Music Review | verfasst 30.08.2019
Wu-Tang Clan
OST Of Mics And Men
Caroline, 2019
Text Christian Neubert
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6.9
Redaktion
Cover Wu-Tang Clan - OST Of Mics And Men

»Of Mice and Men« ist ein populärer Roman, der um den American Dream kreist und prominent verfilmt wurde. Der Wu-Tang Clan ist eine populäre Rap Crew, für die der American Dream real wurde und deren Werdegang jüngst mit »Of Mics And Men« verfilmt wurde. Den Soundrack zum faktenbasierten Vierteiler übernahm der Wu-Tang Clan natürlich selbst. Seine erste Worte gebühren dem auch heute noch verlässlichen Ghostface Killah, der seinerzeit schon die legendären 36 Kammern des Wu-Tang Debüts eröffnete. RZA besorgt die nächsten Strophen – was ihm ungewohnt ruhig und dabei nicht direkt referenzgespickt, aber definitiv von Reminiszenzen getragen von den Lippen geht. Er beseelt drei der lediglich vier Rap Tracks, Ghostdeini darf zweimal ran. Die verbleibenden Parts stammen von den Wu Members Raekwon, Masta Killa und Cappadonna. Daneben gibt´s nur noch Harley, der die Hook im starken zweiten Track »Seen A Lot Of Things« mit der bedeutungsvollen Attitüde eines Rastafari-Crooners übernimmt. Die beiden Songs atmen genügend Wu-Spirit, um die Klan-Jüngerschaft freudig unter ihren Kapuzen hervorblinzeln zu lassen, wurden allerdings bezeichnenderweise nicht von RZA produziert, sondern von DJ Scratch bzw. von Core. Der Meister selbst lässt sein Handwerk bei »Do The Same As My Brother Do« durchblitzen – und bei den Skits, die neben den vier Tracks die beiden Seiten der Vinyl 12" füllen. Sie sind sozusagen Bonusmaterial – und würden dabei eher die Serie auf DVD bereichern als dass sie im Sinne einer kohärenten Tonträgerveröffentlichung funktionieren. Es handelt sich um Score-Fetzen, die Szenen untermalen, die es nicht in den finalen Cut der Serie schafften. Sie bannen einen nicht gerade mit Ghost Dog´scher Intensität, haben dafür allerdings Wu-Talk von Nas, GZA und Masta Killa in petto. Mag sein, dass die Dokuserie den Wu Tang Film, der seit den frühen Neunzigern international geschoben wird, gut ablichtet. Den zugehörigen Score findet man jedoch außerhalb. Auf den Platten, die ihn lostraten.

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