Music Review | verfasst 08.12.2020
Rammellzee & K-Rob
Beat- Bop
Mr Bongo, 2020
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Rammellzee & K-Rob - Beat- Bop

126.000 USD für eine EP mit rund 20 Minuten Musik darauf ist ein stolzer Preis. Pro Minute in etwa 6.300 Dollar, da sollte man beim Zuhören nicht nebenbei in sozialen Medien rumfuhrwerken oder Geschirr spülen. Wäre schade ums Geld. Für diese Summe kam vor einigen Monaten die Vinyl 12“ »Beat Bop« von *Rammellzee* und *K-Rob** aus dem Jahr 1983 bei einer Auktion von Sotheby’s unter den Hammer. Erstaunlich. Doch warum sollte die Kunstwelt allein für aberwitzige Versteigerungserlöse sorgen? Wobei auch in diesem Fall die Kunstwelt beim Preis eine Rolle gespielt hat. Denn der New Yorker Künstler Basquiat, der die Platte produziert haben soll und auf jeden Fall das Cover gestaltete, hat besagtes – versiegelte – Exemplar anscheinend einst berührt. Darüber darf allerdings nicht die Musik vergessen werden, dieser unverschämt entspannt groovende Hip-Hop mit seinem funky Mantra-Bass, dem schlurfenden TR-808-Drumcomputer, den höflichen Congas und der gelegentlich vorbeihuschenden Geige einer Esther Ballet, deren Name verdächtig an Eszter Balint erinnert, die sowohl mit Basquiat als auch Rammellzee bekannt war – mit Letzterem spielte sie zusammen in Jim Jarmuschs Film »Stranger Than Paradise« (1984). Beim Rap werfen Rammellzee und K-Rob einander die catch phrases von »Get funky in the place« bis »Rock on it« in einem der Musik angemessen entspannten Vortrag zu. Worum geht es? Egal, der Achtziger-Flow stimmt. Und die Instrumentalversion hat für ihre vollen zehn Minuten ebenfalls Bestand. Dank Mr Bongo gibt es das Vinyl jetzt übrigens wieder etwas günstiger.

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