Music Review | verfasst 30.03.2012
Blundetto
Warm My Soul
Heavenly Sweetness, 2012
Text Björn Bischoff
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
6.0
Redaktion
Cover Blundetto - Warm My Soul

Manchmal macht nur der Groove den Unterschied. Denn auch auf »Warm My Soul« passiert nichts, was nicht schon bekannt wäre. Max Guiget lässt unter dem Namen Blundetto Funk und Soul im Reggae- Rhythmus verlaufen, hier und da gibt es Anleihen an Jazz, Latin und Hip Hop. »Warm My Soul« ist in der Hinsicht so innovativ wie der vermutete Soundtrack im Küchenradio von Herrn Silbereisen. Und doch lassen einzelne Tracks wie »Final Goodbye« das zweite Album von Blundetto besonders werden. Da hängt die gesamte Nummer an den Saiten einer Gitarre, auf denen Tommy Guerrero eine dünne Melodie spielt, während die Orgel immer wieder Stiche setzt. Der Titeltrack pumpt sich über seine Rootstakte auf und Gastsänger Courtney John säuselt seine Liebesbedürftigkeit dazwischen. All diese einzelnen Momente laufen aber nicht zu einem Ganzen zusammen. Die Platte mutet wie eine Compilation an – aber immerhin eine gute. Zu herzlich empfingen einen ja auch die Bläser in »Rocroy«, um mittendrin auszusteigen. Und dass »Crowded Places« ziemlich arg nach Mulatu Astatke klingt: geschenkt. »Warm My Soul« bleibt mit einzelnen Tracks im Gedächtnis, aber nicht als komplette Platte. Vermutlich Absicht, aber so baut sich in den knapp fünfzig Minuten kaum Spannung auf. Es bleiben nur lose Momente, aber die haben immerhin Groove. Und das ist schon mal viel wert.

Das Album »Warm My Soul« von Blundetto findest du bei hhv.de: CD LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.09.2011
Chilly Gonzales
The Ivory Tower
Parallel zum neuen Album The Unspeakable Chilly Gonzakes ist nun endlich The Ivory Tower aus dem letzten Jahr auf Vinyl erschienen.
Music Review | verfasst 16.04.2014
DopeGems
Necksnappin'
Die französische Combo DopeGems wiederbeleben den obskuren Funk-Jazz der 1970er Jahre. Und wie!
Music Review | verfasst 16.09.2014
Guts
Hip Hop After All
Guts’ neue Platte »Hip Hop After All« wird durch namhafte Größen und verheißungsvolle Newcomer zu einem Album interdisziplinärer Klasse.
Music Review | verfasst 17.08.2015
Mambo & Guts presents
Beach Diggin Vol.3
Mambo und Guts haben für die Zusammenstellung von »Beach Diggin’ Vol3.« die Sonnebrille aufgesetzt und den Mojito in die Hand genommen.
Music Review | verfasst 04.11.2015
Various Artists
Kouté Jazz
Heavenly Sweetness hat auf »Kouté Jazz« in den 1970er und 1980er Jahren entstandene Musik der französischen Antillen zusammengestellt.
Music Review | verfasst 12.11.2015
Sly Johnson
The Mic Buddah
Als Beatboxer der Saian Supa Crew hat sich Sly Johnson einen Namen gemacht. Nun ist »The Mic Buddah« zurück mit einem neuen Album.
Music Review | verfasst 06.04.2016
Guts
Eternal
Auf »Eternal« wird Guts vom Beatmaker zum Bandleader. Dem Groove schadet das nicht. Im Gegenteil.
Music Review | verfasst 13.04.2016
Florian Pellissier Quintet
Cap De Bonne Esperance
Mit »Cap De Bonne Esperance« haben die Jazzer des Florian Pellissier Quintet den Geist des klassischen Hardbop eingefangen.
Music Review
Gerhard Heinz
OST The Story Of The Dolls
Mucke für Tage, an denen einem die Sonne aus dem Arsch scheint: »OST The Story Of The Dolls« von Gerhard Heinz wird wiedervöerffentlicht.
Music Review
Ebi Soda
Ugh
Jede Woche neue interessante Jazzbands aus Großbritannien: Nun haben die aus Brighton kommenden Ebi Soda ihr Debüt »Soda« veröffentlicht.
