Music Kolumne | verfasst 27.01.2014
Aigners Inventur
Januar 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Beyoncé, R. Kelly, L.I.E.S und Warpaint.
Text Florian Aigner

Beyoncé - Beyoncé Unbedingt noch abarbeiten sollten wir Beyoncés Feed-Füller Anfang Dezember, als sie mit einem unangekündigten Album mitten ins Weihnachtsgeschäft bombte und frierende Menschen mit routiniert verschwitztem R&B und einer noch hitzigeren Videokampagne erwärmte. Aber ich kann mir nicht helfen: so schulterklopfend man das aus BWLer-Perspektive rezipieren kann, so sehr Stand der Kunst die Produktionen von Timbo, Pharrell, The-Dream oder Hit-Boy auch sein mögen, so ermüdend ist die ganze Chose dennoch. Vielleicht weil Beyoncé mittlerweile weniger Projektionsfläche und mehr transzendente Ikone ist, mehr Übermutter als Inspiration – ein familieninternes Problem also.

R. Kelly - Black Panties Find it at hhv.de: CD | Deluxe-CD | Doppel-LP Noch einen Schritt weiter in der Selbststilisierung geht R. Kelly, der auf »Black Panties« endgültig zu jener grell überzeichneten Selbstparodie wird, die er spätestens seit »Trapped In The Closet« in den Augen des Internets schon lange war. Nicht dass Kels nicht ohnehin für krudesten Chauvinismus und die schmerzhaft peinlichsten Metaphern im ganzen Spiel bekannt gewesen wäre, aber was hier passiert, ist lyrisch so in einem solch übersexualisierten Paralleluniversum angesiedelt, dass es einen auch nicht verwundert warum ausgerechnet jetzt die ollen Pee-Pee/Doo-Doo-Geschichten wieder ausgegraben werden. Vielleicht ist das R in R&B endgültig einen Schritt zu weit gegangen.
 
Moodyman – Moodyman Find it at hhv.de: CD | Doppel-LP Ein weiterer Härtefall für Gleichstellungsbeauftragte ist traditionell auch Moodymann, wobei er auf Moodymann, seinem wie immer lächerlich limitierten neuen Album, sich endgültig von plakativen Blaxploitation-Klischees entfernt hat (äh ja, das dämliche Cover-Artwork mal ausgenommen) und mittlerweile tatsächlich manchmal klingt wie der verlorene Soulquarian zur Electric-Circus-Phase. Da gibt es dann Uptempo-Soul mit Andres, kontemplatives Acid-Geblubber, Fahrstuhljazz-Akkorde neben Four-To-The-Floor-Sleaze, Roy-Ayers-Keys und Prince-Gitarren. Mit »Sloppy Cosmic« setzt Kenny Dixon Jr dann am Ende noch das Afrocentrism-Manifest, das Erykah Badu seit 10 Jahren versucht zu schreiben aber noch nie in solch epischem Ausmaß artikuliert hat. Nach einigen halbgaren EPs endlich wieder eine durchweg spannende VÖ des beliebtesten Kölner PKW-Kennzeichens (#kdj).

Young Thug & Blood Jay - Black PortlandUnsere Gender-Studies-Vorlesung schließen wir mit »Black Portland«, dem Mixtape der beiden ATL-Ignants Young Thug und Bloody Jay. Musikalisch durchaus nahe dran an Future, aber vom Habitus her eher Rich Homie Quan, croont sich Young Thug auch hier wieder potentiell 3-4 neue Hits zusammen, bei denen megalomanisch veranlagte Multimillionäre auf der nächsten Been-Trill-Party dafür sorgen könnten, dass sich Danny Glover und Worst Behavior 2014 um den Titel des wichtigsten Hashtags streiten werden. Oh und was tatsächlich bemerkenswert ist: Young Thug hat ein fast schon umheimliches Gespür für Hooks und Songstrukturen, und zwar nicht im Migos’schen Sinne.

