Music Kolumne | verfasst 06.11.2013
Zwölf Zehner
Oktober 2013
Willkommen im November. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Text Florian Aigner, Paul Okraj

Sido - 30/11/80 Der Paul ist ja nun nicht der erste, der in letzter Zeit mit Nostalgie-Posse-Cuts Versöhnungsangebote an die Nörgler machte, man denke nur an Max The Voice Herre, aber Sido treibt diesen Plan auf die Spitze. Klar, MoTrip muss bei sowas immer dabei sein, weil der mit seiner Eleganz auch die ganzen RAG-Fans von damals beschwichtigt kriegt, nachdem sie sich durch die Tumbheiten von Manny Marc und Frauenarzt quälen mussten, aber dass Sido 2013 tatsächlich Smudo, diesen einen von Fettes Brot und Moses Pelham auf einen Track packt, das ist schon irgendwo grundsympathisch. Da fällt es auch nicht weiter ins Gewicht, dass Smudo sich immer noch nicht traut Penis zu sagen und immer noch Sachen reimt, für die sich andere beim Dichten für Goldene Hochzeiten schon schämen würden. Moses hingegen klingt so raumfüllend und – Achtung YOLO-Vokabular – bosshaft, dass man über deren damalige Auseinandersetzung noch mehr lachen muss als ohnehin schon. Ach ja, dann ist da ja noch ein gewohnt ehrgeiziger Eko, die wiedermal großartig flowenden Lakman und Banjo, die bedrohlichste Bushido-Strophe seit Bordstein, Laas’ referenzielle Streber-Strophe und der konsequent in üblicher B-Tight-Manier unterwältigende Schluss. Dazwischen kauft Tarek seiner Dame noch eine Burka von Rocawear und Sido macht sich Sorgen um seine grauen Haare. »30/11/80« hat Längen, unfreiwillige Komik, ist null stringent und trotzdem als Pulsmesser für deutschen Rap ein unglaubliches Dokument. Und gerade wenn man diese Einsicht hat, stolpert auf einmal der Green Eyed Bandit rein und grüßt uns mit einem dreifachen Ho. Surreal.

LISTEN

Camp Inc - The Land Endlich, endlich, finally! Was habe ich auf diesen Track gewartet, so dass dieser endlich auf Vinyl veröffentlicht wird. Nun gut, das Digitalrelease geht in diesem Monat vor, ehe Camp Inc‘s The Land dann im Januar auch auf 12inch zu haben sein wird. Ich freue mich dennoch wie Holle. Damals nämlich, vor zwei Jahren ungefähr, hörte ich diesen Track zum ersten Mal bei einem DJ Set von Camp Inc im Kölner Gebäude 9 und war vom Fleck weg begeistert wie irritiert. Was zum Teufel war das, das in dieser grandiosen Art und Weise mit seinen stotternden 707-Gedonnner und dieser humorvollen Bassline zur Hochzeit von Acid und Italo ansetzte und selbst von Adonis’ Überklassiker »No Way Back«, das auf diesen Track folgte, nicht die Butter vom Brot nehmen ließ. Das war einer dieser Momente. Wenige Tage später wurde ich auf Soundcloud fündig, erfuhr, dass das stück gar selbst von Camp Inc stammt und auf den Projektnamen »Deutschland Gotta Disco« hört. Welch ein Name, welch ein Statement. Soviel dazu. Jetzt ist sie da. Zugeben, durch die Namensänderung zu »The Land« geht dem Stück etwas an Charme verloren. Deutschland braucht immer noch Disco. Dank Leuten wie Camp Inc. schaue ich aber optimistisch in die Zukunft.

LISTEN

Johnny Sinco - They Gave The Wrong Young Nigga Money Ach, wat schön, noch so eine Migos-Hook, dieses Mal aber gebettet auf einen Beat, der ein bißchen so klingt, als hätte Zaytoven 40s Backups heimlich auf einen USB-Stick gezogen und für einen schmierigen Stripclub in Atlanta aufgeplustert. Dazu nuschelt sich Johnny Sinco durch fantastisch lieblose Verse, in denen ’Gattis, Benzes und der ganze andere eskapistische Scheiß abgehakt werden, um dann mit einem unglaublich am Takt vorbeigekackten, inhaltlich schwer postmodernen Chorus dieser ganzen Farce die Krone aufzusetzen. Das kann man jetzt wieder als Untergang des Abendlandes zu Tode intellektualisieren oder aber sich überlegen wie man diese Hook in politisch verträglicher Form in seinen Alltag integrieren kann als minimal-pigmentiertes Wohlstandskind.

