Music Review | verfasst 09.05.2010
Roc Marciano
Marcberg
Fat Beats, 2010
Text Benjamin Mächler
Deine Bewertung:
8.8
Nutzer (4)
8.5
Redaktion
Cover Roc Marciano - Marcberg

Schon das Album UN or U Out seiner Crew The UN kam 2004 mit einem herrlich anachronistischen Soundentwurf um die Ecke. Doch was Roc Marciano auf Marcberg veranstaltet, ist Rapmusik in seiner essentiellsten Form. 14 Songs ohne Gimmicks und komplett vom Protagonist Marciano auf der MPC-2500 in Eigenregie produziert. Features überflüssig. Marc tut so, als hätte es die letzten fünfzehn Jahre musikalische Evolution nicht gegeben. Seine minimalistischen Instrumentals, die stilistisch unausweichlich an Enta Da Stage, Livin Proof oder Hell On Earth erinnern, bieten dem versierten Einzelkämpfer die perfekte Grundlage für seine komplex konstruierten und technisch ausgereiften Lyricism-Demonstrationen. Songs wie Ridin Around, Pop oder das unglaubliche Snow fangen das Leben auf den Straßen des Rotten Apples beängstigend visuell ein. In der Euphorie über dieses Manifest neigt man dazu Roc Marcano in einem Atemzug mit anderen legendären MCs aus Long Island wie Rakim, LL Cool J oder Prodigy zu nennen. Marcberg ist ein Album vom Rap-Liebhaber, für den Rap-Liebhaber. Kohärenter geht nicht.

Das Album Marcberg von Roc Marciano findest du bei hhv.de auf Vinyl oder CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 03.04.2014
The UN
UN or U Out
»UN or U Out« von The UN liefert zeitlosen Trueschool-Sound mit der New York-typischen »No-Bullshit«-Attitüde.
Music Review | verfasst 29.01.2020
Roc Marciano
Marcielago
Auf seinem achten Album »Marcielago« schert sich Roc Marciano nicht um zeitgenössische Soundentwürfe. Klingt aber dennoch erfrischen roh.
Music Review | verfasst 16.11.2011
Quelle Chris
Shotgun & Sleek Rifle
Detroit ist und bleibt ein raues Pflaster und Quelle Chris ist nach Guilty Simpson und Danny Brown der nächste Beweis dafür.
Music Review | verfasst 12.03.2012
Copywrite
God Save The King
Copywrite hat einen erstklassigen, klugen Rapstil und darf diesen auf Beats von RJD2, Bronze Nazareth oder Marco Polo ausbreiten.
Music Review | verfasst 29.11.2012
Roc Marciano
Reloaded
Wer 2012 nach authentischem Rapsound ohne Gimmicks sucht, wird ganz sicher wieder mit Roc Marciano glücklich.
Music Review | verfasst 09.11.2018
Roc Marciano
Behold A Dark Horse
Die Beats auf »Behold A Dark Horse« gehören zum Besten, was Roc Marciano bislang veröffentlicht hat. Es gibt aber auch Schwächen…
Music Interview | verfasst 26.11.2012
Roc Marciano
Habe die Ehre
Roc Marciano setzt bei seinem zweiten Soloalbum auf gewohnte Zutaten. Hypnotische Loops treffen auf eindringliche Straßenpoesie, »Reloaded« also. Wir luden den sonst so interviewscheuen MC und Producer zum Gespräch.
Music Kolumne | verfasst 03.04.2018
Vinyl-Sprechstunde
Roc Marciano – RR2: The Bitter Dose
Roc Marciano ist zurück, geändert hat sich nicht: Drums, die dir die Zähne ausschlagen, Samples fürs Seelchen, und Reim-Skills für die Ewigkeit. Unsere Autoren fühlen sich zu Hause.
Music Review
Ryo Fukui
A Letter From Slowboat
Dass es nun ein Reissue von »A Letter From Slowboat« gibt, dürfte zumindest Jazzkenner freuen und Ryo Fukui mehr Aufmerksamkeit einbringen.
Music Review
Ryo Fukui
Ryo Fukui In New York
Ursprünglich 1999 veröffentlicht, hat We Release Jazz jetzt eine Neuauflage von »Ryo Fukui In New York« von Ryo Fukui veröffentlicht.
