Music Kolumne | verfasst 03.10.2013
Zwölf Zehner
September 2013
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj, Pippo Kuhzart

Zehner 09-2013-01Find it at hhv.de: CD Die Kölner Mag-Delegation liebt Drake. So sehr, dass wir unsere Gedanken bündeln mussten. Weil man den guten Aubrey immer direkt psychoanalysieren will und aber gleichzeitig auch chirurgisch präzise Snares ehren muss. Weil Drake Drake ist.

Paul Okraj: 20 Millionen hat Drizzy Drake mit dem letzten Album gemacht. Jetzt will er keine Radiotracks mehr machen, sie spielen ihn erst Recht. Ist er deshalb so wütend?
Florian Aigner: Das ist irgendwie so niedlich, dass er das ganze Intro eigentlich total verunsichert ist und immer von außen auf sich schaut. Komplett das Gegenteil von Cake Cake Cake Carter.
Philipp Kunze: Und das ist halt trotz aller Sich-Selbst-Von-Außen-Sehen-Scheiße, Ego-Balls-Brust-Raus-Drizzy. Um es in Drakes Worten zu sagen: er fängt mit jedem Beat ’ne Affäre an, lebt sich so richtig aus, aber geht dann weiter. Ohne zu jammern, zumindest hier. Drake hat sich auf dem Intro selbst gefunden Warum habt ihr den von allen Songs gewählt?
Florian Aigner: Schon weil der quasi ein Album innerhalb des Albums ist und inhaltlich am relevantesten. Paul wollte ursprünglich »Pound Cake«, ich »The Language«, aber »Tuscan Leather« ist alles auf einmal.
Philipp Kunze: Einerseits findet er sich ultrageil, klar that new Drizzy Drake, that just the way it goes, andereseits pienst er Nicki hinterher und gesteht Fehler ein und schickt dann aber noch Lehrerbotschaften raus (You have to accept no one except yourself) – somewhere between iconic and völlig von der Rolle. DIE Kunstfigur Drake gibt es nicht, es gibt Aubrey, einen scheiss fehlbaren Dude. Aber trotz aller Zerissenheit und drei verschiedener Beats, schafft er es alles miteinander zu verbinden und in eine Musikalität umzusetzen, die Rap-Musik so nicht kennt und mit der sich Aesop-Rock-Fans immer noch unbedingt schwertun wollen.
Paul Okraj: Ihr und eure Metakritik. Können wir dennoch feststellen, dass das der beste Heatmakerz Beat seit Tha Mobb ist? Dieses zurückgedrehte Sample, das Arrangement und die Stelle, an der Boi-1da mehr Druck auf die Snare legt. Da steckt Power dahinter. Wenn man dagegen »Over My Dead Body« oder »Fireworks« vom den vorherigen Alben als Maßstab nimmt, stellt man fest: Drake hat was zu sagen!
Phillp Kunze: Unbedingt festhalten, ja!
Florian Aigner: In a comfortable bed.

LISTEN

Zehner 09-2013-02Find it at hhv.de: 2LP+DVD Bereits älteren Kalibers, erhellt »Housem« in einer neu gemasterten Version auf Damiano von Erckerts hervorragendem Debütalbum »Love Based Music« nun in voller Pracht. Untermalt von klarer, zischender Percussion windet sich ein euphorisches Frauenstimmchen durch einen Klangteppich opulenter Strings und rollender Bässe, nimmt im Mittelteil nochmal Anlauf und entwickelt sich gegen Ende zu einem wahren Floorfiller erster Güte. So schön, so gut. Besonderes Augenmerk sei hierbei auf von Erckerts erquickenden Umgang mit den Stimmsamples gelegt, die in kurzen Passagen wiederholt, gefiltert, gecuttet oder losgelassen werden, in ihrer Vielfakt stets organisch bleiben und so zum Großteil zur Intensität des Stückes beitragen.

LISTEN

Zehner 09-2013-03 Ja, auch nach zahllosen Repeat-Bemühungen ist die Wahrscheinlichkeit sich an keine Line aus »Short Texas« zu erinnern recht groß. Das liegt nicht unbedingt an Western Tinks entspannter, texanischer Delivery, sondern vor allem an diesem ungemein dominanten, melancholischen Saxofon-Loop, das Beautiful Lou brillant mit einer gesrewten Hook und kristallinen Drums kombiniert. Der bisherige Geniestreich eines Produzenten, der nicht nur schon die A$AP-Meute mit Hitze versorgt hat, sondern bisher auch der einzige Grund war einen Kitty Pryde Song mehr als einmal zu klicken.

