Music Interview | verfasst 02.04.2015
DJ Khalab
Das Afrika der Zukunft existiert
DJ Khalabs Debüt-EP ist ein psychedelischer Trip, der sich ein Afrika der Zukunft ausmalt. Das allerdings existiere bereits seit hunderten Jahren, behauptet der italienische Produzent im Interview.
Text Pippo Kuhzart
Khalab

Den einen fasziniert es, den anderen verängstigt es, in noch einem anderen weckt es den Wunsch, zu helfen. Afrika bleibt für viele Europäer vor allem eines: fremd. Auch europäische Musiker tun sich oft schwer, Elemente afrikanischer Musik so zu verwerten, dass es nicht nach dem Ausnutzen eines romantisch-verklärten Afrikabildes klingt sondern nach einer Hommage. Das trifft vor allem auf Club-Musik zu.

DJ Khalab macht genau das: Club-Musik mit afrikanischen Elementen. Der italienische DJ und Produzent veranstaltet seit fünf Jahren die Partyreihe Afrodisa. Seine Rolle als Resident sei es, »die Leute auf der Tanzfläche mit einer Mischung aus Musik von dem Mutterkontinent und meiner zweiten Liebe, der elektronischen Musik, zu animieren«.

Von dort kommt seine Musik; von einer gleichzeitigen Liebe für zwei musikalische Welten, die so weit von einander entfernt scheinen. Auf Khalabs Debüt-EP »Eunoto« vereinen sich die Welten – und nichts daran stößt sauer auf. »Eunoto« zeichnet das Bild eines Afrikas, gesehen durch die mindestens grüne Brille. Dünen, Staub, rosa und giftgrün, Percussions über Percussions, Vocal-Samples und Club-Musik. Ein psychedelischer Trip, der sich das Afrika der Zukunft ausmalt. Doch das existiere bereits, sagt DJ Khalab.

hhv.demag: Als ich auf Deinen tumblr gestoßen bin, fand ich, dass der sehr gut zu deiner Musik passt: viele Formen, viele Farben, starke Kontraste. Was hast Du vor deinem geistigen Auge, wenn Du Musik machst?
DJ Khalab: Es ist die Vision von der Zukunft der Musik. Meine Musik ist nicht das, was die meisten Leute darüber sagen: Sie ist weder der afrikanische noch der globale Beat. Meine Musik entstand aus mehreren Kulturen, die jetzt in Kontakt kommen und einen Urknall provozieren werden: Techno, Rumba, Cumbia, Afrobeat, Griot, Gnawa, HipHop.

Trotzdem bleibt Afrika der wichtigste Bezugspunkt, wie es ja schon der Titel der EP verrät. Wie sieht Afrika aus, wenn man es ›nur‹ durch einen Drogen-Trip besucht?
Khalab: You can explore the farest worlds straight inside yourself with drugs, that’s one of the ways we can try to do that / Drugs are one of the ways everybody of us has to explore, straight inside us, the whole worlds around. Ich denke, dass ist der schamanische Teil meiner Musik. Sagen wir’s so: ich liebe es mich selbst als Reisender zu definieren – aber einer ohne Kamera, Touristenführer und Museumsbesuchen.

Was bedeutet der Term Afro-Futurismus für Dich?
Khalab: Afrika nimmt auf sozialer Ebene Rache, Stück für Stück; das hat das Land vor allem der enormen Kreativität zu verdanken, die in ihm herrscht. Nicht nur auf dem Gebiet der Musik, sondern auch in der Architektur, der Mode und den kontemporären Künsten. Das Afrika der Zukunft existiert bereits – seit hunderten Jahren. Wir erzählen nur davon, aber es wird sich offenbaren und dann wird es einfacher, es zu verstehen. Aber wir befinden uns noch ganz am Anfang.

Du und Clap! Clap! kommt beide aus Italien und mischt beide afrikanische Einflüsse mit europäischer Clubmusik. Gibt es um euch herum eine größere Szene, die das tut?
Khalab: Nein. Christiano (Clap! Clap!) und ich sind einfach leidenschaftlich der Musik gegenüber. Christiano ist ein wahrer Musiker, ein Jazzer, ein verdammtes Genie. Niemand ist wie er. »Das Afrika der ZuZukunft existiert bereits – seit hunderten Jahren.« ( DJ Khalab) Weißt Du, es gibt große Techno- oder House-Produzenten, HipHop-Produzenten, aber niemand kann die Gegenwart so mit einem wachen Blick in die Zukunft und einer emotionalen Bewusstheit dem Gegenüber, was hinter ihm liegt, vereinen wie er. Aber vor allem, ist niemand musikalisch und intellegtuell so aufgeschlossen, die richtigen Signale zu verstehen. Italien ist kein Ort, an dem black music zum Protagonist in den Clubs werden kann. Menschen wie ich und Christiano haben uns für viele Jahre alleine gefühlt.