Music Review
Oliver Coates
Skins N Slime
Der Cellist Oliver Coates ist so eine Art Wi9edergänger von Arthur Russell. Jetzt hat er mit »Skins N Slime« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Deutsche Elektronische Musik Vol.4
»Deutsche Elektronische Musik Vol.4« gibt einen Überblick über die Vorzüge vernachlässigter, deutscher Musik der Siebziger und Achtziger.
Music Review
The Budos Band
Long In The Tooth
Mit »Long In The Tooth« von The Budos Band könnte man wohl vorzüglich auf den ledrigen Schwingen eines Dämons durch die Unterwelt gleiten.
Music Review
Kevin Morby
Sundowner
Americana im besten Sinne des Wortes: Zum neuen Album »Sundowner« des großartigen amerikanischen Songwriters Kevin Morby.
Music Review
Various Artists
All Things Considered Vol.1
Die Compilation »All Things Considered Vol. 1« entführt für 38 Minuten in eine Welt, in der nur grüner Tee und die Kopfhörer zählen.
Music Review
Autechre
SIGN
»SIGN« ist das erste Album seit von Autechre seit 2013 und die Musik darauf ist so unmittelbar faszinierend, wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Music Review
Nas
King's Disease
»King’s Disease« ist keine von #BLM inspirierte Gospelchor-Klischee-Sause auf die Black Culture, sondern das beste Nas-Album seit Jahren.
Music Review
Mrs. Piss (Chelsea Wolfe & Jess Gowrie)
Self-Surgery
»Self-SurgeryÍ von Mrs. Piss ist ein Album, dass die kollektive Gesamtscheiße des Jahres einfängt, absticht, vierteilt und verheizt.
Music Review
Culk
Zerstreuen über euch
Die Wiener Band CULK macht mit ihrer zweiten LP »Zerstreuen über euch« den Namen zum Programm und klingen obendrein noch mitreißend.
Music Review
El Mago
Kanénas
»Kanénas«, das Debüt von El Mago, verkabelt deutsche Elektronik mit griechischer Volksmusik. Ein bisschen Mystizismus gibt’s oben drauf.
Music Review
Eartheater
Phoenix: Flames Are Dew Upon My Skin
Mit »Phoenix: Flames Are Dew Upon My Skin« liefert Eartheater ihr wohl konventionellstes und damit merkwürdigstes Album ab.
Music Review
Future Islands
As Long As You Are
Es nicht verfehlt zu sagen, dass »As Long As Your Are«, das neue Album von Future Islands, auch ein politisches Album geworden ist.
Music Review
Sufjan Stevens
The Ascention
»The Ascension«, das neue Album von Sufjan Stevens, ist ein achtzigminütiger Aufstieg. Oben angekommen, ist die Welt wieder gut. Fast.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Alessandro Alessandroni
Das selbstbetitelte Album von Alessandro Alessandroni aus dem Jahr 1971 wurde jetzt bei Sonor Music Editions wiederveröffentlicht.
Music Review
The Gaslamp Killer
Heart Math
The Gaslamp Killer ist einer der wichtigsten musikalischen Akteure im Großraum Los Angeles. Jetzt hat er mit ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Piry Reis
Piry Reis
Die zuerst 1980 veröffentlichte, zweite Langspielplatte des brasilianischen Songwriters Piry Reis wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Too Much Future: Punkrock GDR 1980-1989
Im Übungsraum und bei Konzerten mitgeschnitten zeugt »Too Much Future: Punkrock GDR 1980-1989« von der Vitalität der ostdeutschen Punkszene.
Music Review
Zombies In Miami
2712
Das mexikanische Duo Zombies In Miami legt auf Permanent Vacation ihr gleichermaßen hohärentes wie facettenreiches Debütalbum »2712« vor.
Music Review
Mammal Hands
Captured Spirits
Die Musik von Mammal Hands schwillt gerne an. Darin liegt dann auch die Schnittmenge von Pop und Rave. Nachzuhören auf »Captured Spirits«.
