Music Liste | verfasst 01.12.2021
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Text Kristoffer Cornils, Christoph Benkeser , Übersetzung Sebastian Hinz
Jrb_2021_magazin_books_3000px_2000px

Es war viel Geduld gefragt in diesem Jahr, in dem sich der einsame Winter bis in den Mai verlängerte. Geduldig ist angeblich auch Papier und hey, immerhin dafür war zwischen Sauerteigexperimenten und YouTube-Workout Zeit: lesen. Die wohl billigste Art und Weise, die Welt zu durchqueren, wenn der Privatjet Richtung Digging-Paradies gerade mal nicht starten will oder Mallorca wegen zu vieler Superspreader-Schlager-Nächte schon wieder dicht gemacht hat. Im Jahr 2021 erreichten die globalen Versorgungsengpässe und Lieferkettenproblemchen zwar auch den Buchmarkt, trotzdem wurden noch Gedanken, Bilder und Impressionen aufs Papier geworfen, als gäbe es kein Morgen mehr. Vielleicht auch, weil niemand mehr so richtig weiß, was morgen überhaupt noch sein soll. Wobei natürlich ein Blick auf unsere Top 20 Musikbücher aus dem Jahr 2021 klarmacht: Es wurde noch viel mehr zurückgeschaut als sonst schon. Nicht einfach nur in bessere Zeiten, sondern auf historische Kontinuitäten, die Aspekte des heutigen Schlamassels für uns dechiffrieren vermögen.

Ob nun eine Daft-Punk-Monografie, Major-Label-Expansionen um die Jahrtausendwende und anderthalb Jahre leere Berliner Clubs oder doch die Genese von Jungle und seiner Gentrifizierung als Drum’n’Bass: Die Geschichtsschreibung offenbart nicht nur Höhepunkte und Storys unfassbarer Erfolge, sondern genauso deren Schattenseiten. In die begeben sich zum Beispiel auch Questlove oder Kelefa Sanneh, um uns über Musik die Geschichte fortwährender Segregationen zu erklären. Spannend ist da gerade der Blick auf die B-Seiten der Geschichte: Käuze wie Harry Smith, die unbeleuchtete feministische Vorreiterinstellung von Carole King oder die Frauen, mit denen sich Lesley Chow auseinandersetzt und von denen nicht wenige Inspiration für die in Gazals und Sookees Buch über queere und feministische Positionen in der heutigen Rap-Szene vertretenen Figuren lieferten. 2Pac wird es nicht mehr erleben, dass seine Geschichte neu erzählt wird und Kool Savas stellt sowieso lieber kurz vor der Musealisierung eigene Regeln auf – ein bisschen was bleibt also beim Alten. Und wer doch mehr future vom langsamsten Medium der Gegenwart erwartet, sollte einfach durch Abdul Qadim Haqqs Drexciya-Mythensammlung blättern. Oder allgemein die folgenden 20 Musikbücher gut studieren, um aus Geschichte und Gegenwart die richtigen Schlüsse für das Kommende zu ziehen.


DER GROßE VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Abdul Qadim Haqq – The Book Of Drexciya Volume TwoSoftcover | ● Hardcover Abdul Qadim Haqq – The Book Of Drexciya Volume Two (BOOKDREX2)
Die Drexciyans blubbern! Nachdem Abdul Qadim Haqq letztes Jahr den ersten Band seiner Graphic.Novel.Serie über Detroits geheimes Electro-Atlantis krautfinanzierte, hat es 2021 erneut geklappt. »The Book of Drexciya Volume Two« treibt die Unterwasser-Geschichte weiter. Kriegerinnen ziehen durchs Schilf, Quacksalber-Fischköpfe forschen mit Taucherbrille am Zaubertrank. Das hat seinen Preis, kommt als gedrucktes Buch – hard oder soft, ganz wie ihr euch fühlt – aber so schön daher, dass man den Klingelbeutel bereitwillig leert. Christoph Benkeser
 

Alberto Zanini – Funk Investigators (Cannonball)Book Alberto Zanini – Funk Investigators (Cannonball)
Alberto Zanini verliert seinen Job, packt seine Sachen und macht einen Roundtrip durch die USA, der sein Leben verändert. Hört sich nach einem Sundance-Schinken an, ergibt als Buch aber viel Sinn! Zanini isst Pancakes in einem Waffle House bei New York, spricht mit Vinylfreaks in Detroit und lauscht alten Soul-Tapes auf dem Highway nach Pittsburgh. Und wird selbst zu einem der »Funk Investigators«, über die er in seinem bei Cannonball erschienenen Buch schreibt. Christoph Benkeser
 