Music Review
Imagination
Shake It
Das Label The Artless Cuckoo veröffentlicht zum vierzigjährigen Jubiläum das vielgesuchte »Shake It« der Düsseldorfer Band Imagination neu.
Music Review
Zmatsutsi, Tross, Houschyar
Various Lurkers 3
Mit »Various Lurkers 3« setzt Space Ritual ihre Labelreihe fort. Darauf sind sehr gute Tracks von Zmatsutsi, Tross und Houschyar zu hören.
Music Review
Earl Sweatshirt
Feet Of Clay
»Feet Of Clay« ist ein Fragment dessen, was Earl Sweatshirt ausmacht. Es besitzt die Dringlichkeit und Haltung, die Underground verkörpert.
Music Review
Jon Hassell
Seeing Through Sound Pentimento Vol.2
Nur konsequent: Zwei Jahre nach »Listening To Pictures« geht es bei Jon Hassell mit »Seeing Through Sounds« synästhetisch weiter.
Music Review
Minyo Crusadres / Frente Cumbiero
Minyo Cunbiero
Japan trifft Kolumbien: Auf »Minyo Cunbiero« verschmilzt das beste der Kombos Minyo Crusadres und Frente Cumbiero zu einer wilden Sause.
Music Review
Jessy Lanza
All The Time
Wieder gemeinsam mit Jeremy Greenspan bündelt Jessy Lanza auf »All The Time“ ihre Kräfte zu auf den Punkt angespitzten R&B-Pop-Nummern.
Music Review
Jason Molina
Eight Gates
Sieben Jahre nach seinem Tod erscheinen mit »Eight Gates« nun unveröffentlichte Aufnahmen des amerikanischen Songwriters Jason Molina.
Music Review
Eiko Ishibashi
Hyakki Yagyō
Auf »Hyakki Yagyō« bringt Eiko Ishibashi auf zwei Klangcollagen wunderbar-wunderliche Sounds in fließende Bewegungen.
Music Review
Tadao Sawai, Kazue Sawai, Takeshi Inomata, Norio Maeda, Hozan Yamamoto
Jazz Rock
Mr Bongo veröffentlicht das zuerst 1973 veröffentlichte »Jazz Rock« des Koto-Spielers Tadao Sawai und weiterer Mitstreiter erstmals neu.
Music Review
Manfredo Fest
Brazilian Dorian Dream
»Brazilian Dorian Dream«, das 1976 erschienene Album des Brasilianers Manfredo Fest, ist Bossa Jazz der ansteckend eleganten Sorte.
Music Review
Various Artists
Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown
Auf »Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown« beleuchtet Soul Jazz Records die umtriebige britische Jazzszene vielfältig und genau.
Music Review
Voz Di Sanicolau
Fundo De Mare Palinha
Analog Africa hat »Fundo De Mare Palinha«, 1976 aufgenommene Musik der kapverdischen Band Voz Di Sanicolau, wiederveröffentlicht.
Music Review
SW.
Night
»Night« ist das dritte Album von Stefan Wust unter seinem Alias SW., das erste außerhalb seines Labels SUED. Diese Platte ist ein Abenteuer.
Music Review
Adult Fantasies
Towers Of Silence
Eine ausgesprochen verdienstvolle Zusammenstellung bringt uns Stroom in diesen Tagen mit »Towers Of Silence« der Belgier Adult Fantasies.
Music Review
Zara McFarlane
Songs Of An Unknown Tongue
Femininer Vocal Jazz muss nicht wie Norah Jones klingen: Zara McFarlane hat mit »Songs Of An Unknown Tongue« ihr viertes Album vorgelegt.
Music Review
Blu & Exile
Miles
Nach acht Jahren kommen Blu und Exile wieder für ein Album zusammen. »Miles« zeigt, dass sich nur wenige Duos so ergänzen wie diese zwei.
Music Review
Sharhabil Ahmed
The King Of Sudanese Jazz
Wunsch nach einer neuen Freiheit: Mit »The King Of Sudanese Jazz« veröffentlicht Habibi Funk nun Musik von Sharhabil Ahmed.
Music Review
Bob Dylan
Rough And Rowdy Ways
Mit »Rough And Rowdy Ways« lädt Bob Dylan ein, sich auf dem Schoß des Onkels endlich gemütlich zu machen. Oder ist bloß alles eine Finte?
