Music Review | verfasst 07.03.2019
Akofa Akoussah
Akofa Akoussah
Mr Bongo, 2019
Text Lars Fleischmann , Fotos © Mr Bongo
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9.4
Redaktion
Cover Akofa Akoussah - Akofa Akoussah

In der Reissue-Welle der letzten Jahre lag der Fokus mal auf Nigeria, auf Kenia, Ghana. Derzeit schielt man nach Südafrika. Togo, das kleine Land am Atlantik, eingequetscht zwischen Ghana und dem Benin, wurde leider selten beleuchtet. Dabei zeigt schon diese Platte hier, was für ein reichhaltiger Schatz großer, sehr großer Musik verborgen liegen könnte. Die selbstbetitelte Solo-LP (aus dem Jahr 1976), die einzige, der togolesischen Sängerin **"Akofa Akoussah":http://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/5915/akofa-akoussah ist schlicht grandios – es ist sicher nicht verwunderlich, dass sie bis zuletzt auf Börsen hochgehandelt wurde. Schon mit acht wurde Akoussah erste Stimme des Schulchores, über weite Teile ihres Lebens arbeitete sie wie versessen an der Weiterentwicklung ihrer Kunst. Dafür tat sie sich mit Größen der afrikanischen Musik wie Manu Dibango oder auch Myriam Makeba zusammen; eine weitergehende Lektüre lohnt sich allemal. Den Anfang kann, muss man sogar, mit diesem Meisterwerk machen. Wie eine (sogenannte) Weltenbürgerin, spielerisch und zugleich mit dem nötigen Ernst, springt sie hier zwischen den Gefühlen und Stimmungen hin und her. Die Platte eröffnet mit einer Interpretation des argentinischen Tangos, der hier mit High-Life-Elementen und klaren Psych-Gitarren-Sätzen vermengt wird. Wer befürchtet, dass der Rest der Platte mit diesem Stück, das selbst einer Ikone wie Afro-Beat-Legende Fela Kuti gut gestanden hätte, nicht einlösen kann, sei beruhigt. Schon das Follow-Up »Ramer Sans Rame« (Rudern ohne Paddel) ist von solch herzzereissender Schönheit, dass alles droht aus der Hand zu fallen: ein wunderbar, dezent instrumentierter Chanson, der wirklich zu Tränen rührt. Im weiteren Verlauf springt Akoussah virtuos zwischen dem Schwerem und Leichtem, zwischen High und Low, zwischen Jazz und Folk hin und her, gleich so als wäre alles todernst und gar nicht so wichtig. Hier wartet ein Bossa-Nova (»La Lem«), dort schon wieder ein Stück Swing mit verhuschtem Background-Chor, nur um am Ende in einer Santana-esken Ballade zu enden.

»Akofa Akoussah« von Akofa Akoussah findest du bei HHV Records: Vinyl LP
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