Music Review | verfasst 17.02.2016
Moritz Sembritzki Magnetic Ghost Orchestra
Sand
New Ways, 2016
Text Jan Paersch
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.6
Redaktion
Cover Moritz Sembritzki Magnetic Ghost Orchestra - Sand

Traumphasen einer durchschlafenen Nacht würden die Stücke seines neuen Albums “Sand” repräsentieren, sagt Moritz Sembritzki. Der Berliner Bandleader und Komponist, der bisher vor allem die Marching Band der Leipziger Musikhochschule geleitet hat, hat sich mit seinem neuesten Projekt viel vorgenommen. Eine 16-köpfige Band spielt die zehn Kompositionen Sembritzkis, die zwischen Jazz, Minimal, Avantgarde und Klassik oszillieren. Das Magnetic Ghost Orchestra ist eine etwas andere Big Band, die sich sich aus prominenten Musikern der deutschen Jazzszene zusammensetzt. Zu den zwei Schlagzeugern kommen ein Bassist, ein Keyboarder und neun Bläser, dazu die hohen Sopran-Stimmen von Lea W. Frey und Aylin Winzenburg; Sembritzki selbst spielt Gitarre. Fließend gehen die Songs ineinander über, sind von überraschenden Tempo- und Stilwechseln geprägt. Druckvolle Stücke wie »What Has Gone Wrong« sind gleichzeitig Film- als auch Rock-Musik. Das nervöse Saxophon-Motiv von »Toast To The Ghost«, das durchaus von John Coltrane oder Pharoah Sanders stammen könnte, greift »Tying Lies« zum Flüstern der Sängerinnen gegen Ende noch einmal auf. Die Ausläufer eines Alptraums? Ganz am Schluss steht ein einziger langer Akkord – das Erwachen? Keineswegs leichte Kost, aber eine angenehm rätselhafte, fordernde, ernste Platte

Das Album »Sand« von Moritz Sembritzki Magnetic Ghost Orchestra findest du bei hhv.de: CD und LP.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 26.02.2014
Toby Fichelscher
Busting The Bongos
Toby Fichelscher war einer der Seelensklaven der den Blues hatte. »Busting The Bongos« gibt Einblicke in das Werk des Berliner Jazzers.
Music Review | verfasst 25.04.2017
Joshua Abrams & Natural Information Society
Simultonality
Seit den 1990er Jahren ist Joshua Abrams eine feste Größe in Chicago. Mit »Simulatonality« soll er endlich hierzulande entdeckt zu werden.
Music Review | verfasst 11.05.2017
Jukka Eskola
Soul Trio
Besseren Retro-Jazz findet man in Europa nirgends: Jukka Eskola überzeugt mit seinem »Soul trio«, zu dem auch Timo Lassy gehört.
Music Kolumne | verfasst 17.08.2019
Records Revisited
Miles Davis – Kind Of Blue (1959)
Fünfmal oder sechsmal habe er die Musik verändert. So sagte es Miles Davis einst selbst von sich. In diese Reihe der Veränderungen gehört »Kind Of Blue«. Warum die Platte bis heute nichts von ihrer Größe und Spiritualität verloren hat.
Music Kolumne | verfasst 14.09.2019
Records Revisited
Charles Mingus – Mingus Ah Um (1959)
Charles Mingus war das verrückteste Genie der Jazzgeschichte. In diesem Jahr wird sein berühmtestes Album »Mingus Ah Um« 60 Jahre alt. Ein Rückblick auf Vulkanausbrüche, Waffengewalt und eine Platte, die dem Bass zur Artikulation verhalf.
Music Review | verfasst 04.10.2012
Various Artists
Spiritual Jazz 3
Es ist eine befremdliche Musik, die Improvisation als Kern und die Freiheit im Herzen. Es ist Musik, die sich wiederzuentdecken lohnt.
Music Review
The Robin Jones Seven
El Maja
Der britische Percussionist Robin Jones galt als einer der bestens seines Fachs. Nun hat Jazz Room sein Werk »El Maja« wiederveröffentlicht.
Music Review
Panasonic
Remix EP
Sähkö hat von Zoviet France und Muslimgauze geremixte Stücke von Panasonic von Mitte der 1990er Jahre ausgegraben und wiederveröffentlicht.