Ben Cardew – Daft Punk’s Discovery The Future Unfurled (Velocity Press)Book Ben Cardew – Daft Punk’s Discovery: The Future Unfurled (Velocity Press)
Als »Discovery« 2001 erschien, schimmerte die Welt wie Chrom – und Daft Punk wurden zu dem, was sie immer sein sollten: eine Mischung aus Mad Max und Cybertron, Business-Punks für die Generation X, ein Wink aus der virtuellen Future. Musikjournalist Ben Cardew nimmt das 20. Jubiläum des Albums zum Anlass, sie wieder zu hören. »The Future Unfurled« also. Und eine »Discovery«, ganz so, als hätte Johann Sebastian Bach vor 250 Jahren fünf Pillen runtergespült, die Laute abgefackelt und Rambazamba mit Kanye Wests Urururururgroßvater fabriziert. Christoph Benkeser
 

Bret Lunsford – Sounding For Harry Smith – Early Pacific Northwest Influences (Knw-Yr-Own)Book Bret Lunsford – Sounding For Harry Smith – Early Pacific Northwest Influences (Knw-Yr-Own)
Harry Smith sammelte zeit seines Lebens viele Dinge. Papierflugzeuge, ukrainische Ostereier, sein Sperma und 78rpm-Singles. In anderen Worten: Der Mann hatte einen ziemlichen Poscher. 1952 kratzte er seine Platten zu einer Compilation über amerikanische Folk-Musik zusammen, eine Bibel für alle zwischen Guthrie und Dylan. Dass der »Sounding For Harry Smith«-Autor Bret Lunsford und Vorwortspender Phil Elverum alias Mount Eerie wie Smith selbst aus dem Washingtoner Kaff Anacortes kommen, hilft diesem Buch. Es ist gespickt ist mit Fotografien, die den Schamanen, Alchemisten und Ginsberg-Kumpanen bei dem zeigen, was er, nun ja, tat. Kann man gesehen haben. Christoph Benkeser
 

Christian Elster – Pop-Musik Sammeln – Zehn Ethnografische Tracks Zwischen Plattenladen Und Streamingportal (Transcript)Book Christian Elster – Pop-Musik Sammeln – Zehn Ethnografische Tracks Zwischen Plattenladen Und Streamingportal (Transcript)
»Pop-Musik Sammeln« von Christian Elster lohnt sich allein der Illustrationen Alex Solmans wegen, der vor allem für seine Arbeiten für den Hamburger Golden Pudel Club und die Paloma Bar in Berlin bekannt ist. Aber nicht nur. Denn für ein eigentlich akademisches Werk ist Elsters Monografie über den Sammelwahn von Fans – ob nun analoger Medien oder sogar im Streaming-Umfeld, wo noch alles irgendwie playlistisiert, das heißt (zusammen-)gesammelt wird – ähnlich anschaulich und doch konzise geschrieben. Zwischen Walter-Benjamin-Zitaten und anthropologischen Einschüben zum Thema des Sammels kommt genauso gut ein Collector zu Wort, der sich als frischgebackener Vater nur schwer von Teilen von seiner Plattensammlung loslösen konnte. Das verstehen vielleicht die wenigsten, einige aber werden das so richtig mitfühlen und Elster ist einer von ihnen. Ihm gelingt der Spagat zwischen der Tiefenanalyse eines Phänomens und dem mitfühlenden Blick eines »Musiksammlers«, wie er sich selbst bezeichnet. For the heads, by a head. Kristoffer Cornils
 

