Music Porträt | verfasst 04.12.2015
Blackest Ever Black
Im Wendekreis des Bierdeckels
Blackest Ever Black ist mehr als nur düstere Musik. Eigensinnige Klangexperimente treffen darin auf einen visuellen Gestaltungswillen. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums blickt der Labelgründer Kiran Sande auf seine Anfänge zurück.
Text Henning Koch
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»Ich kann einfach nichts mit der engstirnigen Vorstellung anfangen, dass düstere Musik immer schwarz, industriell und verfallen sein muss. Das ist doch einfach absurd.«

Mit diesen Worten beschreibt Kiran Sande, der Gründer von Blackest Ever Black, seine Ambitionen und führt weiter aus: »Ich möchte damit schon auf zwei Hochzeiten tanzen. Ich möchte das ganze todernst angehen, aber gleichzeitig auch die Hände in die Luft heben können und es alles einen großen Spaß nennen. Es soll ein Bewusstsein für die Stilmittel und einen versteckten Humor offenbaren.«

Seit mittlerweile fünf Jahren versorgt Kiran seine Hörer auf dem Label und in seiner Berlin Community Radio Sendung allerdings vornehmlich mit vielfältigen tiefschwarzen musikalischen Entdeckungen. Doch ein Blick auf die vertretenen Künstler offenbart, dass es ihm um mehr geht, als einfach nur depressive Motive aus Industrial, Techno und Gothik zu versammeln. In den Veröffentlichungen von Raime, Tropic of Cancer, Dalhous oder Prurient stellen die dunklen Elemente nur einen Bruchteil des Gesamtwerks dar oder werden auf ungewöhnliche Weise präsentiert.

Kiran gründete das Label Blackest Ever Black im Jahr 2010 in London, im Zuge der Trennung von seiner damaligen langjährigen Freundin. »Ich möchte das ganze todernst angehen, aber gleichzeitig auch die Hände in die Luft heben können und es alles einen großen Spaß nennen.« ( Kiran Sande) An einem Samstag Nachmittag saß er alleine in einem Pub und kritzelte seine Ideen auf die Rückseite eines Bierdeckels. Den Labelnamen borgte er sich vom Albumtitel »Blackest Ever Black« der Experimentalmusiker Haswell & Hecker. Ein entscheidender Aspekt fehlte ihm dabei jedoch: »Ich hatte noch keine konkrete Vorstellung davon, was genau ich darauf eigentlich veröffentlichen wollte.«

Wie die meisten Ereignisse in der fünfjährigen Geschichte von Blackest Ever Black ergab sich die Lösung aus einem Zufall heraus. Durch seinen Freund Chris Farrell, der das Label und den Plattenshop Idle Hands in Bristol betreibt, wurde Kiran auf ein Demo des Londoner Produktionsduos Raime aufmerksam. Ihre kratzigen, mysteriösen Breakbeat Variationen passten genau zu dem, was Kiran mit seinem Label vorhatte. Die »Raime EP« war schließlich die erste Veröffentlichung auf Blackest Ever Black, gefolgt von dem rätselhaft betitelten Nachfolger »If Anywhere Was Here He Would Know Where We Are«.

Nun begann die Suche nach weiteren Musikern, um das Label auszubauen und zu etablieren. Dafür kontaktierte Kiran die Band Tropic of Cancer, deren »The Dull Age EP« er bewunderte. Mit »The Sorrow of Two Blooms« erweiterten sie den Labelkatalog im darauffolgenden Jahr um sphärisch hallende New Wave-Melodien.

Mit seinen beiden Signings war Kiran bereits zufrieden. Neue Künstler waren aber notwendig, erklärt er: »Wenn Raime und Tropic of Cancer überaus produktiv gewesen wären, hätte ich wohl nur ihre Musik veröffentlicht. Aber sie haben sich stets viel Zeit genommen, was großartig war. Somit musste ich zwangsläufig andere Künstler finden und auch außerhalb dieser kleinen Welt schauen«.

Vor allem aber wollte er Blackest Ever Black nicht auf ein bestimmtes Genre oder eine Stilrichtung begrenzen. Bei der Auswahl der Musik folgte er vielmehr intuitiv seinem Instinkt: »Ich bin gespannt darauf, wohin sie mit ihren Veröffentlichungen als nächstes gehen. Ich will ihnen folgen anstatt ihnen zu sagen, was sie machen sollen.«

Einzelteile des Gesamtbiles
Somit erweiterte sich das Spektrum mit dem abgrundtiefen Techno von Regis, Dominick Fernows Noise-Projekten Vatican Shadow und Prurient sowie den eigensinnigen akustischen Experimenten von Young Hunting aka Dalhous. Bei allen musikalischen Unterschieden haben diese Künstler eine Gemeinsamkeit: Im Mittelpunkt ihrer Werke ist stets ein erzählerisches Element enthalten, welches nicht bloß durch Songtexte übermittelt wird. Aus dem Zusammenspiel der Musik, der visuellen Gestaltung der Plattencover, den Tracktiteln und der Lyrik entsteht eine Sonic Fiction, die atmosphärische Geschichten und Kontexte wiedergibt. Dadurch entsteht auch der Eindruck, bloß ein mysteriöses kleines Puzzlestück aus einem größeren Zusammenhang zu Gesicht zu bekommen.

»»Wenn Raime und Tropic of Cancer überaus produktiv gewesen wären, hätte ich wohl nur ihre Musik veröffentlicht.« (Kiran Sande) Dieser metaphorische Zusammenhang von Bildern, Musik und narrativen Elementen verdeutlicht sich an Raimes erster Albumveröffentlichung »Quarter Turns Over A Living Line« von 2012. Auf dem großartigen Covermotiv windet sich eine verdrehte Tänzerin durch einen um 90 Grad gewendeten Raum. Auch die darauf enthaltenen Tracks schweben haltlos um die eigene Achse gedreht durch den Klangraum. Zwar verwenden Raime einzelne Bestandteilen aus Jungle, Techno oder Ambient, das Gesamtwerk funktioniert jedoch vollkommen außerhalb dieser eingespielten Kontexte.

Mit Tropic of Cancers »Restless Idylls LP« im darauffolgenden Jahr erlangte Blackest Ever Black endgültig größere Bekanntheit und machte auch in der internationalen Musikpresse auf sich aufmerksam. Das Label hatte damit eine eigenständige Identität innerhalb einer bewusst undefinierten Klangästhetik gefunden.

In diesem Jahr konnte Blackest Ever Black mit zahlreichen Veröffentlichungen verschiedene Aspekte der experimentellen Musik erforschen und diese ironisch brechen. Neben der Compilation »I Can’t Give You The Life You Want« und der Sammlung »Manbait« mit den bisherigen Veröffentlichungen von Regis gab es auch einige Neuzugänge wie das Mitglied des Young Echo Kollektivs Ossia, Felix K, F Ingers und das avantgardistische Jazz Album Antigravity. Kiran indes ist nach fünf Jahren Labelarbeit weiterhin begeistert, wie aus der einen Scheibe die anderen geworden sind: »Es ist mir eine ständige Freude, wenn ich diese dummen Ideen, welche ich vor ein paar Jahren auf die Rückseite eines Bierdeckels gekritzelt habe, tatsächlich als Platte in der Hand halten kann.«

Die Musik von Blackest Ever Black findest du bei hhv.de
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