haben. Gleich die erste Nummer »Ajami« bringt sich langsam mit einer trocken klingelnden Mbira in Fahrt, bevor nach ein paar Minuten ein (synthetischer?) Bass und ein verfremdetes Saxofon hinzukommen. Mbira und Bass halten den Motor am Laufen, während das Saxofon ins Erzählen gerät, ohne sich den anderen unangenehm aufzudrängen. Elektronik, die zu einem anderen Zeitpunkt ebenfalls mit von der Partie ist, tut ihr Übriges. Eine Gitarre mischt da im Hintergrund wohl auch noch mit. Oder ist das die verzerrte Orgel? Unterdessen dreht der Rhythmus langsam auf, ohne den kontrollierten Rahmen zu sprengen.
Sechzehn Minuten, in denen man sich hinterher wundert, was da unterwegs doch alles wieder los war. Das Titelstück dagegen erst einmal scheinbar statischer. Erst nach ein paar Minuten merkt man, dass die Segel längst gesetzt sind und man von akustischer Gitarre, Drone und Rauschen, womöglich von Wasser, aufs offene Meer getragen wurde. Akkorde flirren, als würde sich Sonnenlicht in Wellen brechen, ein äußerst friedlicher Höhepunkt. Später treibt der Wind die Harmonien etwas ab, die Orientierung geht über Bord. Trotzdem alle glücklich.

Isle Peaks EP