Music Review | verfasst 27.06.2012
Bandshell
HES021
Hessle Audio, 2012
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Anja Vatter
Deine Bewertung:
8.0
Nutzer (1)
7.8
Redaktion
Cover Bandshell - HES021

Ein ganz heißes Eisen haben Hessle Audio mit ihrer neuen 12" aus dem Feuer gehoben. Auch wenn die vier Tracks auf »HES021« nicht gleich stark sind, ist der frische Wind, der von dieser Veröffentlichung ausgeht, durchaus zu spüren. Insbesondere »Dust March« steht für einen neuen Sound, der gerade in UK gerade erste Früchte zeitigt. Eine Art ins Extreme verlangsamter Technodub, mit roher Klangästhetik, keine Melodien, kein Schnickschnack. Dafür ungehörte Sounds, verstreut über die Gesamtänge des Tracks und Beats, die sich aus der Reduktion schälen und ins Komplexe dehnen. Neben Bandshell ((keine Ahnung, wer genau dahinter steckt) wird das ebenso Aufsehen erregende Debüt von Darling Farah auf Civil Music genau in dieselbe Kerbe schlagen. Natürlich wissen diese Jungspunde etwas mit Actress, Monolake, STL anzufangen, aber da ist noch mehr. Auf »Rise’Em« zieht Bandshell dann das Tempo an, bleibt aber im selben luftleeren Raum, und stoppt bei Team Shadetek anno 2004, nur weniger Hip und Hop. Sogar noch weniger Melodie. Ja, das geht. Melodiöse Klangfolgen hört man aber erst auf »Metzger«, das rhythmisch interessant bleibt, bei dem aber gerade die Melodien das Ohr verkleben bevor die durchweg exzellenten Sounds dorthin vordringen. »Dog Sweater« reduziert das Melodiöse wieder, spielt aber dafür mit einem Sample (scheinbar: Wiley) und mit Gabba-Rhythmik. Die beiden Tracks auf der B-Seite sollen aber auch nicht mehr sein als Stilübungen. Das geht völlig in Ordnung, wenn die A-Seite mit Tracks bespickt ist, die durchaus Maßstäbe setzen könnten. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dem hier so sein könnte.

Die 12" «HES012« von Banshell findest du bei hhv.de: 12inch
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 15.02.2013
Bandshell
Caustic View
Im Gegensatz zu der Erstveröffentlichung rückt Bandshell mit seinem Nachfolger von dessen Unbedingtheit in der Klangästhetik ab.
Music Review | verfasst 27.10.2014
Bruce
HES027
Der Hessle Audio Neuzugang Bruce kann sich mit »HES027« nicht so ganz in den spannenden Labelkatalog eingliedern.
Music Review | verfasst 13.09.2012
Shed
The Killer
René Pawlowitz kontert auf »The Killer« mit Facetteneichtum: Bässe, Ambient, Techno, sogar etwas Dubstep ist zu hören.
Music Review | verfasst 27.02.2014
Kangding Ray
Solens Arc
Für 2014 ist hiermit offiziell der Platz als bestes TechnoALBUM vergeben. Sorry an alle Nachkömmlinge.
Music Review | verfasst 18.09.2015
Various Artists
µ20
Mike Paradinas Label Planet µ (Planet Mu) wird zwanzig und feiert mit einer umfassenden Compilation nebst 100seitigem Booklet.
Music Review | verfasst 31.08.2017
DMX Krew
Strange Directions
DMX Krew zeigt mit »Strange Directions«, dass es eben nicht immer den dicken Dancefloor-Kracher braucht, um Glamour zu erzeugen.
Music Review | verfasst 15.04.2010
Ramadanman / Midland
Your Words Matter / More Than You Know
Die beiden Briten Ramadanman und Midland haben auf Aus Music eine gemeinsame Split-Single veröffentlicht, die aufhorchen lässt.
Music Review
Various Artists
Heisei No Oto - Japanese Left-Field Pop From The CD Age (1989-1996)
»Heisei No Oto« versammelt 16 verquere und träumerische Alternative-Pop-Songs aus einer Ära, in der die CD in Japan ihren Siegeszug antrat.
