Music Interview | verfasst 28.07.2014
Count Bass D
Bis Dwight Farrell tot ist
Dwight Conroy Farrell aka Count Bass D ist seit über 20 Jahren eine Institution im Underground-Rap. Umso mehr überraschen seine Ansichten über das aktuelle Geschehen in der Musiklandschaft, die Count in unserem Interview mit uns teilte.
Text Pippo Kuhzart , Fotos Twit One / © Melting Pot Music
Dwightjungle+by+twit+one

Das Hier und Jetzt, es ist nicht wichtig für Count Bass D. Dem Produzenten und Rapper aus Atlanta, Georgia geht es um Zeitlosigkeit. Dementsprechend schlägt es auch kaum ins Gewicht, dass unser Interview erst heute erscheint – ein Jahr nach dem es aufgenommen wurde. Anlass ist seine neue, auf dem Kölner Label Melting Pot Music erscheinende EP »The Count In Cologne«, die Count Bass D gemeinsam mit Twit One, Retrogott und Lazy Jones im Sommer 2013 in Köln aufnahm. An Aktualität haben seine Antworten innerhalb dieses Jahres nichts eingebüßt. Wie er es mit seiner Musik schafft, schafft er es auch mit seinen Antworten immer wieder zu überraschen; wenn Count Bass D über Trap-Musik redet oder darüber, dass J Dilla »perfekt« gestorben sei, oder wenn er beteuert, dass ihm Will I Am etwas voraus hätte.

20 Jahre, so lange bist du jetzt schon Musiker…
Count Bass D: Nun, ich bin seit 20 Jahren ein professioneller Musiker. Einfach Musiker bin ich seit ungefähr 35 Jahren.

Was war dein erstes Instrument? Blockflöte?
Count Bass D: Das erste Instrument, das ich mir beigebracht habe, war das Schlagzeug – in der Kirche meines Vaters! Ich war sechs. Ich habe damit angefangen auf Gegenständen im Haus herumzuhämmern, dann habe ich mit einem Spielzeugschlagzeug herumgespielt, bevor ich schließlich ein echtes bekam.

Überrascht dich musikalisch eigentlich noch irgendwas, jetzt, da Du schon solange dabei bist?
Count Bass D: Bei mir selbst oder in der industry?

Beides wäre interessant.
Count Bass D: Uuuh, ehrlich gesagt: Es gibt für mich keine Überraschungen. Weil Musik… es sollte immer eine Überraschung sein. Es sollte alles neu sein. Vielleicht war das letzte Ding, dass mich echt weggeblasen hat und eine riesige Überraschung war, 1998. Das allererste mal als ich die Gruppe Take 6 gehört habe. Ich hatte davor nichts vergleichbares gehört und ich habe seitdem nichts dergleichen mehr gehört.

Das ist ja kein gutes Zeichen dafür, was du von der Musik heutzutage hältst, wenn es 16 Jahre her ist, dass Dich etwas so umgehauen hat?!
Count Bass D: Naja, ich sage folgendes: Was wir heute haben, ist Sound. Man hat nicht mehr wirklich viel Musik. Man hat Sound.

Was meinst Du damit?
Count Bass D: Ich meine damit, dass Leute fähig dazu sind, Computer so zu manipulieren, dass digitale Sounds aus ihm herauskommen. Als digitale Musik anfing, waren es Musiker, die digitale Sounds manipulierten und Musikalität in eine digitale Welt brachten. Aber wir haben uns jetzt zu einem Punkt entwickelt, an dem die größten Künstler, die größten Leute, vor allem in der EDM-Szene, solche sind, die am besten mit Computern umgehen können.

Die größten Künstler sind also nicht mehr unbedingt die besten Musiker.
Count Bass D: Nicht die besten Musiker. Oft haben sie nicht mal ein MIDI-Interface oder ein Keyboard, um die Sounds einzuspielen. Es ist alles nur noch das Anwählen irgendwelcher Dinge oder was auch immer. Und ich denke, dass das großartige Sounds sind, die dabei herauskommen; oft ist es sehr interessant, tolle Effekte, exzellente Sound-Landschaften. Aber ich betrachte das mehr als Sound-Design, denn als Musik.
Count Bass D - 1(2014)

Hältst Du das für eine negative Entwicklung?
Count Bass D: Es ist, was es ist. Ich versuche nichts zu bewerten.

