Ausklang | 2017KW19 – 8 essentielle neue Platten

12.05.2017
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Bumblebee Unlimited
Lady Bug
Get On Down • 1978 • ab 16.99€
Die geilste Disco-Nummer, die nie geschrieben wurde, ist übrigens 1978 erschienen. »Lady Bug« überlebte die kurzlebigen Bumblebee Unlimited um mittlerweile vier Jahrzehnte und schmeckt immer noch streng wie wundgeriebene Genitalien mit Tabascoglasur: schwitzig, süßlich, schmerzhaft-scharf. Larry Levan hätte es da an den Remix-Duties nicht ganz so dringend gebraucht wie ein Feuchttuch im Nachgang. Bums-Musik straight outta bizarro world, das heißt wie immer: den siebziger Jahren. KC
Marco Shuttle
Systhema
Spazio Disponibile • 2017 • ab 19.99€
Weiter geht’s mit Bizarro-Musik straight outta bums world. Heißt: Marco Shuttles neues Album »Systema« kommt vom Techno, geht aber woanders hin. Der geilste Track des Albums, »Thebe«, klingt vor allem nach der Stammesmusik von durch die Bank opiumanhängigen Liliputanern auf Papua-Neuguinea. Genau an den richtigen Stellen nass der Track, wie eine…wie ein Swimming Pool: überall. PK
Kris Baha
BAH 36
Bahnsteig 23 • 2017 • ab 12.99€
Wären die Pressetexte der Bahnsteig 23 Duders nicht ohnehin unterhaltsamer als alles, was ich mir zusammenspinnen könnte, würde ich mir mehr Mühe geben mit Kris Baha und »Lockdown«. So reicht aber ein halbherziger Vergleich (klingt wie ein Snowy Red Instrumental, das durch den Holland Tunnel Dive gejagt wurde) und irgendwas von wegen: universell einsetzbar für gute (kursiv zu lesen) DJs. FA
V1984
Pansori
Knives • 2017 • ab 9.99€
Auf Knives, dem von Kuedo mitgestaltetem Label, ist in diesen Tagen eine Mini-LP (»Pansori«) von v1984 erschienen. Sie weckt Nostalgie (pfui!), denn sie klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Kuedo 2011 und Machinedrum 2001. Vocalcuts, Hall, Plastik, Essstäbchengeklapper als Taktgeber. Einzig, wie v1984 zielstrebig hier (»Aria Of Dawn«) und auch auf anderen Stücken immer den inneren Frieden aka Zen sucht; kann sein, das mir das in zwei Wochen schon auf den Senkel geht. Heute noch nicht. SH
Ability II
Pressure
Major Problems / Compassion Cuts • 2017 • ab 14.99€
Och ey, hier nur der Track, der gleichzeitig Carl Craigs, Newworldaquariums und John Beltrans beste Momente vorwegnimmt. Diese Woche über Major Problems mal wieder neu aufgelegt und nach willkommenen Compilation-Auftritten jetzt mit okayem Luca Lozano Remix auf der B-Seite. Wer aber den spielt anstelle des Dubs, soll dann aber bitte auch seine Scheinselbstständigkeit als Schallplattenunterhalter pünktlich zum 31. Mai beim Finanzamt abmelden. FA
Undefined
After Effect
Newdubhall • 2016 • ab 12.99€
Dub aus Japan, da denkt man immer erst: geil, Dub aus Japan! Ist dann aber vor allem einfach Dub, der von Japanern gemacht wurde. Wenn er dann aber besonders gut ist, ist er halt besonders guter Dub, der von Japanern gemacht wurde. So wie »Affter Effect« von Undefined, Piano, Schneebesen und Topfdeckel schleifen und klirren zweck Schleudergang (Waschmaschine steht ungeschickt) über die Küchenablage, dazu natürlich Hall, so viel, dass nur noch der Rauch fehlt (Joint kiffen, weil Dub (japanischer)). PK

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Vatican Shadow
Rubbish Of The Floodwaters
Ostgut Ton • 2017 • ab 9.99€
Klingt endlich mal nicht nur wie mit einem iPhone aufgenommen, sondern so wie eins aussieht: [Vatican Shadow](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3750/vatican-shadow.) Ewig als Kratzbürstennoisnik mit Kassettenboxfimmel an der Schattenseite des History Channels entlang zu produzieren genügt Dominick Fernow nicht mehr, stattdessen macht er plötzlich auf Detroit-Versteher mit Innervisions-Schnupfen. Weil Ostgut Ton weil Berghain, und überhaupt ist die Realität schon eklig genug, als dass noch jemand die Musik dazu machen müsste. Bald bei Adam Curtis auf Schnellwahl. KC
Konstrukt
Molto Bene
Holidays • 2017 • ab 15.99€
Kaputte Musik für kaputte Autos. Blech. Blech. Blech. Gebogen. Gerissen. Mundbearbeitet. »Alarm«! So klingt der Free Jazz von Konstrukt aus Istanbul. Ab 1:45 hörst du dann nur noch die Warnblinkanlage. 15 Sekunden später geht die wilde Fahrt weiter. Nichts für schwache Nerven. SH

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