Dan Ozzi – Sellout The Major-Label Feeding Frenzy That Swept Punk, Emo, and Hardcore (1994-2007 (Mariner Books) Dan Ozzi – Sellout: The Major-Label Feeding Frenzy That Swept Punk, Emo, and Hardcore (1994-2007 (Mariner Books)
Gibt es das eigentlich noch: einen Sellout? Während gefühlt 99% der Musikwelt dem nächsten Spotify-TikTok-YouTube-Instant-Success nachjagt, wird noch in manchen Subkulturen mit der Nase gerümpft, wenn irgendwer von der Musik die Monatsmiete stellen kann. Hip-Hop, Techno, Punk: Bestimmte Genres können es sich nicht mit ihrem Selbstverständnis vereinbaren, mit der Kunst Geld zu machen. Der Journalist Dan Ozzi widmet sich Dritterem und nimmt die Post-Nirvana-Musikindustrie für harte Gitarrenmusik in den Blick, das heißt genauer Major-Labels, die sich an Pop-Punk-Bands wie Green Day ranschmissen, selbst Anarcho-Gruppen wie Against Me! im Katalog neben Madonna einsortierten und schließlich mit beispielsweise My Chemical Romance Prog-Rock-Emo zum Mainstream-Ereignis machten, das auf seine Art die Logik der Streaming-Ära vorwegnahm. Die Beispiele ließen sich von Techno bis Rap auf andere Bereiche übertragen, was Ozzis Buch umso reichhaltiger macht. Kristoffer Cornils
 

DJ Semtex – Hip Hop Raised Me (Updated Edition) (Thames & Hudson)Book DJ Semtex – Hip Hop Raised Me (Updated Edition) (Thames & Hudson)
Erst vor drei Jahren erschien die deutsche Version von einem Instant-Klassiker der Hip-Hop-Geschichtsschreibung, in diesem Jahr war dann auch ein Update der englischsprachigen Ausgabe überfällig. Während sich andere Bücher wie Jeff Changs »Can’t Stop Won’t Stop« darum bemühten, ein sozialgeschichtliches Panorama um die Genese von Hip-Hop bis zur Golden Era und der Ankunft im US-amerikanischen beziehungsweise internationalen Mainstream aufzuspannen, bietet DJ Semtex neben vielen Fotografien und Grafiken zahlreiche Interviews mit nicht nur Nas oder Jay-Z, sondern auch Drake oder Nicki Minaj an. »Hip Hop Raised Me« ist Buch zum Anschauen, Sich-drin-Verlieren und Viel-davon-Lernen – bunt, vielseitig, lehrreich. Gelebte Geschichte, wie der Titel sie verspricht. Kristoffer Cornils
 

Frederik Dörfler-Trummer – Hip Aus Österreich – Lokale Aspekte Einer Globalen Kultur (Transcript)Book Frederik Dörfler-Trummer – HipHop Aus Österreich – Lokale Aspekte Einer Globalen Kultur (Transcript)
Raf Camora, Yung Hurn, Moneyboy – der Deutschrap-Mainstream aus Österreich klingt nach Tag der offenen Tür in der Geschlossenen. Dass es im Rap zwischen Boden- und Neusiedlersee noch mehr gibt als Gangsta-Gestampfe und Cloud-Chaos hat Frederik Dörfler-Trummer erforscht. Der promovierte Musikwissenschafter schlüpft in die Kicks und schreibt mit »HipHop aus Österreich« eine Doktorarbeit, die zwar nicht mit Falco beginnt, aber zugezogen maskulin daherkommt und in der Subkultur vieles zulässt: das Rappen im Dialekt zum Beispiel. »Waunst es gspiast, is des Voixmusik!« Christoph Benkeser
 

Gazal & Sookee – Awesome HipHop Humans – Queer_Fem_Rap Im Deutschspachigen Raum (Ventil Verlag)Book Gazal / Sookee – Awesome HipHop Humans – Queer_Fem_Rap Im Deutschspachigen Raum (Ventil Verlag)
2021 war das Jahr von #DeutschrapMeToo und eine Intervention wie diese von Gazal gemeinsam mit Sookee beim Ventil Verlag herausgegebene Anthologie dann eben doch leider mehr als notwendig. »Awesome HipHop Humans – Queer_Fem_Rap Im Deutschspachigen Raum« versammelt Beiträge von und mit unter anderem Ebow, dem MISSY Magazin, Jule Wasabi oder der Klitclique, genauso aber auch dem Hip-Hop-Chronisten Hannes Loh und … Fettes Brot!? Ja, so breit ist dieser Band aufgestellt und so reichhaltig sind dementsprechend auch die fast 400 Seiten, die unter anderem auch ein Literaturverzeichnis und Kurzporträts von Figuren aus der Szene für feministischen und queeren Rap im deutschsprachigen Raum enthalten. Hoffen wir mal, dass nun auch die Richtigen sie mal durchblättern und ihre Lehren draus ziehen. Kristoffer Cornils
 

