Music Review | verfasst 06.11.2015
Kode9
Nothing
Hyperdub, 2015
Text Tim Caspar Boehme , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Kode9 - Nothing

Willkommen im »Nøtel«, dem menschenleeren Luxushotel! Hier hat es sich Steve Goodman alias Kode9 zwar nicht selbst gemütlich gemacht, aber dafür gibt es reichlich Maschinen, die dort ihren Dienst tun – oder was sie sonst so für richtig halten. »Nothing« dreht sich um die Leere, um das Nichts, und als Bild dazu passt das »Nøtel« perfekt. Wie stark Kode9 es in seiner Musik wirklich konsequent auf die Abwesenheit von Menschen abgesehen hat, ist eine andere Frage. Der Großteil der Stücke ist instrumental, abgesehen von dem knapp anderthalbminütigen »Third Ear Transmission«, auf dem Steve Goodmans im vergangenen Jahr verstorbener Freund The Spaceape mit Worten wie »Child is father to the man« zu hören ist. Der Track »Void« hingegen ist insofern durch menschliche Abwesenheit gekennzeichnet, als er die Stellen für den ursprünglich vorgesehenen Gesangspart von The Spaceape einfach freilässt. Auf menschliche Aktivität deuten dafür die Footwork-Rhythmen hin, die Kode9 in vielen seiner Tracks verarbeitet hat. Wobei er diese mitunter auch schon mal unter seinen Fingern zerkrümeln lässt, ganz gleich, ob noch jemand dazu tanzen möchte oder nicht. Man mag darin Anzeichen von Leere erkennen oder eben den Ausdruck von Kode9 – nach wie vor menschlicher – Fantasie. Denn trotz all des Nichts, das auf »Nothing« zum Gegenstand gemacht wird, bis hin zu den neun Minuten digitaler Stille in der Schlußnummer »Nothing Lasts Forever«, ist dieses Album paradoxerweise immer noch eine höchst lebendige Angelegenheit.

Das Album »Nothing« von Kode9 findest du demnächst bei hhv.de.
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