LISTEN

Zehner 09-2013-04Find it at hhv.de: 2LP Wie eine Werkshalle mit offenem Dach, in der im Nebel die dunklen Wolken im Zeitraffer vorbeiziehen, rattert Huerco S’ »Quivira« mit der Präzision deutschen Maschinenbaus durch ein dystopisches Klangbild mystischer Klangfarben. Unaufdringlich, aber bestimmt folgt die Percussion ihrer Programmierung, von den im Hintergrund immer dichter und erdrückender aufziehendenden Störcollagen sichtlich unbeeindruckt. Outsider House nennen das in Ermangelung einer Kategorie die einen, ich werfe den Begriff Industrial Ambient hiermit ins Feld und möge man sich hierüber auch streiten wollen oder eben nicht: Music for the head bleibt das allemal.

LISTEN

Zehner 09-2013-05 Der Trägheit amerikanischer Vinyl-Presswerke haben wir in diesem Jahr schon so einige Verzögerungen zu verdanken, Seven Davis Jr.’s Debüt auf Jay Simon’s Must Have Records sei nur als akutes Beispiel exemplarisch genannt. Als fulminanter Nebeneffekt dieser stockenden Produktionsprozesse treten dann solche Erscheinungen wie »Controversy« zutage, die uns die Wartezeit auf die langerwartete EP so manierlich verkürzen. So haut dieser Seven Davis Jr., dessen nähere Existenz gerade erst durchleuchtet wird, also über Soundcloud diese Prince-Coverversion einfach so vom Stapel, dass mir die Stimme stockt. Da atmet einer ganz tief eben jene selbstgenannten Einflüsse zwischen Sammy Davis Junior, Burt Bacharach, Prince, Jimi Hendrix, Aretha Franklin, The Beatles, Al Green, Stevie Wonder, David Bowie und Michael Jackson frei vor der Lunge und weiß diese progressiv aber mit jedweger Leichtigkeit auf House zu übertragen. Ein neuer Liebling der House-Szene scheint hier prädistiniert dafür, die Nachfolge von Romanthony oder Peven Everett anzutreten, die wie keine Zweiten Soul und House assoziieren konnten. Andererseits erinnert mich dessen Soundentwurf irgendwie auch an das Frühwerk der Sa-Ra Creative Partners, die – die Geschichte ist bekannt – früh genug verheizt (überbewertet) wurden. Die Zukunft wirds zeigen, Kutmah, Fubkineven, Kyle Hall und fLako sind bereits große Fans, eigentlich kann nichts schief gehen, oder um es mit Prince zu sagen: Life is just a game, were all just the same. Ähh. Controversy.

LISTEN

Zehner 09-2013-06Find it at hhv.de: 2LP Frau Lobo hat sich durchaus Zeit damit gelassen, das Highlight des aktuellen Tropic Of Cancer Albums zu veröffentlichen. Bereits vor über einem Jahr hauchte sie die kaum verständlichen Lyrics von »Court Of Devotion« für das Kunstprojekt Room 205 ins Mikro, flankiert von Bestattungsunternehmens-Deko und dieser Bernard Sumner Gedächtnis-Gitarre, so unterkühlt, so unnahbar, sprich so großartig wie immer. Album kaufen, ist klar.

LISTEN
 

Zehner 09-2013-07Find it at hhv.de: 12inch Hiermit sei erklärt: Wir haben gar keine Bedenken eine Platte zu besprechen, von der wir gerade mal die schwachkodierte einminütige Vorschau vorliegen haben. Aber hey, die Doppelcopies waren bis zur Deadline noch nicht eingetroffen und die Youtube-Leaker liessen uns auch im Stich. Anyway, handelt es sich doch um Omar-S und dessen Snippetvorschau, nicht mehr als ein Rhythmtrack, versetzt und auch so schon in Ekstase. Das geht, frei nach der Devise: it can be done but only Omar-S can do it. Immer und immer wieder schafft der das, unser Mann aus der Motor City, der hat damit per se den Zehner-Stammplatz sicher.
Jetzt zum Track: Beispielhaft wie er hier die Kickdrum für eine Viertelnote aussetzt und fortan die vielen Rimshots um die Ecke leiert. Spätestens nach dem vielen Echo auf den Claps ist sicher – das hier ist abermals Drumcomputermagie, wie sie fast nur aus Detroit kommen kann. Und allerspätestens wenn die 12inch erstmal da ist, dürfte »U heard what da man said muthafukka!!« sogar noch in der Reihenfolge steigen.

LISTEN

Zehner 09-2013-08 »And Again« ist Wileys Comeback Party. Zurück auf Big Dada, zurück mit Grime, zurück mit God’s Gift Rudeboy-Chants, befreit von fiesen Festival-Veranstaltern rappt Wiley hier nach eigenen Auskünften wie über einen alten Roll Deep Beat und wir nehmen das direkt zum Anlass mal wieder »Playtime Is Over« in voller Länge auf den Teller zu werfen. Thanks for the reminder, legend!