Step Brothers - Lord Steppington LP Find it at hhv.de: CD | 2LP
Also folgendes: irgendjemand muss es ihm mal sagen. Es kann doch nicht sein, dass dieser A. Maman Jahr für Jahr, Beat für Beat, immer und immer wieder für karrieredefinierende Highlights großer und mittelgroßer Rapper verantwortlich ist und immer noch diesen immensen Drang hat uns auf Albumlänge mit Malen-nach-Zahlen-Versen und fiesesten Rumpelflows zu belästigen. Als Step Brothers reimt Alchemist nun für Rhymesayers gemeinsam mit Evidence, dem ja nun auch viele (ich nicht) die Daseinsberechtigung hinterm Mikrofon absprechen. Ähnlich wie bei Gangrene ist »Lord Steppington« produktionstechnisch so ansprechend, dass man weitgehend überhören kann wie vor allem Alchemist mit dem Takt kämpft, aber nichtsdestotrotz wäre auch das hier wieder ein wesentlich besseres Album, wenn sich Alchemist auf das Knöpfchendrücken beschränkt hätte.

Lee Bannon - Alternate / Endings Find it at hhv.de: 2LP | CD Ob wir von Alchemist und Evidence jemals etwas derart krudes wie »Alternate / Endings« zu erwarten haben, darf durchaus bezweifelt werden. Ursprünglich hatte Lee Bannon mal grassrootsige Beats an Joey Bada$$ verscherbelt, ehe er den Weirdo in sich entdeckte und nun für Ninja Tune ein unglaublich hektisches und paranoides Album vorgelegt hat. Nun ist gegen endzeitigen Jungle prinzipiell nichts zu sagen, aber Bannon klöppelt hier insgesamt mit zu wenig Verstand und Gespür für Dynamik los, ein Klimax jagt den nächsten und so sorgt »Alternate / Endings« auch primär für Erschöpfung anstatt Genugtuung.
 
Actress - Ghettoville Find it at hhv.de: Dreifach-LP | 5-LP-Box Wem das emotional noch zu einfach ist, dem sei »Ghettoville« ans Herz gelegt. Im Zwiegespräch mit Herrn Kunze wurde schon etabliert warum Actress immer noch einer der wichtigsten Produzenten der Jetztzeit ist und dass er innerhalb einer Stunde Pinguine verenden lässt, Chopped & Screwed Balladen neben Techno-Bretter stellt und generell weiterhin gegen alle Etikette verstößt, spricht sowieso für ihn. Album des Monats, eh klar.
 

Steve Moore - Pangea Ultima Find it at hhv.de: Doppel-LP Obwohl auch Steve Moore, dem wir 2012 besondere Wertschätzung entgegenbrachten, mit »Pangaea Ultimate« hervorragendes abliefert. Tief verwurzelt in Sci-Fi-Soundtracks, spielt Moore hier ein fulminantes Arpeggio nach dem anderen ein, verschleppt dann aber auch wieder so lange, dass man selbst technoide Muster in diesen Ambiente-Kontext platziert und nicht als solche wahrnimmt. Ganz großartige, erwachsene elektronische Musik und dabei viel weniger eitel und snobistisch als diese ganzen Techno-Doktoranden hierzulande.
 

Py Corner Audio - The Black Mill Tapes Vol 3 & 4 Find it at hhv.de: Doppel-LP
Ein Bruder im Geiste könnte auch Pye Corner Audio sein, der es mit »The Black Mill Tapes Vol 3 & 4« wieder ad hoc schafft einen Assoziations-Overkill der ganz großen Hausnummern zu evozieren: John Carpenter, Transmat, Aphex Twin, Drexciya und Klaus Schulze rauschen vor dem inneren Ohr vorbei und dennoch erschöpft sich das nie in basalem Epigonentum.
 

L.I.E.S - Music For Shut-Ins Find it at hhv.de: 12inch Noch mehr Eklektizismus gibt es erwartungsgemäß auf »Music For Shut-Ins«, einer dieser Compilations, die auf der ersten CD den ganzen Vinyl-Schabernack zusammenfasst und auf dem zweiten Silberling dann als Appetithappen für die ganzen Klugscheißer neues Material feil bietet. Eine schöne Sache, nicht nur weil Morelli bei der Auswahl für die erste CD auch mal einige der zugänglicheren L.I.E.S. Tracks der letzten Zeit berücksichtigt hat, sondern auch weil auf der zweiten CD einige veritable (sprich: special interest Tracks für Soundcloud-Autisten mit Underground-Resistance-Titelbild) Hits wie der Beautiful Swimmers Breakbeat-Spaß »The Zoo« zu finden sind.
 