Graham Sharpe – Vinyl Countdown (Oldcastle Books)Book Graham Sharpe – Vinyl Countdown (Oldcastle Books)
Graham Sharpe ist ein Babyboomer mit genügend Schotter, um rund um den Globus zu jetten, massenweise Vinyl zu hamstern und alles mit einer schicken Spiegelreflexkamera festzuhalten. Einer, der sich 3.000 Scheiben ins Wohnzimmer stellt und mit »Vinyl Countdown« einen Bildband macht – als Beweis dafür, wie er in Oslo, Warschau oder Neuseeland superseltene Pressungen im Ein-Euro-Korb ausgräbt. Kann furchtbar auf die Nerven gehen, weil: weißer Bloke labert über sein weißes Hobby. Oder dazu animieren, den nächsten Secondhand-Laden auseinanderzunehmen. Christoph Benkeser
 


DER GROßE VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.


Kelefa Sanneh – Major Labels A History of Popular Music in Seven Genres (Penguin Press) Kelefa Sanneh – Major Labels: A History of Popular Music in Seven Genres (Penguin Press)
Von Rock bis Country, von Hip-Hop bis Punk: Was die bereits Rot auf Gelb vom Cover herabwinkenden Genres miteinander zu tun haben, ist vor allem eins: Sie alle haben in den vergangenen Jahrzehnten die westliche Welt auf ihre Art und Weise ein bisschen verändert, sie vermeintlich demokratisiert und doch weiter gespalten. Der New-York-Times-Popkritiker Kelefa Sanneh geht in »Major Labels: A History of Popular Music in Seven Genres« den sozialpolitischen Implikationen und Auswirkungen von bestimmten Sounds, Genres und Subkulturen nach, vor allem aber, wie sie verschiedene Publika – und im US-amerikanischen Kontext sind das natürlich in erster Linie schwarze und weiße – voneinander trennten. So lässt sich »Major Labels« allerdings genauso als Manifest für eine grenzenlose Musikkultur lesen, in der vielleicht nicht alle gleich, zumindest aber unter einem Groove vereint sind – oder eher noch: sein sollten. Kristoffer Cornils
 

Kool Savas – King Of Rap – Die 24 Gesetze (Droemer)Book Kool Savas – King Of Rap – Die 24 Gesetze (Droemer)
Kollegah predigt zehn Boss-Gebote. Pff! Wer sein Leben wirklich ändern will, braucht keine Schwanzprothese, sondern 24 ehrliche Gesetze. Vom »King of Rap«. Für alle! Deshalb behauptet Kool Savas, über 368 Buchseiten im Droemer Verlag auf seine Kariere zurückzublicken. Vermutlich stimmt das sogar. Schließlich würden sich Ghostwriters für Sätze wie: »Der Sinn des Lebens, ist deinem Leben einen Sinn zu geben!« den rechten Arm abhacken. Aber Savas weiß natürlich, was Sache ist: »Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem anderen zu.« Christoph Benkeser
 

Laurent Fintoni – Bedroom Beats & B-Sides (Velocity Press)Book Laurent Fintoni – Bedroom Beats & B-Sides: Instrumental Hip-Hop & Electronic Music at the Turn of the Century (Velocity Press)
Nischengeschichtsschreibung: Es geht doch. Laurent Fintoni nimmt für »Bedroom Beats & B-Sides« eine weitgehend ges(ch)ichtslose und mittlerweile überwiegend im Netz agierende … ja, lässt sich überhaupt von einer Subkultur sprechen? In erster Linie ist die drei Jahrzehnte umspannende Geschichte, die der gebürtige Franzose bei seiner Reise über drei Kontinente erzählt, die eines Phänomens, das sich dank und mittels technologischer Neuerungen angefangen in den frühen Tagen des Boom-Bap-Sounds vom bloßen DJ-Tool oder obskurer elektronischer Musik zum YouTube-Kassenschlager mauserte und dabei die Welt langsam aber bestimmt im Sturm eroberte. Die alternative Chronik eines fest im Mainstream angekommenen Ansatzes und damit ein essentieller Beitrag zur Musikgeschichtsschreibung der vergangenen Jahrzehnte. Kristoffer Cornils
 

Lesley Chow – _ You’re History The Twelve Strangest Women in Music_ (Repeater)● ###HHV:XXXXX:Book### Lesley Chow – You’re History: The Twelve Strangest Women in Music (Repeater)
Irgendwo schreibt sicher gerade ein Manfred an einem Buch über Bob Dylan oder die Beatles. Vielleicht sogar zu Led Zeppelin. Daraus entstehen Wichsvorlagen für Oldtimerfans, ein Kanon zum Kotzen. Dass es auch anders geht, hat Lesley Chow gezeigt. In ihrem Buch »You’re History – The Twelve Strangest Women« in Music betrachtet sie Janet Jackson, Kate Bush oder Nicki Minaj und hört sich ihre Platten an, um Inhaltsanalysen über die Texte zu schreiben. Und Rihannas »Umbrella« für immer zu zerstören. Christoph Benkeser
 

