Music Review | verfasst 18.06.2012
Lorn
Ask The Dust
Ninja Tune, 2012
Text Pippo Kuhzart , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Lorn  - Ask The Dust

Gewaltig ist das erste Adjektiv, dass mir in den Kopf schießt, als ich »Ask The Dust« gehört habe. Aber da ist noch etwas anderes. Sein drittes Album ist nicht mehr so roh. Die Soundgewalt aus Hip Hop-Beats, Industrial und Techno hat jetzt auch etwas, ja, Anmutiges. Mit Lorns Album verhält es sich so, als würde eine Dampfwalze über kleine Blechhütten hinwegfegen, würde dabei aber von zarten Feen gelenkt. Man sieht die grazilen Gestalten in der Fahrerkabine erst nicht; zu beeindruckend ist die Walze. Die Walze auf »Ask The Dust« bezogen sind die Drums, die sich oft anhören, als würde eine Peitsche auf Sand schnalzen. Die Walze sind die knatternden Basslines, die hallenden Synthies. So entsteht eine kantige, dunkle Soundfassade. Sieht man das jedoch nicht als Hindernis, sondern erkennt das Faszinierende daran, dann offenbaren sich dahinter immer wieder helle Flecken. Dass Lorn inzwischen seine eigene Stimme einsetzt trägt dazu bei; aber auch minimale Frequenzverschiebungen der Synthies, oder Passagen ohne Drums öffnen die teils brachialen Strukturen. Das ist auch das Konzept des Album-Highlights »Diamonds«. Es ist ein Ritt durch die Unterwelt, der an einem surreal hellen Ort endet. Die hetzenden Streicher, die klagende Sirene und der brutale Bass: Es ist mit der einnehmenste Song, den ich 2012 erlebt habe. An diese Qualität reichen bei weitem nicht alle Tracks; Lorns bestes Album ist es nichtsdestotrotz.

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