Music Review
Carlos Nino & Miguel Atwood-Ferguson
Chicago Waves
»Chicago Waves« ist die Dokumentation eines improvisierten Auftritts der kalifornischen Musiker Carlos Nino und Miguel Atwood-Ferguson.
Music Review
Róisín Murphy
Róisín Machine
Róisín Murphy weiß mit ihrer Musik Indie-Kids und Dance-Fraktion wie keine Zweite zu einen. So auch auf »Róisín Machine«.
Music Review
Khotin
Finds You Well
Elektronische Musik für die grauen Tage: Khotin hat seiun neues Album »Finds You Well« auf Ghostly International veröffentlicht.
Music Review
Hareton Salvanini
Xavana, Uma Ilha Do Amor
Mad About legt den Soundtrack zu »Xavana, Uma Ilha Do Amor« des brasilianischen Komponisten Hareton Salvanini neu auf.
Music Review
Osees
Protean Threat
»Protean Threat« von Osees (auch bekannt als Thee Oh Sees) ist eine Platte für Leute, die sich noch Nietengürtel um die Hose schnallen.
Music Review
Anna von Hausswolff
All Thoughts Fly
Wolkengebirge bis in den Kosmos, Höllenkreise ohne Auswege: Anna von Hauswolffs fünftes Album »All Thoughts Fly« ist erschienen.
Music Review
Satoshi & Makoto
CZ-5000 Sounds & Sequences Vol. 2
Klingt wie ausgedacht? Vielleicht. Vor allem aber ist Satoshi & Makotos zweites Album »CZ-5000 Sounds & Sequences Vol. 2« wunderbar nerdig.
Music Review
Arca
&&&&&
Start des Postgenres: Arcas »&&&&&« war Prototyp für die Generation Deconstructed Clubmusic.
Music Review
Suso Sáiz & Suzanne Kraft
Between No Things
Auf dem Album »Between No Things« haben sich die Musiker Suso Sáiz und Suzanne Kraft für neun Meditationen zusammengetan.
Music Review
Drew McDowall
Agalma
Unwirkliche Räume modulierter Schönheit: Coils Drew McDowall veröffentlicht mit »Algama« einen neues Album.
Music Review
Nicolas Jaar
Cenizas
Mit »Cenizas« baut Nicolas Jaar weiter an seinem Bild vom großen Komponisten unter den Laptopmusikern.
Music Review
Little Brother
May The Lord Watch
»May the Lord Watch«, das Comeback-Album von Little Brother ist absolut nicht zeitgemäß, aber davon völlig unbekümmert.
Music Review
The Heliocentrics
Telemetric Sounds
»Telemetric Sounds«, das zweite Album von The Heliocentrics binnen eines Jahres ist dunkler, wütender, getriebener und dreckiger.
Music Review
Fabiano Do Nascimento
Preludio
»Preludio«, das dritte Album des jungen Gitarristen Fabiano Do Nascimento ist eine sehr sexy spartanische Angelegenheit.
Music Review
Acid Pauli
MOD
Mit Synthesizern fordert Martin Gretschmann unter seinem Acid-Pauli-Alias auf »MOD« weniger zum Tanzen als zum Lauschen auf.
Music Review
Helge Schneider
Mama
»Mama« heißt das neue Album von Helge Schneider und es ist liefert gewohnt unfehlbare musikalische Ergüsse.
Music Review
Admas
Sons Of Ethiopia
Alles löst sich in schönster Schwermut auf: Zur Reissue des äthiopischen Synthesizer-Schatzes »Sons Of Ethiopia« von Admas von 1983.
Music Review
Kairon; IRSE!
Polysomn
Seit ihren ersten Releases gelten Kairon; IRSE! als Shoegaze-Sensation. Nun haben die Finnen mit »Polysomn« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Lucrecia Dalt
No Era Sólida
Mit »No Era Sólida« reißt die Kolumbianerin Lucrecia Dalt sämtliche Grenzen ein. Es kommen unerforschte Gebiete zum Vorschein.
Music Review
Bad Stream
Sonic Healing
Auf seinem neuen Album »Sonic Healing« verarbeitet Frittenbuden-Gitarrist Martin Steer den Schlaganfall seiner Mutter musikalisch.