Music Liste | verfasst 04.08.2017
Ausklang | 2017KW31
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Text Kristoffer Cornils, Sebastian Hinz

Beyonce - LemonadeWebshop ► Buy 2LP Anderthalb Jahre später ist Beyoncés Abrissbirne »Hold Up« also immer noch der beste Song, der dem enttäuschenden Lover entgegen geschmettert werden kann und außerdem noch die schönste Liebeserklärung diesseits von »God Only Knows«. Beybey halt, Diplo halt, Airhoooooooooorn over and out. Alles gesagt und gefühlt. Jetzt auch (offiziell) auf Vinyl, nur eben ohne Video, aber eben auf Vinyl. Wenüüüüüül. Es gibt da, kurz gesagt, nicht mehr viel zu sagen, aber immer noch viel dran zu haben. Auch anderthalb Jahre und ein knilchiges Sorry über die Tidal-Exclusive-Schiene später. KC
 

Oddisee - The IcebergWebshop ► Buy LP Zweites wieder erhältliches Statement zur Situation der schwarzen Erfahrung: Während Kendrick zu G-Funk und kruder Erlösungsmetaphorik zurückkehrt, bleibt Oddisee auf dem PVC-Boden der Tatsachen und Low-Key-Marxist durch und durch: »You were made the same / As those before you came / Cause you grew up«, rappt er auf »You Grew Up« und hegelt sich durch alle Entfremdungsphänomene der letzten 30 Jahre im spätesten Kapitalismus unserer Zeiten, ohne darüber allerdings dessen ideologischen Konsequenzen zu vergessen. Klingt nach liberalem gotta-hear-both-sides, macht aber vor allem die Seiten zwischen oben und unten, das heißt dir und mir und euch und uns neu auf. Probleme sind eben gemacht und nicht Teil des göttlichen Plans. KC
 

Shintaro Sakamoto - Love If PossibleWebshop ► Buy LP Drei Wochen raus gewesen. Tagsüber fraß sich der Sand zwischen die Zehen ein, nachts überzogen ohrenbetäubende Stille und verschwitzte Laken die salzige Haut. Das Bier schmeckte süffig und schwer, das Telefon griff vergeblich nach den Strahlen der Zivilisation. Das war gut, das könnte nächstes Mal anders werden. Next destination also: Tokyo. Shintaro Sakamoto im Ohr vielleicht und im Hinterkopf eine Antwort auf den Konjunktiv, der in diesem Album verborgen liegt. KC
 

Yasuo Sugibayashi - The Mask Of The Imperial FamilyWebshop ► Buy LP Oder eben doch mit Yasuo Sugibayashi durch die Datennetze stillgelegter Teletechnologie jagen, morgens den Krähen von Shibuya beim Müllzerpflücken zusehen und am Selbstbedienungsautomaten eines zwischen zwei Schickeria-Geschäften gepressten Imbisses verzweifeln. Dann gegen Mittag die Monorail durch Odaiba nehmen, ankommen und gleich wieder zurückwollen, weil der Weg hier das bessere Ziel ist und der Rhythmus der Reise den satteren Groove hat. Es wäre beides völlig in Ordnung und schön. KC
 

Nina Kraviz - PochuvstvuiWebshop ► Buy 12inch Bleiben wir aber mal zwischen gestern und heute, das heißt auf dem Tanzboden der Tatsachen, denn Nina Kraviz knallt mal wieder raus und liefert mit »Pochuvstvui« einen Omar-S auf Ritalin, sibirisch understated und so brachial-funktional, dass den House-Floors dieser Welt schon die Kieferknochen schlackern, bevor die hibbeligen Sonarsignale den Traktor-Heroes dieser Welt befehlen, den Sync-Button zu pushen wie andere im schummrigen Toilettenlicht den Stoff, der hier unbedingt als Beigabe zu empfehlen ist oder vereinfacht gesagt landet Kraviz landet anders als ich auf dem: . KC
 

M500 & 3MB - Jazz Is The TeacherWebshop ► Buy 12inch Aber weil’s das eben auch noch nicht gewesen sein kann, laden Juan Atkins, Moritz von Oswald und Thomas Fehlmann nach 24 Jahren zur zweiten Elefantenhochzeit, weil Jazz noch immer der Teacher und der Chill-Out-Raum der Misere letzter Notnagel ist. Neben dem offensichtlichen M500 & 3Mb-Klassiker muss insbesondere »Cosmic Courier« mal wieder im Club laufen, so völlig neben der Spur und mit dem Kopf in den Gaswolken, durch die sterbende Sterne kullern. Wenn schon Knicklichter, dann bitte doch rektal gesetzt. Wenn die Bassline nämlich erstmal drückt, leuchten alle Augen auf. Per aspere ad astra, sagten die alten Römer. Und was sagt Hinz zu welchen Platten? KC
 

Danny Wolfers (Legowelt) - Unfolding The Future With Amateur Space JazzWebshop ► Buy Vinyl LP Ich sage: was Kristoffer Cornils für den Musikjournalismus, ist Danny Wolfers (meist als Legowelt) für die elektronische Musik: einer der umtriebigsten Produzenten auf seinem Gebiet. Einem Release folgt ein Release folgt ein Release. Wobei Masse und Klasse sich überhaupt nicht ausschließen müssen. Wenn er sich mal nur eine Minute zum Durchatmen lässt, so müssen wir dieses Jahr erfahren, dann erfindet der Niederländer halt schnell ein neues Genre (»Amateur Space Jazz«) – bei dem es in der Umsetzung nicht mehr braucht als eine Korg Microstation und eine Effektbox wie die Yamaha GSP-100 – und zeichnet dazu eine 24-seitige Graphic Novel. SH
 

South London Ordnance - Parallel Window EPWebshop ► Buy Vinyl LP Sigha loopt mit seinem Remix für South London Ordnance’ »Parallel Window« grobkörnige Zeitrafferaufnahmen von überfüllten Plätzen, von Geschiebe im Gedränge, immer ein bisschen schnell abgespielt, was die Paranoia nur steigert. Zum Runterkommen nicht geeignet.Schönes Wochenende! SH
 

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Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
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Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
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Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
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Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
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Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
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Records Revisited
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Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
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Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
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Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
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Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
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Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
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Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
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Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
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Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
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Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
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Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
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Aigners Inventur
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