Music Review | verfasst 17.03.2017
Midori Takada
Through The Looking Glass
We Release Whatever The Fuck We Want, 2017
Text Tim Caspar Boehme , Fotos © We Release Whatever The Fuck We Want
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Redaktion
Cover Midori Takada - Through The Looking Glass

Auf den Reissue-Best-of-Listen am Ende des Jahres dürfte dieses Album einen Spitzenplatz einnehmen. Die japanische Perkussionistin Midori Takada hat mit »Through the Looking Glass« einen unverwüstlichen Ambient-Klassiker geschaffen, der, ursprünglich 1983 erschienen, lange Zeit vergriffen war und zum höchst begehrten Sammlerobjekt geriet. Jetzt kommt die Platte sowohl auf Vinyl – als 33er-Version und als limitierte 45er-Doppel-LP – und zum ersten Mal auch auf CD wieder heraus. Man fragt sich ein bisschen, warum sich niemand vorher daran gemacht hatte, dieses tönende Zen-Meisterwerk wieder zugänglich zu machen. Denn es gibt nur sehr wenig, dass es mit diesen vier Kompositionen an kontrollierter Zurückgenommenheit und fesselnder Oberflächenspannung aufnehmen kann. Von den sachten Gongschlägen, Flötenklängen und Vogelstimmen in »Mr Henri Rousseau’s Dream“ über die repetitiven, minimal-artigen Marimba-Muster in »Crossing« bis zur diskret sich steigernden tribalistischen Ostinato-Dramatik von »Catastrophe Σ« hat Midori Takada einen Kosmos geschaffen, der wie ein Mobile in sich ruht und dem man theoretisch unbegrenzt lauschen könnte. Vielleicht gibt es ja deshalb nur so wenig veröffentlichte Musik von Takada: Hier hat sie allemal genug gesagt. Das abrupte Ende eingeschlossen.

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