Loren Glass – Carole King – Tapestry (33 13)Book Loren Glass – Carole King – Tapestry (33 1/3)
Während viele schon fieberhaft auf Sequoia L. Maners Monografie zu K-Dots »To Pimp a Butterfly« warten, lohnt sich genauso der Griff zu Loren Glass’ Buch aus Bloomsburys 33 1/3-Reihe, in welcher sich der Literatur- und Kulturwissenschaftler mit Carole Kings (Über-)Album »Tapestry« auseinandersetzt, dessen 50. Geburtstag Anfang dieses Jahres auch vom HHV.de Mag gefeiert wurde. Glass setzt das Album einerseits in Kontext von Kings eigener Biografie und ihrem Werdegang als Songwriterin, geht aber genauso den musikhistorischen Querverbindungen zum Feminismus der späten sechziger und frühen siebziger Jahre nach. Mehr noch sieht er in »Tapestry« einen entscheidenden Wendepunkt weg von den Girl Groups der frühen Pop-Ära hin zu einem reiferen, selbstbestimmten Selbstausdruck von Frauen in der Musikwelt, der noch bis zu den Riot Grrrls und darüber hinaus nachhallt. Kein bloßes Buch über eine Platte also, sondern ein historischer Tiefenexkurs im Kurzformat. Kristoffer Cornils
 

Marie Staggat & Timo Stein: HUSH - Berlin Club Culture In A Time Of Silence (Foto)Book Marie Staggat & Timo Stein – Hush – Berlin Club Culture In A Time Of Silence (Parthas)
Anderthalb Jahre standen die Dancefloors Berlins still und doch ist im rasenden Stillstand viel passiert. Das gemeinsame Buch »Hush – Berlin Club Culture In A Time Of Silence« der Fotografin Marie Staggat und des Journalisten Timo Stein dokumentierte in visueller Hinsicht das kaum Darstellbare und stellte den mit einem außergewöhnlichen Blick fürs Detail eingefangenen Stillleben aus den Hedonismuszentren dieser Stadt sehr lebendige zweisprachige Porträts und Interviews mit den Menschen nebenan, die darin nicht nur ihrer Arbeit nachgehen, sondern in ihnen Nacht für Nacht Parallelwelten eröffnen – normalerweise, heißt das zumindest. »Hush« ist ein genauso empathisches wie emphatisches Buch: Vergesst doch bitte nicht, was Clubs und erst recht die Menschen dahinter uns bedeuten! Kristoffer Cornils
 

Martin James – State Of Bass (Velocity Press)Book Martin James – State Of Bass (Velocity Press)
Neben »Who Say Reload« (siehe unten) ist »State of Bass« das zweite Standardwerk über UK-Breakbeat-Kultur, das Velocity Press uns in kurzer Zeit beschert hat und ey, wer will sich darüber ernsthaft beschweren? Richtig, niemand. Martin James’ erstmals im Jahr 1998 und also am uncoolen Ende der Metamorphose von Jungle hin zu Drum’n’Bass erschienenes Buch ist allemal weniger vom Drunter und Drüber verschiedener Stimmen aus der Szene geprägt als Terzullis Oral History, keineswegs aber frei von persönlicher Prägung: Hier schreibt ein glühender Fan und musikalischer Akteur der Community über das, was er am meisten liebt. Weil James darüber aber seine Pflichten als Historiker nicht vergisst, ist »State of Bass« das unumstößliche Standardwerk par excellence, zumindest in diesem Format. Also: Die »DJ-Kicks« von Kemistry & Storm rauskramen, Finger angeleckt und losgeblättert. Massive! Kristoffer Cornils
 