Music Review
De Ambassade
Standhouden
Der auch als Dollkraut bekannte Musiker Pascal Pinkert legt mit »Verwijder Jezelf« und »Standhouden« zwei neue Tracks als De Ambassade vor.
Music Review
Gerhard Heinz
OST The Story Of The Dolls
Mucke für Tage, an denen einem die Sonne aus dem Arsch scheint: »OST The Story Of The Dolls« von Gerhard Heinz wird wiedervöerffentlicht.
Music Review
Tommy Mandel
Music For Insomniacs
Tropische Nächte waren nie so geil: Invisible City Editions gräbt Tommy Mandels 1984 in Heimarbeit entstandenes »Music For Insomniacs« aus.
Music Review
Ebi Soda
Ugh
Jede Woche neue interessante Jazzbands aus Großbritannien: Nun haben die aus Brighton kommenden Ebi Soda ihr Debüt »Soda« veröffentlicht.
Music Review
Imagination
Shake It
Das Label The Artless Cuckoo veröffentlicht zum vierzigjährigen Jubiläum das vielgesuchte »Shake It« der Düsseldorfer Band Imagination neu.
Music Review
Suzanne Ciani
Music For Denali
Die Synthesizer-Pionierin Suzanne Ciani hat 1973 Musik für den Dokumentarfilm »Denali« komponiert. Diese wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Zmatsutsi, Tross, Houschyar
Various Lurkers 3
Mit »Various Lurkers 3« setzt Space Ritual ihre Labelreihe fort. Darauf sind sehr gute Tracks von Zmatsutsi, Tross und Houschyar zu hören.
Music Review
Le Ren
Morning & Melancholia
Eine bemerkenswerte neue Stimme, die unter die Haut geht: Secretly Canadian veröffentlicht die Debüt-EP »Morning & Melancholia« von Le Ren.
Music Review
Romare
Home
Dem Prinzip des Samplings bleibt Romare auch auf »Home« treu und präsentiert sich auf seinem neuen Album gleichsam als wandlungsfähig.
Music Review
Earl Sweatshirt
Feet Of Clay
»Feet Of Clay« ist ein Fragment dessen, was Earl Sweatshirt ausmacht. Es besitzt die Dringlichkeit und Haltung, die Underground verkörpert.
Music Review
Jon Hassell
Seeing Through Sound Pentimento Vol.2
Nur konsequent: Zwei Jahre nach »Listening To Pictures« geht es bei Jon Hassell mit »Seeing Through Sounds« synästhetisch weiter.
Music Review
Minyo Crusadres / Frente Cumbiero
Minyo Cunbiero
Japan trifft Kolumbien: Auf »Minyo Cunbiero« verschmilzt das beste der Kombos Minyo Crusadres und Frente Cumbiero zu einer wilden Sause.
Music Review
Jessy Lanza
All The Time
Wieder gemeinsam mit Jeremy Greenspan bündelt Jessy Lanza auf »All The Time“ ihre Kräfte zu auf den Punkt angespitzten R&B-Pop-Nummern.
Music Review
AKSK
Things We Do
vAdda Kaleh und Suzanne Kraft sind zusammen AKSK und haben mit »Things We Do« ein Debütalbum vorgelegt, dass uns noch eine Weile begleitet..
Music Review
Jason Molina
Eight Gates
Sieben Jahre nach seinem Tod erscheinen mit »Eight Gates« nun unveröffentlichte Aufnahmen des amerikanischen Songwriters Jason Molina.
Music Review
Eiko Ishibashi
Hyakki Yagyō
Auf »Hyakki Yagyō« bringt Eiko Ishibashi auf zwei Klangcollagen wunderbar-wunderliche Sounds in fließende Bewegungen.
Music Review
Tadao Sawai, Kazue Sawai, Takeshi Inomata, Norio Maeda, Hozan Yamamoto
Jazz Rock
Mr Bongo veröffentlicht das zuerst 1973 veröffentlichte »Jazz Rock« des Koto-Spielers Tadao Sawai und weiterer Mitstreiter erstmals neu.
Music Review
Manfredo Fest
Brazilian Dorian Dream
»Brazilian Dorian Dream«, das 1976 erschienene Album des Brasilianers Manfredo Fest, ist Bossa Jazz der ansteckend eleganten Sorte.