Nehmen wir, was man als moderne Rapmusik bezeichnen kann: Young Chop zum Beispiel. Er haut Unmengen an Beats raus, die alle ähnlich klingen und hat damit großen Erfolg. Du bist ein versierter Musiker, spielst mehrere Instrumente. Denkst du nie: Pff, dass was Young Chop da macht, das könnte ich auch. Ich sollte diesen Erfolg haben?
Count Bass D: Es gab eine Zeit, da dachte ich so. Aber als ich wirklich angefangen habe, die Musik zu studieren oder besser gesagt, die Sounds, die sie machen, fand ich sie wirklich faszinierend. And I‘m very into it. Ich habe eine Menge Respekt für 808 Mafia, Zaytoven, oder Shawty Redd. Viele Leute würden nicht denken, dass ich diese Leute hören würde. Aber ich glaube, dass das mit die besten Sounds sind, die es zur Zeit gibt – weil es ihr Ding ist. Sie haben es erfunden. Es ist zu 100 Prozent original.

Ich glaube nicht, dass der typische Fan von Count Bass D in Deutschland diese Ansicht unbedingt teilen würde…
Count Bass D: Wenn man nicht in die Club-Kultur und die niedrige wirtschaftliche Lage, aus der alle diese Typen kommen, eingetaucht ist, kann man ihren Sound nicht verstehen. Dann fühlt man ihn nicht. Aber ich lebe in Decatur, Georgia, in der Zone 6, und verstehe es vollkommen. Es macht absolut Sinn. Und ehrlich gesagt ist Zitatanfang–Trap–Zitatende das, was ich zur Zeit am meisten höre.

Mit deinem Einblick in Rap-Musik aus dem Süden, wie würdest du erklären, dass DJ Screws Erbe in den letzten Jahren so einen großen Einfluss auf Rap hatte? Sogar, wenn die Rapper nicht aus dem Süden kommen.
Count Bass D: Ich würde das sagen: Was DJ Screw, Tupac Shakur, oder J Dilla oder Biggie anbelangt… alle, vor allem im HipHop, aber definitiv Marilyn Monroe, James Dean… Leute feiern andere Leute mehr, nachdem sie von uns gegangen sind.

»Natürlich ist Bob Marleys Musik sehr populär, aber sie wäre nie so populär, wenn die Menschen sie nicht mit Marihuana assoziieren würden« (Count Bass D) Was ich meine ist, dass der Sound, den DJ Screw definiert hat, seinen Weg in den Mainstream gefunden hat. Und es gab eine Zeit nach Screws Tod, in der es nicht derart viele »chopped« und »screwed« Hooks gab.
Count Bass D: Was in diesem Falle passiert ist, ist, dass eine spezielle Droge populär wurde. Und als Resultat daraus und dass Leute DJ Screw mit Promethazin assoziieren, machte ihn zu einem Helden für diese Drogenkultur. Beinahe so wie Bob Marley als Held für Marihuana gefeiert wird. Natürlich ist Bob Marleys Musik sehr populär, aber sie wäre nie so populär, wenn die Menschen sie nicht mit Marihuana assoziieren würden. Und ich denke, dasselbe trifft auf DJ Screw zu.

Was soll deine Musik schaffen?
Count Bass D: Ein Groove in irgendeiner Art und Weise. Ich meine, dass es nicht per se so klingt, als hätte ein Computer die Musik geschaffen. Sie könnte von einem Computer stammen, aber sie wird grooven, flowen.

Organisch ist also das Stichwort.
Count Bass D: In irgendeiner Weise organisch! Es wird keinen künstlichen oder unmenschlichen Swing in meiner Musik geben.