Paul Terzulli – Who Say Reload (Velocity Press)Book Paul Terzulli – Who Say Reload (Velocity Press)
»Hätte man 1989 eine Jungle-Platte aus dem Jahr 1993 aufgelegt, alle hätten gewusst, wie die Zukunft klingt«, schrieb Culture-Clasher Mark Fisher. 1993 war der Hype real und der rumble im Jungle das große Ding. In Nordengland fetzte man Amen-Breaks in den digitalen Fleischwolf und presste einen Sound aus den Speakern, die für Chaos im Warehouse sorgten. Paul Terzulli zeichnet die Jungle-zu-Drum’n’Bass-Bewegung in »Who Say Reload« anhand von Bängern und Beteiligten, die noch einmal zurückhören, minutiös für Velocity Press nach. Christoph Benkeser
 

Questlove – Music Is History (Abrams)Book Questlove – Music Is History (Abrams)
Questlove ist einer von geschätzt fünf Menschen auf diesem Erdball, der sich einen behämmerten Titel wie »Music Is History« aufs Buchcover schreiben kann und damit durchkommt. Klar, weil: Der Typ war nicht nur überall höchstpersönlich mit dabei, sondern hat auch selbst Musikgeschichte geschrieben. Dabei geht es ihm wie Kelefa Sanneh in »Major Labels« (siehe oben) allemal darum, mehr als nur von Tunes, Alben und Konzerten zu berichten, sondern vielmehr ein Psychogramm der USA über fünf Jahrzehnte hinweg zu entwerfen. »Music Is History« ist genauso ein Buch über Musik, wie es der Wandlungen schwarzer Identität und Selbstverständnisse nachgeht und welche Wirkmacht ein simpler Groove in der kollektiven Wahrnehmung haben kann. Dass Questlove – zugegeben: mit ein bisschen (mehr) Hilfe von Journalist Ben Greenman – auch ähnlich entspannt und doch sattelfest schreibt, wie er Schlagzeug spielt, macht die Sache dann endgültig zu einer runden Angelegenheit. Kristoffer Cornils
 

Sheldon Pearce – Changes. An Oral History of Tupac Shakur (Simon & Schuster)● ###HHV:XXXXX:Book### Sheldon Pearce – Changes. An Oral History of Tupac Shakur (Simon & Schuster)
13. September 1996 starb Tupac an den Folgen von Schussverletzungen. Oder wurde von Aliens entführt. Wer sich via Telegram-Channels nicht gerade den Kurs in angewandter Verschwörungstheorie reinzieht, weiß, was Sache ist – so wie Sheldon Pearce. Der New-Yorker-Journalist hat mit »Changes. An Oral History of Tupac Shakur« ein Buch über den Mann geschrieben und dafür mit vielen Leuten aus seinem Umfeld gesprochen. Spoiler: Niemand hat Tupac dabei gesehen, wie er an Cocktails in Kuba nippt. Sheesh! Christoph Benkeser
 


DER GROßE VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS.

Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 11.12.2013
2013
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Es war ein richtig gutes Jahr für alle Musikconnaisseure. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 1 der Liste…
Books Review | verfasst 26.07.2013
Ahmir »Questlove« Thompson
Mo' Meta Blues: The World According to Questlove
»Mo‘Meta Blues« ist eine der wenigen Biografien, die man gelesen haben muss. Weil hier einer der spannendsten Künstlern des HipHop schreibt.
Music Kolumne | verfasst 10.02.2021
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Review | verfasst 18.10.2011
Various Artists
Soma Records - 20 Years
Das Glasgower Label Soma Records wird 20 Jahre alt und feiert das Jubiläum mit einer stattlichen Compilation.
Music Kolumne | verfasst 12.06.2013
Zwölf Zehner
Mai 2013
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt | verfasst 20.01.2022
Records Revisited
Daft Punk – Homework (1997)
1997 hat das französische Duo Daft Punk ihr Debütalbum »Homework« veröffentlicht und seit dem eine beispiellose Karriere hingelegt. Das Album war damals noch kein Mainstream, sondern knarzende, knisternde House-Music.
Music Review | verfasst 13.12.2011
Kool Savas
Aura
Noch vor geraumer Zeit kündigte der König höchstpersönlich an, dass die SP1200 über Ebay schon ersteigert sei und er
Music Review | verfasst 04.07.2007
Kool Savas
Tot oder Lebedig
Freshe, neue Flows und verrückte Reimkonzepte sind die großen Stärken von Kool Savas – das stellt er auf »Tot oder lebendig« unter Beweis
Music Essay | verfasst 02.05.2016
Das Phänomen Taktloss
Der Undertaker des Deutschrap
Geliebt, gehasst, als lächerlich empfunden, zum Genie erklärt. An Taktloss scheiden sich die Geister. Bei seinem letzten Konzert wollen trotzdem alle dabei sein. Doch was ist es genau, das Taktloss so besonders macht?
Music Porträt | verfasst 28.09.2017
Savas & Sido
An die Spitze aus dem Royal Bunker
Im Royal Bunker, dem Freestyle-Treff und Rap-Trainingslager in einem Keller mitten in Berlin, liegt der Keim, der Deutschrap vor gut 20 Jahren verändern sollte. Zwei der Protagonisten dieser Veränderung sind Kool Savas und Sido.
Music Interview | verfasst 21.11.2007
Kool Savas
»Eine korrekte Runde«
Nach über fünf Jahren Wartezeit bringt der selbsternannte »King of Rap« Kool Savas sein zweites Soloalbum raus. Was Savas wissenswertes über sein Album und andere Dinge zu sagen hatte, außer dass das Album wirklich wichtig ist: lest selbst.
Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Music Kolumne | verfasst 21.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Was hatte 2011 musikalisch zu bieten? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben wir uns einem selbstauferlegten Stresstest unterzogen und auch eine eigene Ratingagentur gegründet, um die 50 Alben des Jahres zu sondieren.
Music Kolumne | verfasst 23.12.2011
Jahresrückblick 2011
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2011 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Liste | verfasst 19.12.2012
2012
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
So unterschiedlich wie lange nicht mehr waren die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 1 der Liste.
Music Liste | verfasst 19.12.2012
2012
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
So unterschiedlich wie lange nicht mehr waren die musikalischen Höhepunkte des Jahres. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 2 der Liste.
Music Liste | verfasst 17.12.2012
2012
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2012 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Liste | verfasst 21.12.2012
2012
Die Texte des Jahres
Nachdem wir euch die besten Platten und Videos des Jahres präsentiert haben, soll es hier darum gehen, wie das musikalische Jahr kontextualisiert und begleitet wurde: In unseren Vinyl-Charts und einer Nachlese des Mags.
Music Kolumne | verfasst 09.12.2013
2013
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos in 2013 stellen wir euch die, unserer Meinung nach schönsten Visualisierungen vor.
Music Kolumne | verfasst 12.12.2013
2013
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Es war ein richtig gutes Jahr für alle Musikconnaisseure. Wir haben uns durch Alben und Mini-Alben gehört und 50 Highlights zusammengetragen. Lest hier Teil 2 der Liste…
Music Kolumne | verfasst 16.12.2013
2013
Die Texte des Jahres
Nachdem wir euch die besten Platten und Videos des Jahres präsentiert haben, soll es hier darum gehen, wie das musikalische Jahr kontextualisiert und begleitet wurde: In unserer Nachlese aus den Magazintexten dieses Jahres.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Liste | verfasst 17.12.2014
2014
Die 15 Musikvideos des Jahres
Bevor das neue Jahr beginnen kann wird es Zeit das Vergangene Revue passieren zu lassen. In unserem Rückblick über die 15 besten Musik-Videos 2014 stellen wir euch die Musikvideos vor, die uns in Erinnerung geblieben sind.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Essay | verfasst 20.01.2016
Jahresrückblick 2015
Am Ende der Echtzeit