LISTEN

Jaakko Eino Kalevi - No End Nicht dass das nicht eh schon jeder wüsste, aber Finnen sind wunderbare Menschen, ausnahmslos, immer. Und dieser Jaako Eino Kalevi sowieso. Auf einem Sidelabel von Domino wird er eine tolle Platte veröffentlichen, er trägt Rollkragenpullis mit Mittelscheitel und schafft es auf »No End« nicht nur die unaufdringlichste Saxophon-Hook des Jahrtausends zu schreiben, sondern auch, dass ich mir wünsche, dass dieses verdammte Keyboard-Solo gen Ende noch fünf Minuten länger dauert. Dazwischen harmonisiert Jaako (Finnen muss man immer duzen) mit Saud Khalifa und alles ist so schön schluffi-träumerisch, aber dennoch arschfunky. Es tut ein bißchen weh, aber Kindness: du wurdest ersetzt.

LISTEN

Dam Funk & Snoopzilla - Faden Away Zwanzig Jahre nach Doggystyle propagiert Snoop nicht lediglich eine G-Funk-Era, nein, im Jahre 2013 findet er diese wieder. Tatsache. Schuld daran, oder zum Glück dafür verantwortlich ist Stones-Throw’s-Chef-Funkateer Dâm-Funk, der Snoop für das gemeinsame Projekt gewinnen konnte. Dass die beiden sich gut verstehen und nicht nur digitale Spuren hin- und herschicken, davon zeugen hübsch dokumentierte Treffen bei Instagram. Davon zeugt noch mehr das purpurne »Faden Away«, in dem Snoop sich von einem kristallinen P-Funk Marke George Clinton ähhh Dâm-Funk tragen lässt und mit seiner nonchalanten Stimmlage wenige Zeilen äusserst galant nach aussen trägt. In seinen eigenen Worten, me and Dâm-Funk, we capture the funk. Co-Sign. Gemeinsames Album ist geplant, hoffentlich kann Snoop darauf noch die Antwort liefern, wie die leicht grotesk anmutende Frage Can You smell me? zu verstehen ist, die auf »Faden Away« zwischen den Zeilen fällt. Ich warte gespannt.

LISTEN

Policy - Postscript 187Find it at hhv.de: LP Policy gehen für 100% Silk komplett Nüsse und cutten so rotzig wie lange nicht einen allürenfreien Jazzfunk-House-Tune zusammen, inklusive angedeuteter Fanfaren-Euphorie, UK-Pitchshifting und Breakbeats, die sich Amanda Brown vermutlich jedes Mal vertraglich zusichert. Fürs Finale macht das Duo dann die Claps noch schön laut und wir haben endlich (nach 2013er Internet-Maßstäben) wieder einen richtigen Hit auf Silk.

LISTEN
 

Robert Bergman – Volg De Vink Robert Bergman wirds nicht registrieren, aber sofern er das hier mitbekommt, kann er lesen, dass er auf seiner ersten Platte den großen Danny Wolfers aka Legowelt in den Schatten stellt. Dieser bestreitet nämlich die A-Seite einer Splitsingle, derer B-Seite wir uns hier widmen. Bergman’s »Volg de Vink« ist ein brachiales MPC-Monster, das das rohe ungefilterte Drumkit samt seiner töricht einfachen Bassline ungeniert in den Grenzbereich schleudert, ehe ein kurzgelooptes Orgelsample unaufhaltsam den Klimax ansteuert. Das ist so, wie soll ich sagen, das is so funkinevenmäßig, das hat der Promotext schon gut erkannt. Und hier sind wir ganz Fanboy. Von Legowelt auch, das nur am Rande erwähnt.

LISTEN

Summer Cem - Neue Bugatti Und heute gönnst du dir mal was und bist auf Shopping Tour? Wow! Schöne Fossil-Uhr! Zeilen wie diese tragen im Deutsch-Rap-Unterhaltungsmonat Oktober zu köstlichen Amüsementmomenten auf unseren Seiten bei. Den Summer Cem, den haben wir ohnehin gern. Der guckt nicht immer so bierernst, wenn er behauptet, dass er mit einem neuen Bugatti vorfährt, dass man meinen könnte, der gehörte tatsächlich ihm. »Neue Bugatti« heißt auch Summer Cems neue dadaistische Großtat, die sich durch ein debil verfremdetes Stimmsample auszeichnet, das durchgehend die neue Bugatti propagiert. Derart debil, kaum verständlich, orientalisch angehaucht setzt das Sample an Stellen ein, die passen oder eben nicht, dafür feiern wir unseren Summer Cem, diesen Chefcharismatiker, diesen Übermenschen mit seinem Haus auf Rädern.

LISTEN

Dwntmpo - Go Or Gogo Dwntmpo kommt aus Leipzig und produziert mit Vorliebe schlammig-dubbigen Zeitlupen-Techno. Das klingt dann nach häufig nach Modern Love oder wie die Schnuppervariante von Blackest Ever Black, mit »Go Or Gogo« aber choppt sich Dwntmpo einen veritablen House-Hit zusammen, basierend auf einem – genau – House-Hit, dessen Vocals er neu zusammensetzt und über eine cleane Bassline auf unter 110 BPM entschleunigt. Auch wenn sie hier nur zweitverwertet sind: der Kollege Okraj würde an dieser Stelle nun wieder sein Plädoyer für mehr Vocals in kontemporärer elektronischer Tanzmusik starten. Recht hätte er.