Music Review
Nermin Niazi
Disco Se Aagay
Grandiose Widerentdeckung: Als die Geschwister Nermin Niazi und Feisal Mosleh 1984 »Disco Se Aagay« aufnahmen, waren sie noch Kinder.
Music Review
Stereolab
Switched On Vol.4: Electrically Possessed
Das große Reissue-Projekt von Stereolab findet nun mit »Switched On Vol.4: Electrically Possessed« ein Ende.
Music Review
Mouse On Mars
AAI
Inspiriert von einem Text über künstliche Intelligenz von Louis Chude-Sokeis haben Mouse On Mars ihr neues Album »AAI« produziert.
Music Review
A Winged Victory For The Sullen
Invisible Cities
Adam Wiltzie und Dustin O’Halloran haben als A Winged Victory For The Sullen Musik für das Theaterstück »Invisible Cities« komponiert.
Music Review
Legowelt
Pancakes With Mist
»Pancakes With Mist«, das neueste Werk des niederländischen Virtuoso Legowelt, ist nun auch auf Vinyl erschienen.
Music Review
Pauline Anna Strom
Angel Tears In Sunlight
»Angel Tears In Sunlight« sollte das erste Album von Pauline Anna Strom nach 30 Jahren werden. Kurz vor Veröffentlichung ist sie verstorben.
Music Review
Tindersticks
Distractions
Lenkt die Liebe vom Leben oder das Leben von der Liebe ab: Tindersticks haben mit »Distractions« ein spannendes Album veröffentlicht.
Music Review
The George Otsuka Quintet
Loving You George
WeWantSounds macht mit »Loving You Geroge« eine Live-Aufnahme des The George Otsuka Quintets aus dem Jahr 1975 wieder verfügbar.
Music Review
Nancy Sinatra
Start Walkin' 1965-1976
»Start Walkin‘ 1965-1976« vereint die wichtigsten Songs von Nancy Sinatra und ist in diesem umfassenden Paket ein Pop-Schmankerl.
Music Review
Moggi (Piero Umiliani)
News! News! News!
»News! News! News!«, das Piero Umiliani vor 40 Jahren unter seinem Pseudonym Moggie veröffentlichte, wurde neu aufgelegt.
Music Review
Egyptian Lover
1986
Kraftwerk kann sich schleichen: Egyptian Lover lässt nicht locker und veröffentlicht mit »1986« neue Musik.
Music Review
Roots (Barney Rachabane)
Roots
»Roots«, das 1975 eingespielte Album des südafrikanischen Saxofonisten Barney Rachabane, wurde bei Frederiksberg wiederveröffentlicht.
Music Review
21 Savage & Metro Boomin
Savage Mode II
»Savage Mode II« von 21 Savage und Metro Boomin löst das Versprechen ein, dass die beiden 2016 auf ihrem Erstling heraufbeschworen haben.
Music Review
Stella Chiweshe
Ambuya!
Stella Chiweshes Musik entstand unter Widrigkeiten. Das Reissue ihres Debütalbums setzt folgerichtig ein Ausrufezeichen hinter dessen Titel.
Music Review
Omar Khorshid
With Love
Das 1978 im libanesischen Exil entstandene Album »With Love« des ägyptischen Gitarristen Omar Khorshid wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Al Wootton
Maenads
Mit »Maenads« kehrt der hochaktive Al Wootton auf sein Label Trule Records zurück. Die vier Tracks strömen eine ahnungsvolle Atmosphäre aus.
Music Review
Conny Frischauf
Die Drift
Lustig und nachdenklich, albern und rätselhaft: die Musik von Conny Frischauf auf »Die Drift« lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Music Review
Condry Ziqubu
Gorilla Man
Sehr sexy geballte Energie gegen Gewalt: Afrosynth veröffentlicht auf »Gorilla Man« Stücke des südafrikanischen Musikers Condry Ziqubu.
Music Review
Black Country, New Road
For the First Time
Black Country, New Road ist die Band der Stunde in Großbritannien. Ihr Debüt »For the First Time« ist soeben bei Ninja Tune erschienen.
Music Review
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Tout puissant! Auf Superfly wurde das selbstbetitelte 1972er Album von Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey wiederveröffentlicht.