Music Review
Adaye
Turn It Up
Leise spielen ist nicht: »Turn It Up«, der Bubblegum der südafrikanischen Band Adaye (ihr einziger Hit), sollte laut gehört werden.
Music Review
Karate Boogaloo
Carn The Boogers
Urlaub in Italien war gestern. Heute holt man sich Aruba, die Beach Boys, gute Laune mit Karate Boogaloos »Carn The Boogers« ins Schwimmbad.
Music Review
Jim O'Rourke
Shutting Down Here
Anfang der Neunziger war Jim O’Rourke erstmals in den legendären GRM-Studios zu Gast. Für »Shutting Down Here« kehrte er dorthin zurück.
Music Review
Nullptr
Future World
Der Electro von Nullptr auf »Future World« kommt dem Titel widerstrebend ohne aufgesetzte Zukunftsvisionen aus.
Music Review
Yumiko Morioka
Resonance
Mit »Resonance«, ihrem einzigen Album aus dem Jahr 1987, lässt Yumiko Morioka Teile postklassischer Musik jüngerer Machart obsolet wirken.
Music Review
Julianna Barwick
Healing Is A Miracle
Julianna Barwick lässt auf »Healing Is A Miracle« den einen oder anderen Fremdkörper in ihrer Musik zu. Tut das nur wohl oder sogar Not?
Music Review
Jay Glass Dubs
Soma
Jay Glass Dubs tritt auch auf »Soma« für mehr Melodie, für mehr Hall, für Elegie am Sonnendeck ein.
Music Review
Jura Soundsystem
With You EP
Kevin Griffiths hat für sein Projekt Jura Soundsystem die alten Maschinen wieder angeschmissen und die »With You EP« aufgenommen.
Music Review
Rie Murakami
Sahara
»Sahara« von der ansonsten unbekannten Japanerin Rie Murakami wurde 1984 veröffentlicht. Ein Album ohne Eigenschaften, doch voller Hits.
Music Review
Vague Imaginaries
L'ile Sous L'eau
Nur kurz nach Erscheinen seines Albums »L’Île D’or« legt Vague Imaginaries mit »L’ile Sous L’eau« eine EP nach.
Music Review
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Verschmelzen der Welten: Auf »Afropentatonism« treffen Alhousseini Anivolla aus dem Niger und Girum Mezmur aus Äthiopien zusammen.
Music Review
Haiyti
Sui Sui
Das Prädikat Pop reicht hierfür nicht aus: »Sui Sui«, das vierte Album von Haiyti, ist eine Machtdemonstration.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.
Music Review
The Exaltics & Heinrich Mueller
Dimensional Shifting
The Exaltics macht erstmal mit Heinrich Mueller alias Gerald Donald gemeinsame Sache. »Dimensional Shifting« ist eins nicht: vorgestrig.
Music Review
Mulatu Astatke & Black Jesus Experience
To Know Without Knowing
Auch auf »To Know Without Knowing«, seinem neuen Album mit Black Jesus Experience, ist Mulatu Astatke unverkennbar.
Music Review
Croatian Amor
All In The Same Breath
Loke Rahbek hat mit »All In The Same Breath« ein neues Album unter seinem Moniker Croatian Amor bei Posh Isolation veröffentlicht.
Music Review
Dee Dee Bridgewater
Afro Blue
1974 nur in Japan veröffentlicht, bekommt »Afro Blue«, das Debüt von Dee Dee Bridgewater jetzt eine zweiten Anlauf auf Mr Bongo spendiert.
Music Review
Soul Media
Funky Stuff
Das 1975 nur in Japan veröffentlicht Album »Funky Stuff« von Jiro Inagaki’ Soul Media wurde jetzt bei Nippon Columbia wiederveröffentlicht.
Music Review
Oiro Pena
2
Der finnische Multiinstrumentalist Antti Vauhkonen veröffentlicht Versponnes mit seiner bei Jazzaggression erschienenen Vinyl 10-inch »2«.
Music Review
Groupe RTD
The Dancing Devils Of Djibouti
Hand hoch, wer Dschibuti auf dem Globus auscheckt. Musikalisch war das afrikanische Land noch gar nicht auf der Landkarte verzeichnet.
Music Review
Patricia
Maxyboy
IDM mit Hardware-Patina: Auf »Maxyboy« von Patricia werden Aphex Twin, Autechre und Planet Mu zu musikalischen Abziehbildern.