Viele deiner Songs sind ja relativ kurz. Heißt das, dass sich deine Songs für dich selbst relativ schnell ausgrooven?
Count Bass D: Manchmal. Als ich »Dwight Spitz« gemacht habe, fing ich an mich mehr und mehr für kürzere Tracks zu interessieren. Ich wurde von einigen Interludes beeinflusst, die Pete Rock zu der Zeit gemacht hat oder Buckwild auf OCs Album. Ich habe lange nicht realisiert, dass meine Lieblingsgrooves meine Lieblingsgrooves sind, gerade weil sie so kurz sind. Wenn ich also einen Beat mache, kürze ich ihn, sobald ich merke, dass ich kurz davor bin, genug von ihm zu haben. So bleibt er Potent.

Wo wir von »Dwight Spitz« reden: Spätestens nach diesem Album hättest du deinen Bekanntheitsgrad weit über die Undergroundszene vergrößern können. Aber stattdessen, so fühlte es sich zumindest an, hast Du deine Position genossen und dich einfach noch tiefer im Underground vertieft.
Count Bass D: Weißt du, eine Menge Menschen verstehen nicht, dass mein allererstes Album bereits auf einem Major Label erschienen ist. Also habe ich bereits erfahren, was es heißt, einen riesigen Bonus für eine Unterschrift zu bekommen, dreimal hintereinander im Spin Magazine zu sein, im Rolling Stone, Videos auf MTV und BET zu haben. Ich hatte diese Loft-Position also bereits mit 20, 21 Jahren erreicht. Damit hatte ich mir das aus dem Weg geschafft.

Aus dem Weg geschafft? Die meisten scheinen genau das zu wollen.
Count Bass D: Ja, viele Künstler versuchen es aus dem Underground zu schaffen. Sie wollen lokal bekannt sein, dann regional, dann national und schließlich international. Das zu erreichen, darum dreht sich dann alles. Ich war von Anfang an international bekannt. Was den Ruhm anbelangt, fühlte ich mich befriedigt. Von diesem Punkt an war es mir möglich, mich auf mein Material und das zu konzentrieren, was ich mit meiner Musik hinterlassen will, wenn ich sterbe. Jede Musik, die ich mache, mache ich immer mit dem Gedanken an den Tod. Ich denke nicht an jetzt; ich denke nicht, dass irgendetwas daran wichtig sein wird, bis ich sterbe.

Aus dem Grund, was du gerade über DJ Screw usw. gesagt hast.
Count Bass D: Ja, Ich glaube nicht, dass die Menschen wirklich Count Bass Ds Musik hören werden, bis Dwight Farrell tot ist.

»Es verlangt Talent, zu machen, was Will I Am macht. Ich habe es nicht.« ( Count Bass D) Deine Hinterlassenschaft ist also das Wichtigste für dich?
Count Bass D: Sie ist das Einzige, was wichtig für mich ist. Weil meine Musik mich überleben wird. Wenn ich sterbe, dann fängt die Uhr an, über meinen Songs zu ticken. Ich habe mich frei gefühlt, als ich das herausgefunden habe.

Frei?
Count Bass D: Ich mache Musik für die Zukunft. Also ist alles, was ich jetzt erreiche nur Soße. Es ist nur Extra, es ist nur Schlagsahne. Und die nächste Sache ist diese: Außer man stirbt früh, werden die Menschen deinen Erfolg herunterspielen, wenn du die Höhen des Erfolges erreichst. Sie werden darauf warten, dass du vergehst. Ich denke, dass die Menschen das mit George Clinton, Sly Stone oder auch mit Stevie Wonder bis zu einem gewissen Grad machen. Oder James Brown. Sie haben es mit Michael Jackson getan. Menschen bekommen genug von einem. Und wenn man stirbt, dann wollen sie auf dich verweisen. Ich denke, wenn George Clinton vor 20 Jahren gestorben wäre, würden die Menschen von ihm als einen der größten Musiker aller Zeiten sprechen. Aber ich höre seinen Namen nirgendwo, außer in speziellen Funk-Musik-Kreisen. Oder andersrum: Wenn J Dilla noch hier wäre…

