Music Interview | verfasst 10.11.2015
Kode9
Von nichts kommt doch etwas
Steve Goodman alias Kode9 hat mit The Spaceape und DJ Rashad in der jüngeren Vergangenheit zwei Freunde verloren. Im Interview erklärt er, welche Auswirkung das auf sein neues Album hatte.
Text Tim Caspar Boehme , Fotos Philipp Skoczkowski
Kode9+press+shots+credit+to+philip+skoczkowski++4

hhv.demag: Steve, dein Album »Nothing« scheint sich einerseits mit der Tanzfläche auseinanderzusetzen und andererseits von dieser zu abstrahieren, wobei du auf verschiedenste Genre-Elemente zurückgreifst. Inwiefern ist deine Strategie, die Musik in ihre Bestandteile zu zerhacken, oder sich einfach auflösen zu lassen durch das Konzept des Albums selbst entstanden?
Steve Goodman:: Nichts ist nichts, das ist das ganze Konzept des Albums. Dieses Nicht-Konzept hält das Album zusammen, genauso wie das Vakuum eines schwarzen Lochs, obwohl es leer ist, einfach alles aufsaugt, was in seinen Einflussbereich gerät.

Zu den geplanten Live-Aufführungen von »Nothing« gehört auch ein visuelles Konzept. Zu sehen ist ein hyperpoliertes Hotel, in dem keinerlei Anzeichen für die Gegenwart von Menschen gibt. Was hat es mit diesem posthumanen Ansatz auf sich, und wie kam die Zusammenarbeit mit dem Simulationskünstler Lawrence Lek zustande?
Steve Goodman:: Kurz bevor ich mit dem Album fertig war, traf ich ihn, und wir begannen Ideen für ein audiovisuelles Set zu sammeln, mit dem wir von 2016 an auftreten wollen. »Der Antrieb für das Album ist die drückende Leere, die sie hinterlassen haben.« ( Kode9) Wir nennen es »Nøtel«, das ist ein verlassenes, voll automatisiertes Luxushotel. Bei dem Projekt interessiert uns die Frage, was intelligente Maschinen so anstellen, sobald sie nicht mehr ihren menschlichen Herren unterworfen sind. Stell dir ein intelligentes Love Hotel in Tokio vor, in dem es keine Menschen mehr gibt und in dem die automatisierten Systeme beginnen, sich selbst zu organisieren. Das Coverbild für »Nothing« ist das Firmenlogo der »Nøtel«-Hotelkette. Im Inneren des Albumcovers kann man die »Nøtel«-Rezeption sehen. Wie die meisten Luxushotels dient das »Nøtel« als ein Vakuum, das reiche Leute nutzen, um sich von anderen Menschen zu isolieren. Doch das »Nøtel« wird überhaupt nicht mehr von Menschen bevölkert, sondern wird in seiner vollständigen Isolation von sogenannten »spukhaften Fernwirkungen« heimgesucht. Man kann es sich wie einen Naturfilm über Zimmerservice-Drohnen vorstellen.

Zwei deiner verstorbenen Freunde und Kollegen sind auf »Nothing« ebenfalls anwesend –oder zumindest scheint es zum Teil so: The Spaceape, der tatsächlich in einem Track zu hören ist und dessen Gesangspart in »Void« leer geblieben ist, und DJ Rashad, der indirekt in den Footwork-Nummern gegenwärtig ist. Inwiefern ist dein Album als Hommage an die beiden gedacht?
Steve Goodman:: Das Album ist ihnen beiden gewidmet, und der Antrieb für dieses Album ist die drückende Leere, die sie beide hinterlassen haben.

Sollte The Spaceape ursprünglich auf dem ganzen Album mitwirken?
Steve Goodman:: Wir hatten beide an Soloprojekten gearbeitet, bevor wir ein weiteres Album machen wollten, doch er sollte auf jeden Fall noch im Track »Void« mitwirken.

Du hast im vergangenen Jahr aufgehört, an der Universität zu arbeiten. Hat dieser Schritt deine Arbeitsweise beim Musikmachen verändert, und wenn ja, wie?
Steve Goodman:: Nun, ich habe jetzt deutlich mehr Zeit, Musik zu machen. Was das Musikmachen jedoch nicht unbedingt einfacher gestaltet. Die Disziplin, die damit einhergeht, wenn man begrenzt Zeit für Musik hat, fand ich immer sehr produktiv. Aber es stimmt: Dadurch, dass ich nicht mehr lehre, konnte ich dieses Album wesentlich schneller schreiben, als ich es sonst getan hätte. Der Großteil ist im Januar 2015 entstanden. Für die Alben davor habe ich mehrere Jahre benötigt.