LISTEN
 

Zehner 09-2013-09 Ach schön, Kyle Hall macht mal wieder einen dieser schüchtern in den Raum stolpernden und sich langsam über torkelnde Synth-Layers mehr Platz verschaffenden Tracks, der zugleich die Großflächigkeit Detroit’scher Lehrmeister evoziert, aber gleichzeitig so leichtfüßig kickt wie ein früher Ugly Edit. Die im Original von Nosaj Thing platzierten Toro Y Moi Vocals schenkt sich Hall fast komplett, eine Entscheidung, die gar nicht so trotzig ist, wenn man auf solch einem eleganten Groover sitzt, dem nichts hinzuzufügen ist. Erinnert mich das jetzt auch noch irgendwie an Floating Points vor seinem Jazz-Freakout, oder spinne ich?

LISTEN

Zehner 09-2013-10Find it at hhv.de: 12inch Und zum Schluss gleich noch so ein traditionsbewusstes Gründerväter-Ding. Mark Pritchard macht ja nun schon seit gut zwei Jahrzehnten was er will, aber einen solch geradlinigen, chicagoesken Remix mit lieblichen Melodien und Analogfetisch zu hören, hätte man in seiner aktuellen Schaffensphase nicht unbedingt erwartet. »Vendetta« beginnt wie einer dieser romantischen Virgo Four Throwbacks ihres letzten Albums, zelebriert dann anschließendn einen kurzen, aber intensiven Klimax mit einer Carl Craig Säge-Bassline und schleicht dann verknallt mit dem Anfangsmotiv nach Hause. Dafür kann man sich dann auch gerne mal zehn Minuten Zeit lassen.

LISTEN

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.07.2014
Zwölf Zehner
Juni 2014
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 08.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 50 Alben
Vielleicht ist es das Einzige, das man zu einer Liste mit Schallplatten zu diesem Jahr 2016 sagen kann, in der man nicht einfach nur über Musik reden kann: dass es bereichert, diesen 50 Alben (und 2 Mixtapes) zuzuhören.
Music Review | verfasst 09.07.2011
Big Strick
Detroit Heat
Mit seinem Debütalbum Detroit Heat bringt Big Strick die gesamte Essenz amrikanischer House- und Techno-Musik auf den Punkt.
Music Interview | verfasst 28.03.2011
Big Strick
Strickly analogue, Baby!
Nach zwei EPs auf FXHE, veröffentlicht Big Strick, seines Zeichen Cousin von Omar-S, dieser Tage sein Debütalbum Detroit Heat. Paul Okraj unterhielt sich mit einem ehrlichen Leonard Strickland aus der Motor City.
Music Kolumne | verfasst 31.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 2)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 05.02.2014
Zwölf Zehner
Januar 2014
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 12.11.2014
Zwölf Zehner
Oktober 2014
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 30.12.2013
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2013 (Teil 1)
Streitbar, scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip-Hop, Trap, Kanye und Post-Everything. Das Kolumnen-Duo plus Kunze schließt das Jahr 2013 mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2011
Zwölf Zehner
März 2011
Der März ist um, es lebe der März. Florian Aigner und Paul Okraj lassen den Monat März Revue passieren und destillieren in der neuen Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 06.06.2012
Zwölf Zehner
Mai 2012
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 28.11.2012
Zwölf Zehner
November 2012
Willkommen (fast) im Dezember. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 02.02.2015
Zwölf Zehner
Januar 2015
Willkommen im Februar. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Januar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 09.05.2014
Zwölf Zehner
April 2014
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 05.09.2014
Zwölf Zehner
August 2014
Willkommen im September. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat August musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 11.08.2014
Zwölf Zehner
Juli 2014
Willkommen im August. Etwas spät, aber es war ja auch Urlaub. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 18.11.2011
Drake
Take Care
Stimmungsvoll und eigen und doch ungeheuer eingängig: Drake gelingen hier gleich mehrere Spagate und so das beste Rap(related)-Album 2011.
Music Review | verfasst 30.09.2013
Drake
Nothing Was The Same
Drake macht einen »Classic«? »Nothing Was The Same« muss man jedenfalls in den Kanon der besten Rap-Alben aufnehmen. Ja, Punkt.
Music Review | verfasst 13.05.2015
Drake
If you're reading this it's too late
Kaum jemand trifft mit seiner Idee von Musik im Moment so sehr den Nerv der Zeit wie Drake…
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Liste | verfasst 10.12.2015
Jahresrückblick 2015
Die 50 Alben des Jahres
Wir haben ein-, um- und aussortiert. Am Ende stehen die für uns besten/wichtigsten Alben des Jahres. Bei unsere Auswahl haben wir gemerkt: Sie sagen auch etwas darüber aus, wie das Jahr 2015 für uns war.
Music Kolumne | verfasst 16.12.2015
Jahresrückblick 2015
Vinyl-Sprechstunde Recap
Sieben Alben hatten unsere Autore 2015 in unserer Sprechstunde. Fünf davon (eines hatten Zugezogen Maskulin besprochen) haben sie sich zur Nachbesprechung bestellt. Haben sich die Diagnosen gehalten?
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.