Jetzt nicht mehr? Wie hat sich die Afrodisia-Nacht in den vergangenen Jahren entwickelt?
Khalab: Es vergingen so viele Jahre mit dem Versuch, die Nachricht zu verbreiten. Am Anfang waren wir zu dritt und unsere Intention war es, den Italienern zu zeigen, dass afrikansiche Musik nicht nur Percussions und Tänzer sind. Also fingen wir an Musiker wie Omou Sangare, Mulatu, Sean Kuti, Nazizi, Lek Sen und Débruit anzurufen, die uns helfen würden, unsere Nachricht zu betonen.

Findest Du es schwierig traditionelle afrikanische Musik auf eine respektvolle Art und Weise in Deiner Musik zu integrieren? Ich frage das, weil es bei manchen Musikern so wirken kann, als würden sie afrikanische Sounds nur benutzen. Um ihre Sounds zu würzen und Europäer anzuziehen, die Afrika immer noch befremdet aber fasziniert gegenüber stehen.
Khalab: Das ist tatsächlich ein komplizierter Aspekt. Nicht nur musikalisch oder technisch sondern ethisch. Ich hatte immer Angst davor, die Menschen auszunutzen, die Musik aus einer sozialen Notwendigkeit heraus machen. Die Notwendigkeit zu kommunizieren, ihre Rituale zu feiern, ihre Toten zu ehren. »Ich versuche also meine Musik mit dem Geiste eines Forschers zu machen, der versucht die unglaubliche Sensibilität dieser Menschen zu betonen.« (DJ Khalab) Ich versuche also meine Musik mit dem Geiste eines Forschers zu machen, der versucht die unglaubliche Sensibilität dieser Menschen zu betonen. Deshalb ist jeder Track auf der EP etwas gewidmet, das von sozialer Bedeutung für die afrikanischen Menschen ist. Ich fühle mich schuldig, wenn ich keine Credits angeben kann. Auch wenn es unmöglich ist, alle Rechte nachzuvollziehen, weil es Samples sind, oder kleine Aufnahmen, oder Percusssions, die vor hunderten von Jahren in einem abgelegenen Dorf aufgenommen wurden. Aber die Musik kann ja nicht von niemandem stammen. Deswegen stammt für mich die Musik von jedem.

Warum hast Du deine EP nach dem Eunoto-Ritual benannt (nach zehn Jahren als Krieger steigt der Protagonist in dieser Zeremonie zum Senior-Krieger auf, was ihm unter anderem erst erlaubt, zu heiraten) und gibt es weitere Teile der Massai-Kultur, die Dich besonders faszinieren?
Ich schätze die Massai-Kultur für viele Aspekten. Ich bin total fasziniert von deren Ästhetik, den Farben, ihrer Körperhaltung und ihrer Schönheit. Massais sind heute dazu gezwungen, in den sterilsten Gebieten zu leben, weil ihre eigentlichen von der Regierung gestohlen wurden, um Nationalparks und Firmengelände zu bauen. Sie sind zu einer Touristenattraktion geworden. Aber es gibt so viele Menschen und Stämme, die es sich lohnt kennenzulernen, bevor sie aussterben: die Mursi in Äthiopien, die Samburu in Kenya. Ich kann Dir da ein wunderbares Buch von Jimmy Nelson zu diesem Thema empfehlen. Es heißt »Before They Pass Away«.

Hast Du eigentlich einer Eunoto Zeremonie beigewohnt?
Ich war in Kenia und habe die Masai getroffen, ich habe Kuhmilch und Blut mit ihnen getrunken, aber leider war ich nie bei einer dieser Zeremonien dabei.

Auf was willst Du hinaus, wenn Du zitierst: »Wenn wir den Pfad unseres Lebens zurücklassen, um einen neuen zu bauen, wird das tausend Jahre dauern«?
Das ist eine zentrale Zeile aus der Philosophie der Massai und fasst irgendwie auch die Eunoto-Zeremonie zusammen. Im Allgemeinen repräsentiert es für mich die Bewegung vom einen Schritt zum nächsten, sei es im Leben eines Menschens oder in der Produktion von Kunst. Die EP ist für mich zum Beispiel gleichzeitig der letzte Schritt meines vergangenen Pfades und der erste auf meinem neuen: Ich glaube zwar nicht, dass der neue hundert Jahre brauchen wird, wie es im Stichwort heißt, aber ich werde mich künstlerisch jetzt mit anderen Stimmungen auseinandersetzen – mit den härteren und ermüdenteren.

Die »Eunoto« EP von DJ Khalab findest du demnächst bei hhv.de.
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