Auf deinem Label Hyperdub sind in diesem Jahr deutlich weniger Alben erschienen als früher. Hatte das mit der Arbeit an deinem eigenen Album zu tun? Was für Alben stehen in naher Zukunft an?
Steve Goodman:: In diesem Jahr sollten eigentlich eine ganze Menge neuer Album erscheinen. Sie werden jetzt wohl alle im nächsten Jahr herauskommen. Das lag daran, dass viele Leute zu Beginn des Jahres mitten in ihren Alben steckten und nicht rechtzeitig damit fertig geworden sind. Allerdings ist es für mich auch sehr schwierig, an einem Album zu arbeiten und mich gleichzeitig um A&R zu kümmern. Daher bin ich ganz glücklich darüber, dass die anderen ihre Alben gerade erst vollenden, denn dadurch konnte ich mich auf meine Arbeit konzentrieren. Im nächsten Jahr kommen dann Alben von Jessy Lanza, Scratcha DVA, Ikonika, DJ Spinn, DJ Taye und noch einige mehr, über die ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts sagen kann.

»Nothing« von Kode 9 findest Du bald bei hhv.de
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 29.11.2011
King Midas Sound
Without You
King Midas Sound veröffentlichen Remise ihres Debüts u.a. von Flying Lotus, Kuedo, Kode9 and the Spaceape und Mala.
Music Review | verfasst 08.05.2013
Kode9
Xingfu Lu
Zwei Jahre lang hat Kode9 keine Single mehr veröffentlicht. Nun kommt »Xingfu Lu« und macht so ziemlich alles richtig.
Music Review | verfasst 06.11.2015
Kode9
Nothing
Mit »Nothing« hat es Kode9 auf die Abwesenheit des Menschen abgesehen. Das Album ist dennoch eine höchst lebendige Angelegenheit.
Music Bericht | verfasst 15.11.2011
Kode9
Live am 11.11. im Icon in Berlin
Der DJ, Produzent, Label-Chef und Philosoph Kode9 lud zu einer aktuellen Bestandsaufnahme des Genres der Bassmusik ein und zeichnete dabei auch deren Usprünge und die verschiedenen musikalischen Entwicklungen der letzten Jahre nach.
Music Interview | verfasst 16.06.2014
Hyperdub Records
Interview mit Steve Goodman
Der Hyperdub-Chef Steve Goodman aka Kode9 im Interview über 10 Jahre im Dienste der Bassmusik, Schwingungen in der Wirbelsäule, die Allianz weiblicher Musikerinnen auf seinem Plattenlabel und den Tod von DJ Rashad.
Music Bericht | verfasst 23.06.2015
Grime Revisited (Teil 1)
Hoodies, Hats & Council Estates
Grime ist wieder da. Aber wo war er zwischenzeitlich? Und wo kommt er her? In Teil 1 unsreres Grime-Specials begeben wir uns auf Spurensuche: der Weg führt von Piratenradiostationen über den Typ in der Ecke direkt in die Charts.
Music Review | verfasst 07.05.2012
DVA
Pretty Ugly
DVA reichert Dubstep mit Garage, Funk, Pop, Soul und ausgesuchten Feature an. Er bleibt dabei stets seiner Linie treu.
Music Review | verfasst 08.05.2012
Burial
Kindred EP
Burial bricht mit der »Kindred EP« zu neuen Horizonten auf, ohne »Untrue« dabei allzu weit zurückzulassen.
Music Review | verfasst 09.07.2012
Cooly G
Playin' Me
Minimalismus für Fortgeschrittene: Nach kurzen Ausflügen im Tonträgergeschäft von Hyperdub kommt nun endlich das Debüt von Cooly G.
Music Review | verfasst 19.06.2012
Dean Blunt & Inga Copeland
Black Is Beautiful
Die Maske ist eines der verlässlichsten Stilmittel der Pop-Industrie, wissen Dean Blunt und Inga Copeman aka Hype Williams.
Music Review | verfasst 17.07.2012
Laurel Halo
Quarantine
Die Quintsprünge in der Melodieführung erinnern an Björk, das Timbre an Kate Bush und die tiefer gepitchten Gesangsspuren an Fever Ray.
Music Review | verfasst 07.08.2012
Terror Danjah
Dark Crawler EP
Eine EP mit zwei Tracks auf Hyperdub von Terror Danjah. Die Hälfte der Platte ist gut, könnte aber auch 50/50 sein.
Music Review | verfasst 27.08.2012
LV
Sebenza
Das Londoner Produzententeam LV hat ein komplettes Album mit südafrikanischen Rave-Referenzen synthetisiert.
Music Review | verfasst 24.09.2012
Terror Danjah
Dark Crawler
Wo bleibt endlich eine neue überzeugende Grime-Platte? Terror Danjah liefert sie auch nicht.
Music Review | verfasst 07.11.2010
Burial
Untrue
Überragend, mit der hinterhältigen Nebenwirkung, dass es nach 50 Minuten ungeheuer schwer fällt, wieder in die Realität zurückzukehren.
Music Review | verfasst 03.12.2012
DVA
Fly Juice EP
DVA veröffentlicht nach seinem Album »Pretty Ugly« in diesem Jahr noch eine EP, die allerdings mehr auf die Tanzflächen geht.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Madlib – Sound Ancestors