LISTEN

Vereker - Marked Boah, wer dachte die beiden Vereker EPs für L.I.E.S. wären schon schnörkellos gewesen, et voila: Trilogy Tapes veröffentlichen mit »Marked« einen Drumtrack mit minimaler Acid-Figur und einem Mastering, das nach überschwemmtem Keller klingt. Sechseinhalb Minuten torkelt das vor sich hin, wie eine Hieroglyphic Being Maxi mit nihilistischerem Impetus. Outsider House mag der abgedroschenste Begriff des Jahres sein, aber spätestens hierfür hätte man ihn ohnehin erfinden müssen.

LISTEN

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 06.01.2014
7 Days Of Funk (Snoopzilla & Dâm-Funk)
7 Days Of Funk
Snoopzilla & Dam-Funk – da kommt zusammen, was zusammen gehört. »7 Days Of Funk« ist der Lebenshauch fürs Genre.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 14.08.2013
Zwölf Zehner
Juli 2013
Willkommen im August. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Review | verfasst 17.03.2007
Redman
Red Gone Wild
Dass ich das noch erleben darf: Red Gone Wild kann tatsächlich im Handel erworben werden.
Music Review | verfasst 20.04.2011
Snoop Dogg
Doggumentary
Manches ist gut, vieles ist es nicht: Doggumentary fehlt es, stets mit einem Auge auf die Charts zielend, an Konsequenz und Kohärenz.
Music Kommentar | verfasst 20.11.2019
RSD Black Friday 2019
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2019 veröffentlichten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Review | verfasst 11.10.2009
Dâm Funk
Toeachizown
»Los Angeles’ Botschafter des Boogie-Funk« kennt, liefert mit Toeachizown ein beeindruckendes Debüt ab.
Music Review | verfasst 19.12.2013
Steve Arrington + Dam-Funk
Higher
Was mich an, als wäre es 1970! Steve Arrington und Dam-Funk legen ein Funk-Ding vor, das irgendwo zwischen All und Schlafzimmer liegt.
Music Bericht | verfasst 04.06.2012
Dâm-FunK
Live am 1.6. im Bohannon in Berlin
Dâm-Funk bewies am vergangenen Freitag in Berlin, was für ein hervorragender Musiker er ist. Ob einhändig am Keyboard, souverän an der Keytar oder lcoker-lässig am Schlagzeug, der Kalifornier beherrschte die Instrumente virtuos.
Music Porträt | verfasst 28.01.2010
Dâm-Funk
Wahrheit, Fantasie, Eskapismus und Funk
Der Kalifornier Dâm-Funk hätte auch einfach ein guter Friseur werden können. Doch nun gilt er mit seinen minimalistischen Funk-Exzessen als das nächste große Ding im Stones-Throw-Labelstall.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2011
Zwölf Zehner
März 2011
Der März ist um, es lebe der März. Florian Aigner und Paul Okraj lassen den Monat März Revue passieren und destillieren in der neuen Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 02.05.2011
Zwölf Zehner
April 2011
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.06.2011
Zwölf Zehner
Mai 2011
Willkommen im Juni. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Mai musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.07.2011
Zwölf Zehner
Juni 2011
Willkommen im Juli. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juni musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 01.08.2011
Zwölf Zehner
Juli 2011
Willkommen im August. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Juli musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.10.2011
Zwölf Zehner
September 2011
Willkommen im Oktober. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat September musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.11.2011
Zwölf Zehner
Oktober 2011
Willkommen im November. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Oktober musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 04.12.2011
Zwölf Zehner
November 2011
Willkommen im Dezember. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat November musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 27.12.2011
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2011 (Teil 1)
Unser Kolumnen-Duo Aigner und Okraj schließt das Jahr mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab, wie üblich streitbar aber scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip Hop und Post-Everything.
Music Kolumne | verfasst 27.12.2011
Zwölf Zehner
Jahresrückblick 2011 (Teil 2)
Unser Kolumnen-Duo Aigner und Okraj schließt das Jahr mit einer Auswahl seiner 50 liebsten Tracks ab, wie üblich streitbar aber scheuklappenfrei, hart und herzlich, House und R&B, Hip Hop und Post-Everything.
Music Kolumne | verfasst 07.03.2012
Zwölf Zehner
Februar 2012
Willkommen im März. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat Februar musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2012
Zwölf Zehner
April 2012
Willkommen im Mai. Doch vorher lassen unsere Kolumnisten vom Dienst den Monat April musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.