…würden die Menschen viel eher sagen: Oh, this beat sucks.
Count Bass D: Genau. » It sucks « und »Ich mag dies nicht, ich mag das nicht«. Sie wären hochkritisch mit allem. Aber der Moment, als er von uns ging, hat seine Musik auf ein enormes Level erhöht. Was das Von-uns-gehen anbelangt, gab es nie einen Musiker, der in perfekterer Weise von uns gegangen ist als J Dilla. Ich glaube, deshalb wird er gefeiert… [wird laut und lacht] Er verdient es! Verstehe mich nicht falsch, er verdient es!

In deinem Falle ist es ja aber schon so, dass genügend Menschen bereits jetzt deine Musik toll finden.
Count Bass D: Es mag dich überraschen, aber jedes mal, wenn mir jemand sagt, dass er meine Musik schätze, dann ist es eine Überraschung für mich. Es ist ein Schock. Ich verstehe nicht, wie meine Lyrics sich für jemanden anderen übersetzen lassen. Das liegt daran, weil ich Musik immer nur für mich selbst gemacht habe.

Count Bass D - 3(2014) Dass heißt, dass du dich, was deinen Geist anbelangt, für einsam hältst?
Count Bass D: Die Musik ist meine Gesellschaft. Alles, was ich je auf dieser Welt gebraucht habe, ist die Musik. Immer, wenn ich versucht habe, meinem Leben etwas hinzuzufügen, dass außerhalb der Musik liegt – es ist schief gegangen.

Musik ist dein ein und alles. Und du willst gar nicht mehr den ganz großen Erfolg, willst aber auch mit deiner Musik Geld verdienen…
Count Bass D: Siehst du, das denken Leute auch von mir. Viele sprechen mich an und meinen, »Du kannst dies tun, du kannst jenes tun«, weil sie das Skill-Level sehen, das ich habe. Aber weißt du: Bill Evans ist wohl der größte Pianist aller Zeiten, also sollte man meinen, es sollte für ihn kein Problem sein Hits für das Radio zu schreiben. Aber er hat es nicht geschafft »Mainstream« zu werden. Es verlangt ein anderes Skill-Set. Es verlangt Talent, zu machen, was Will I Am macht. Ich habe es nicht. Einmal kam Will I Am Backstage zu mir und hat mir so richtig Saures gegeben; er meinte so »Yo, Count, ich verstehe nicht, warum du nicht dies und das machst, weißt du, du könntest das machen!« Und ich habe versucht ihm zu erklären, dass ich die Fähigkeit dazu nicht habe. Deshalb habe ich Wertschätzung dafür, was er macht.

Du sagst, Du hättest nicht die Fähigkeit, Musik für die Massen zu machen?
Count Bass D: Ja! Mein Ohr ist nicht geschult, den Menschen exakt das zu geben, was sie wollen. Eine Menge Leute werden denken, dass ich hier einfach nur palavre… aber glaube mir, es gab Zeiten, da habe ich in meinem eigenen Studio versucht, einen Sound zu schaffen, der sich auf die Massen übertragen lassen sollte. Und ich habe so miserabel versagt, dass ich einfach jeden Versuch gelöscht habe. Es war einfach vergeblich. Ich meine, was diese Typen machen, Pharrell und Timbaland

…sogar David Guetta?
Count Bass D:Sogar David Guetta. Mir egal, wer es ist: Jeder, der die Fähigkeit hat, Musik zu machen, die die Massen versteht. Man könnte sich ein Bild von Pablo Picasso angucken und sagen, »Wow, das ist Kunst auf einem solch hohen Level, aber warum konnte er nicht das McDonalds-Logo zeichnen?«. Weißt du, in die Richtung…


Philipp Kunze sprach zuletzt mit Jaakko Eino Kalevi über Liebe und andere Geisteskrankheiten.

Die EP »The Count In Cologne« von Count Bass D findest du im Shop von hhv.de als 12inch.
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