Music Review
Various Artists
Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown
Auf »Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown« beleuchtet Soul Jazz Records die umtriebige britische Jazzszene vielfältig und genau.
Music Review
Voz Di Sanicolau
Fundo De Mare Palinha
Analog Africa hat »Fundo De Mare Palinha«, 1976 aufgenommene Musik der kapverdischen Band Voz Di Sanicolau, wiederveröffentlicht.
Music Review
SW.
Night
»Night« ist das dritte Album von Stefan Wust unter seinem Alias SW., das erste außerhalb seines Labels SUED. Diese Platte ist ein Abenteuer.
Music Review
Adult Fantasies
Towers Of Silence
Eine ausgesprochen verdienstvolle Zusammenstellung bringt uns Stroom in diesen Tagen mit »Towers Of Silence« der Belgier Adult Fantasies.
Music Review
Zara McFarlane
Songs Of An Unknown Tongue
Femininer Vocal Jazz muss nicht wie Norah Jones klingen: Zara McFarlane hat mit »Songs Of An Unknown Tongue« ihr viertes Album vorgelegt.
Music Review
Blu & Exile
Miles
Nach acht Jahren kommen Blu und Exile wieder für ein Album zusammen. »Miles« zeigt, dass sich nur wenige Duos so ergänzen wie diese zwei.
Music Review
Sharhabil Ahmed
The King Of Sudanese Jazz
Wunsch nach einer neuen Freiheit: Mit »The King Of Sudanese Jazz« veröffentlicht Habibi Funk nun Musik von Sharhabil Ahmed.
Music Review
Bob Dylan
Rough And Rowdy Ways
Mit »Rough And Rowdy Ways« lädt Bob Dylan ein, sich auf dem Schoß des Onkels endlich gemütlich zu machen. Oder ist bloß alles eine Finte?
Music Review
Adaye
Turn It Up
Leise spielen ist nicht: »Turn It Up«, der Bubblegum der südafrikanischen Band Adaye (ihr einziger Hit), sollte laut gehört werden.
Music Review
Karate Boogaloo
Carn The Boogers
Urlaub in Italien war gestern. Heute holt man sich Aruba, die Beach Boys, gute Laune mit Karate Boogaloos »Carn The Boogers« ins Schwimmbad.
Music Review
Jim O'Rourke
Shutting Down Here
Anfang der Neunziger war Jim O’Rourke erstmals in den legendären GRM-Studios zu Gast. Für »Shutting Down Here« kehrte er dorthin zurück.
Music Review
Nullptr
Future World
Der Electro von Nullptr auf »Future World« kommt dem Titel widerstrebend ohne aufgesetzte Zukunftsvisionen aus.
Music Review
Yumiko Morioka
Resonance
Mit »Resonance«, ihrem einzigen Album aus dem Jahr 1987, lässt Yumiko Morioka Teile postklassischer Musik jüngerer Machart obsolet wirken.
Music Review
Julianna Barwick
Healing Is A Miracle
Julianna Barwick lässt auf »Healing Is A Miracle« den einen oder anderen Fremdkörper in ihrer Musik zu. Tut das nur wohl oder sogar Not?
Music Review
Jay Glass Dubs
Soma
Jay Glass Dubs tritt auch auf »Soma« für mehr Melodie, für mehr Hall, für Elegie am Sonnendeck ein.
Music Review
Jura Soundsystem
With You EP
Kevin Griffiths hat für sein Projekt Jura Soundsystem die alten Maschinen wieder angeschmissen und die »With You EP« aufgenommen.
Music Review
Rie Murakami
Sahara
»Sahara« von der ansonsten unbekannten Japanerin Rie Murakami wurde 1984 veröffentlicht. Ein Album ohne Eigenschaften, doch voller Hits.
Music Review
Vague Imaginaries
L'ile Sous L'eau
Nur kurz nach Erscheinen seines Albums »L’Île D’or« legt Vague Imaginaries mit »L’ile Sous L’eau« eine EP nach.
Music Review
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Verschmelzen der Welten: Auf »Afropentatonism« treffen Alhousseini Anivolla aus dem Niger und Girum Mezmur aus Äthiopien zusammen.
Music Review
Haiyti
Sui Sui
Das Prädikat Pop reicht hierfür nicht aus: »Sui Sui«, das vierte Album von Haiyti, ist eine Machtdemonstration.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.