STL - At Disconnected Moments Find it at hhv.de: Doppel-LP Etwas überraschend ist hingegen wie belanglos »At Disconnected Moments« geworden ist, angesichts des Umstandes, dass STL für seine auf Smalville veröffentlichten Arbeiten normalerweise häufig Tracks auswählt, deren Melodiefragmente etwas deutlicher ausformuliert sind als seine häufig skizzenhaften und meist forscheren, selbstveröffentlichten Tracks. »At Disconnected Moments« hingegen ist ein weiteres Dub-Techno-Album, das mit »Ghostly Ambit« in einer liebevollen Basic-Channel-Verneigung kulminiert, aber insgesamt zu meditativ und zu unaufdringlich ist, um aus STLs unglaublich umfangreicher Diskographie herauszustechen.
 
Warpaint - Warpaint Find it at hhv.de: LP
Wie man jetzt von Dub Techno zur Ex-Band einer der schönsten Frauen der Welt (huhu, S.Dot Sossamon) kommt? Keine Ahnung, vielleicht in dem man feststellt, dass »Warpaint« jetzt innerhalb dieser Kolumne bereits das dritte selbstbetitelte Nicht-Debüt-Album ist. Was ist da los? Sowas verwirrt Menschen in meinem Alter. Was weiterhin auffällt: Warpaint bleiben weiter eine über die Maßen – Vorsicht Hassadjektiv – stylische Indie-Rock-Combo, bei der man sich als Rezipient ständig unterbewusst fragt, ob man das musikalisch nun wirklich gut findet oder doch nur auf Visualisierung und Bandidentität reingefallen ist. Sei es drum, ich bin ihnen wieder auf den Leim gegangen.

Spike - Orange Cloud Nine Find it at hhv.de:CD | LP Visuell ebenfalls sehr ansprechend umgesetzt wurde »Orange Cloud Nine«, jene Zusammenstellung der legendären Aufnahmen eines gewissen Spike Wolters, der zwischen 1981 und 1984 einige Platten gemacht hat für die DJ-Harvey-Fanboys gerne mal eine Monatsmiete investierten. Dank Golf Channel gibt es das etwas Drum Machine afinere Pendant zu Ned Dohenys Softrock-Großtaten jetzt auch für eine Zwanziger zu kaufen. Ein Schnäppchen, kratzt man sich doch bereits nach 4 Minuten Spielzeit die ersten imaginären Sand(strand)körner aus der Po-Falte.
 
Bohren & der Club Of Gore - Piano Nights Find it at hhv.de: LP Wer sich derlei eskapistische Träumerei nicht zu lange gönnen darf, kommt mit »Piano Nights« sehr schnell wieder im bibberigen Deutschland an. Dort haben die auch international höchstgeschätzten Bohren & Der Club Of Gore wieder ein bemerkenswert melancholisches Album aufgenommen, auf dem dieses Mal weniger doomige Drones als elegantes Piano-Lamento und wunderschön entschleunigte Ambientmeditationen im Mittelpunkt stehen. Unglaublich schön ist und der beste Beweis dafür, dass Gefühl in den seltensten Fällen etwas mit Pathos zu tun haben muss.
 

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Auch in diesem Monat klärt Aigners Inventur wieder die wirklich essentiellen Fragen der Menschheit: Fürchtet Pusha T wirklich das Fegefeuer? Vermittelt Frank Ocean zwischen Tyler und Bieber? Ist die Welt tatsächlich aus Plastik?
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Wer anfängt sich in seinem Liegestuhl zu langweilen, bekommt nun die Gelegenheit, die nächsten 15 Minuten mit unserem Scharfrichter vom Dienst und Casper, Wiley, Zomby, MCDE, fLako, den Junior Boys und Laurel Halo zu verbringen.
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Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Killer Mike, Jadakiss, Shackleton, Lone und Kindness.
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Aigners Inventur
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Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
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Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
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Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.