»Das erste Madlib-Album, das wirklich als Album gehört werden kann«, sagte Four Tet. – Das ist doch Schwachsinn, sagen unsere Kolumnisten. Sie fragen sich: Hat Madlib hier nicht einfach gemacht, was er immer gemacht hat – und…will man das?
Music Kolumne
Records Revisited
Jan Jelinek – Loop-Finding-Jazz-Records (2001)
2001 hing Jan Jelinek das Ego an den Nagel und lud seinen Sampler mit Klängen von Jazz-Platten auf, um daraus Loops zu basteln. Die liefen aneinander vorbei und bildeten Moiré-Effekte. Davon lebt die Magie von »Loop-finding-jazz-records«.
Music Interview
The Notwist
»Es ist immer ein Zurückkommen«
The Notwist sind wieder da. Sieben Jahre haben sich die Brüder Markus und Michael Acher Zeit gelassen, mit Cico Beck einen Ersatz für Martin Gretschmann gefunden, und einen Klang gefunden, der universeller ist als je zuvor. Ein Interview.
Music Kolumne
Records Revisited
Brian Eno & David Byrne – My Life In The Bush Of Ghosts (1981)
Ethno-Sampling als Pop: Mit ihrem Album »My Life in the Bush of Ghosts« landeten Brian Eno und David Byrne 1981 einen Innovationshit. 40 Jahre später klingt das selbstverständlich. Dafür ergeben sich andere Schwierigkeiten mit dem Ansatz.
Music Interview
Common
»Befreiung fängt im Kopf an«
Sein neues Album trägt den Namen »A Beautiful Revolution Pt.1«, erschien bereits im Oktober digital und in diesen Tagen wird es nun auch auf Vinyl veröffentlicht. Wir nutzten die Gelegenheit mit dem Rapper aus Chicago zu sprechen.
Music Porträt
Zoviet France
Fiebertraum vom Ende
Keine Namen, keine Gesichter, keine Tradition: Zoviet France wollten als anonymes Kollektiv Anfang der Achtziger die Antithese zum orthodoxen Kunstverständnis formulieren – und wurden dabei zu Kultfiguren wider Willen. Bis heute.
Music Liste
Aigners Inventur
Januar & Februar 2021
Ist es Gott? Ist es Hesse? Ist es Domian? Nein, es ist zum Glück einfach nur der Aigner. Der hat die Gardinen seit Wochen maximalst zugezogen und schickt uns die erste Inventur des noch fast unbefleckten neuen Jahres aus dem Kabuff.
Music Liste
Aaron Frazer
10 All Time Favs
»Introducing« heißt das erste Soloalbum von Aaron Frazer. Als Schlagzeuger von Durand Jones & The Indications ist er aber längst kein unbekannter. Musikalisch geht’s in die Sechziger. Uns sagt er, was ihn wirklich musikalisch geprägt hat.
Music Porträt
On The Corner
Banger für das Hinterzimmer
Mit seinem Label On the Corner Records serviert Pete Buckenham einen berauschenden Eintopf aus afro-futuristischen Jazz-Konzepten und zeitgenössischen Street Grooves und stößt er heute bereits die Pforten zum Sounduniversum von morgen auf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Albums
Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Auf Schallplatte gab es dennoch einiges zu hören, wie diese 50 Alben.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 12inches
Tanzen war 2020 nicht wirklich. Aber die Vinyl 12" war trotzdem ein begehrtes Format. Und zwar für Musik, die von einer Zeit nach der Katastrophe träumt. Hier sind unsere Top 20. Einen Bonus in Form einer Vinyl 7" gibt’s obendrauf.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 50 Reissues
Früher war alles besser, das reden wir uns schon seit geraumer Zeit ein und seit zehn, fünfzehn Jahren versucht uns die Reissue-Industrie in dieser zur Weltanschauung geronnenen Vermutung zu bestätigen. Hier sind die Top 50 Reissues 2020.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Compilations
Werkeinstiege zu Beverly Glenn-Copeland und Sade, DJ-Mixe von etwa Helena Hauff und Avalon Emerson, Würdigungen, Geschichtslektionen: Die Compilations in 2020 brachten Schwung in das pandemisch und politisch kriselnde Jahr.
Music Liste
Jahresrückblick 2020
Top 20 Tapes
Das angebliche Tape-Revival ist schon alt genug, als dass seine Heraufbeschwörung durch wiederverwertungsgeile Feuilletons selbst bald ein Revival feiern könnte. Sei’s drum: Diese zwanzig Kassetten haben uns 2020 das Leben gerettet.
Music Porträt
The Silhouettes Project
Protest aus dem Underground
Kosher und Eerf Evil gründeten das Silhouettes Project, um dem Londoner Untergrund Struktur zu verleihen. Ihr selbstbetiteltes Album entstand in gemeinsamen Sessions der britischen Alternative-Rap-Szene.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.