Die Welt fühlte sich 2015 zunehmend realer an. Ganz im Gegenteil die Pop-Musik: Sie war so künstlich wie nie zuvor. Wir blicken auf ein Jahr, in dem das Unechte zur Gewohnheit wurde und nur noch eines so richtig echt blieb: die Sehnsucht.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Kolumne | verfasst 12.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 12-inches
Was ist eine 12inch? Die Defintion ist schwammig, wir haben uns für Maxi-Singles und EPs entschieden. Damit standen wir vor einer unüberschaubaren Menge an Material – und haben uns für die 20 besten entschieden.
Music Kolumne | verfasst 15.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Reissues
Wir hatten in diesem Jahr mehr Schwierigkeiten uns auf die essentiellen Reissues festzulegen als auf die besten Neuerscheinungen. So viel teures Wishlist-Material wurde dieses Jahr wiederveröffentlicht. Aber hier ist sie nun: unsere Top 50.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 20 Compilations
Wenn man rein den materiellen Wert der einzelnen hier versammelten Stücke zusammenzählen würde, käme man auf ein Vermögen. Aber das ist nur der oberflächlichste Grund, warum die folgenden Comps essentieller Stuff sind.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Reissues
Der Reissue-Markt als Wunschkonzert, 2017 fühlte es sich zuweilen so an. Unfassbar, welche Mengen an seltenen, obskuren und seltenen und obskuren Platten dieses Jahr neu aufgelegt wurden.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 50 Albums
Die musikalischen Statements wurden dieses Jahr nicht mit Ausrufezeichen gemacht. Sondern mit Kommata und Gedankenstrichen. Kaum große Mäuler, aber viel dahinter. Wenig Hits, viel Musik.
Music Kolumne | verfasst 01.12.2017
Jahresrückblick 2017
Top 20 12-inches
Das Kurzspielformat ist immer noch vor allem für DJs. Deshalb findet sich in dieser Liste vor allem Musik, die zumindestens in der Nähe der Tanzfläche irgendwas Komisches macht. So einfach ist das.
Music Essay | verfasst 19.12.2017
Jahresrückblick 2017
Fourth World Problems
Fourth World Music: etliche Alben, Compilations und Reissues widmeten sich 2017 dem Thema. Offenbar gab es in diesem Jahr eine hohe Nachfrage nach Utopie. Aber handelt es sich bei dem Phänomen nicht vielmehr um eine bittere Realität?
Music Kolumne | verfasst 29.06.2018
Halbjahresrückblick 2018
50 best Vinyl Records so far
Techno ohne Kick und Snare, kunstvolles Gurgeln, Musik, zu der Buckelwale ihre Babys beisetzen: alles drin unter den 50 Schallplatten, die uns die erste Jahreshälfte 2018 bislang besonders versüßt haben.
Music Kolumne | verfasst 29.11.2018
Jahresrückblick 2018
Top 50 Albums
Ein Album aufzunehmen ist schon lange keine Geste der Verlegenheit mehr, es kommt immer einem Statement gleich. Das Album ist mittlerweile kein Format mehr, sondern ein Genre, das gemeistert werden will – und das gemeistert wird.
Music Kolumne | verfasst 29.11.2018
Jahresrückblick 2018
Top 50 Reissues
In immer entlegenere Nischen wurde in diesem Jahr nach Reissues geforscht: bei indigenen Völkern, in mexikanischen Planetarien oder in den 1980er Jahren in Belgien aufgeführten Theaterstücken. Wir haben euch mal die besten herausgesucht.
Music Kolumne | verfasst 29.11.2018
Jahresrückblick 2018
Top 20 Compilations
Die Compilations haben sich in diesem Jahr zur Königsdisziplin unseres Jahresrückblicks entwickelt. Was? Ja, wir waren auch überrascht. Aber es ist so: der Mehrwert solcher Beiträge ist enorm.
Music Kolumne | verfasst 29.11.2018
Jahresrückblick 2018
Top 20 12inches
Die Vinyl 12inches sind auch in diesem Jahr wieder weitestgehend Musik für den Club vorbehalten. Eine gute Nachricht! Denn 2018 ging mehr als nur die Snare auf zwei und vier. Was das im Einzelfall bedeutet, müsst ihr schon selbst lesen.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Albums
Ein Jahr verstreicht, ein Jahrzehnt ist zuende. Der wichtigste Rohstoff dieser Zeit? Einigkeit. Auf diese 50 Schallplatten konnten wir uns einigen. Friedlich! Hurrah! Diese Liste ist die Welt, in der wir leben wollen. So einfach ist das.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 20 12inches
Dance Music dominiert bei den Vinyl 12"s des Jahres 2019. Aber das ist doch nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Denn diese Auswahl zeigt: alles ist erlaubt auf dem Dancefloor und muss es ogar sein.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 50 Reissues
Auch 2019 haben uns fleißige Plattenlabels Musik von gestern für ein besseres Morgen zur Verfügung gestellt. Wir haben 50 Schallplatten herausgesucht, die uns besonders in Erinnerung geblieben sind.
Music Kolumne | verfasst 02.12.2019
Jahresrückblick 2019
Top 20 Compilations
Die Compilation ist der Endgegner jedes Jahresrückblicks. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn zehn bis zwanzig ganz unterschiedliche Tracks zusammenkommen, ist das Ergebnis nur in 1% der Fälle überzeugend. Wir haben trotzdem 20 rausgesucht.
Music Porträt
Records Revisited
Daft Punk – Homework (1997)
1997 hat das französische Duo Daft Punk ihr Debütalbum »Homework« veröffentlicht und seit dem eine beispiellose Karriere hingelegt. Das Album war damals noch kein Mainstream, sondern knarzende, knisternde House-Music.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.