Music Review | verfasst 28.09.2020
Róisín Murphy
Róisín Machine
Skint, 2020
Text Maximilian Fritz
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7.8
Redaktion
Cover Róisín Murphy - Róisín Machine

Dramatische Streicher beginnen den Opener von Róisín Murphys neuem Album »Róisín Machine«. Nach kurzer Irritation stapft »Simulation« aber unbeirrt im gewohnt übersatt produzierten Disco-House-Trott, den Murphy mit ihrer raumgreifenden Stimme veredelt. Lang fielen die Tracks wieder aus, »Simulation« als längstes Stück gönnt sich etwa ganze achteinhalb Minuten. Und geht nahtlos in „Kingdom of Ends” über, in dem Róisín Murphy mit hallender Stimme und Chören über einem beatlosen Synthesizer-Bett thront. Hier beschwört die Irin maximales Pathos herauf, meldet geltende Besitzansprüche für die verwaisten Festivalbühnen des eben verblassenden Sommers an. »Something More«, vorab bereits als Soulwax-Remix erschienen, was der Eingängigkeit und Tanzbarkeit bekanntlich keinen Abbruch tut, entpuppt sich im Anschluss als melancholische Pop-Nummer, die die stilistische Palette nochmals erweitert. Bei Murphy ist stets bereits im Voraus klar, was man serviert bekommt: Durchdacht wie kraftvoll instrumentierte Abwechslung, die mit jedem Album Indie-Kids und Dance-Fraktion zu einen vermag. Mal schlägt das Pendel in die eine, mal in die andere Richtung aus, stellt aber, meist schon innerhalb der jeweiligen Tracks, die harmonische Balance wieder her. Diese qualitativ hochwertige Mixtur aus verschiedenen Stilen und zwei übergeordneten musikalischen Denkschulen funktioniert auch auf »Róisín Machine« einwandfrei, dessen Titel die musikalische Treffsicherheit und konzeptionelle Präzision der Interpretin adäquat zu beschreiben weiß.

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