Music Review
Laurent Petitgirard
Suite Epique
»Suite Epique« des französischen Komponisten Laurent Petitgirard, erstmals 1972 erschienen, wurde jetzt bei Superfly wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Somewhere Between: Mutant Pop, Electronic Minimalism & Shadow Sounds Of Japan 1980-1989
Japan in den 1980er Jahren, 14 unerhörte Songs. Zur neuen Compilation »Somewhere Between« auf Light In The Attic.
Music Review
Various Artists
Profondo Nero
Mit der Dekmantel-Compilation »Profondo Nero« beleuchtet der DJ Cinema Royale die dunkle Unterseite des Italo-Disco-Hypes.
Music Review
Witch
Introduction
Rockmusik aus Sambia: »Introduction«, das Debüt von Witch aus dem Jahr 1972, wurde bei Now-Again aufgehübscht und wiederveröffentlicht.
Music Review
Shame
Drunk Tank Pink
Wer hinter den Krach blickt, entdeckt eine Fülle an Details: die britischen Rocker Shame präsentieren mit »Drunk Tank Pink« ein neues Album.
Music Review
Biosphere
Angel's Flight
Gerade ist das Beethoven-Jahr vorüber, da veröffentlicht Biosphere mit »Angel’s Flight« auf dem »String Quartet No.14« basierende Musik.
Music Review
Various Artists
Berlin Atonal – More Light
2020 setzte auch das Berlin Atonal aus und kondensiert das geplante Programm nun in eine Compilation von außergewöhnlicher Geilheit.
Music Review
Hieroglyphics
Hiero Oldies Vol.1
Bis auf Kassette und digital erschienen, gibt es »Hiero Oldies Vol.1« der kalifornischen Rapcrew Hieroglyphics nun auch auf Schallplatte.
Music Review
Yu Su
Yellow River Blue
Auf ihrem Albumdebüt »Yellow River Blue« verfolgt die im kanadischen Vancouver beheimatete Musikerin Yu Su eine klare Idee.
Music Review
Tiziano Popoli
Burn the Night / Bruciare la Notte. Original Recordings, 1983-1989
Mit »Burn the Night / Bruciare la Notte« wird dem disparaten Schaffen des italienischen Eigenbrödlers Tiziano Popoli ein Denkmal gesetzt.
Music Review
Various Artists
Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine
»Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine« versammelt an die Achtziger angelehnten Post-Punk, der zum Tanzen einlädt.
Music Review
Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich
Jours de Grève
Die Folklegende Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich alias Tolouse Low Trax haben mit »Jours de Grève« ein wunderliches Album abgelegt.
Music Review
François De Roubaix
Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.
erstmals wird die Musik zur TV-Serie »Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.« von François De Roubaix auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz 13: NOW!
Nach einem halben Dutzend Ausgaben widmet sich »Spiritual Jazz 13: NOW!« nun den aktuellen Tendenzen des titelgebenden Genres.
Music Review
Various Artists
Cuba: Music and Revolution 1975-85
Gilles Peterson und Stuart Baker haben mit »Cuba: Music and Revolution 1975-85« die innovativen Momente der Zeit zusammengetragen.
Music Review
Conrad Schnitzler
Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)
»Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)« umfasst zehn unbekannte Stücke von Conrad Schnitzler aus seiner besten Phase.
Music Review
Ibrahim Khalil Shihab Quintet
Spring
Beschwingt und sonnendurchflutet: das erste Mal seit 40 Jahren wird »Spring« des südafrikanischen Ibrahim Khalil Shihab Quintets aufgelegt.
Music Review
Aminé
Limbo
Wie tief kann man gehen, ohne einzuknicken: der amerikanischer Rapper Aminé probiert’s auf seinem neuen Album »Limbo« aus.
Music Review
Badge Époque Ensemble
Future, Past & Present
Das kanadische Badge Époque Ensemble hat mit »Future, Past & Present« ein neues Albumveröffentlicht.
Music Review
Jorge Navarro
Navarro Con Polenta
Das Album »Navarro Con Polenta« des argentinischen Jazzpianisten Jorge Navarro aus dem Jahr 1977 wurde auf Altercat wiederveröffentlicht.